Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 30 (24.7.1908)
- Date
- 1908-07-24
- Page
- Seite 22 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ttr. 30. ,Neue National-Zeitung" Seit* %.! >. I:! Anfang des 18. Jahrhunderts1) besondere jüdische Zünfte organisierten. Auf dieser Basis bewegte sich die jüdische KllllSt nach vorwärts, und, wie man leicht erraten kann, ging der Weg nicht weit. Daher mussten sich die polnischen Juden christlicher Meisten' bedienen, deren Werk ein grosser Teil der heutigen Synagogen ist. Auch die liturgischen (degen-stände (Leuchter, Kelche) sind christliches Erzeugnis. Nur von den Mänteln, Vorhängen kann man mit Bestimmtheit erklären, dass sie von Juden gemacht wurden, und zwar .mit Rücksicht auf das Verbot der heiligen Schrift. (V. B. Mos., Kap. 22. Vers U Wenn wir daher unsere Ausführungen resümieren, so gelangen v. ir zum Schlüsse, dass w ir von jüdischer Kunst im engeren Sinne des \\ ortes nicht sprechen können, sondern lediglich von den historischen Kunstdenkmälern der Juden in Polen. Daher haben wir auch diesen Titel für un-erc Arbeh gewählt. Wenn wir nun vo den historischen Denkmälern sprechen, so müssen wir unsere l'ntersuchungen über die Kunstdeiikmäler hinaudeimen unn alles umfassen, was sich auf der. Aufentlr.dl der Juden in diesem Lande bezieht, al. o vorc-st aui Arcinvalu u. die sich in einer grossen. Zahl in priva cn un i ö! L n liehen Sammlungen und Libiiotdicken Lehnten. iL Zum ersten Mai u arden dem gro :-en Publikum jüdische AJtertümer auf der hing im Jahre 1878 vorgeführt. 1 hat im Trocadero seine Sammlun 82 Objekten ausgestellt: Aus de fahren wir, dass nur drei (legen XU. und XIII. JahrhuiKlert waren, aus dem XVI—XVIII. Jahrhundert. Eine zweite, uns bekannte Aussteilung dei lisch-jüdischen Altertümer hat in London im 1886 stattgefunden. Aus den Berichten1'1) erfahren wir, dass diese Ausstellung fast sämtliche jüdische Altertümer aus der Zeit vor der Vertreibung der Juden aus England im Jahre 1290 und seit ihrer Rückkehr gegen Ende des XVII. Jahrhunderts umfasste. Aus der ersten Periode gab es zirka 520 Archiv.dien. Eine Probe der Ausstellung polnisch-jüdischer Altertümer sahen wir auf der Lemberger Len:le-au.->- stellung im Jahre 1894. Aus dem Kataloge7, ersehen wir, dass dort 50 Vorhänge, und zwar 1 1 aus dem XVII. Jahrhunderte. 21 aus dem XVIII. und » aus dem XVI. fahrhundert ausgestellt waren. Andere Gegenstände, Kronen, Leuchter, Zeiger. Weihrauchbüchsen, dürften jedoch aus dem XVI. -XVI iL Jahrhundert gewesen sein. Der Besucher konnte da nicht viel profitieren. Einige Dutzende Vorhänge mit oder ohne Lambrequins, die neben einander ausgestellt waren und sonst andere Gegenstände, die ohne Angabe von Zeit oder des Synagogen-Stils ausgebreitet waren, können niemanden über die 'Entwicklung dieses Zweiges der Svnasfoarenkunst belehren. rr .-.!. be -ti Ka'. a :o; "mde au lie übi i: ICH a u s : Itterdem en aber engahre (h I.il-'rau;r Iiisu>ri-e!i< s < ti 1 L i: 1 o d s galcries [rr jui! --' iu-11 4. Balaban: Dir Revue der Geschichte in Polen (Cv;«;- e/'7r Di. schritt, 1008, lieft 2 - 3 ■. polnisch). 5. ("ollection de M. Straus. I) religieux hebraique, e\e-< ises dans 1 a l'cxjjosition universelle de 1.S78. 0. Sokolow im Jahrbuch Iteasif. Jhe. S. 146—154. 5 Tabellen. 7. Katalog" der Ausstellung historischer J >< -nkmäler. berg 1S94. Darunter jüdische Altertümer Nr. 42 bis 293 und von Nr. OoS (polnisch). ©ei3 Selbstmord eines Handels« alfadctni^crs. Das christiichsoziale Tagblatt „Die Reichspost'* hat sich vor einigen Lagen sehr eingehend mit dem letzten Jahresberichte der Wiener Handels-Akademie beschäftigt. Selbstverständlich schenkte sie ihre Aufmerksamkeit ausschliesslich, dem Judenpunkt. Mi; dem statistischen Lilcnmass der Schmidschen Resolution bewaffnet, h u ihr Referent den Bericht nach edlen Richtungen genau durchstöbert, um daraus etwas für seine Th-'orie herauszupressen. Lud er hat auch rums gefunden. Die Wiener Handcls-Akadcmic best! "hea Juden, sogar viele Juden. Sie glauben nämlich, dass sie sich doch zu tüchtigen Kaufleuten heranbilden können, wenn ihnen der Staat die Pe tmtenstellcn und die Antise- Yi.TL L'hnss ..Ii-. :s d'an du 'i'n;< ,idj\r, 1SS7 U. Teil <A N>". .eni -M5 mite a;,. .Mitielscdiuien versperren wollen. Die Statistik der Hörer im Studienjahr 1906/07 ergibt folgendes Resultat: ,1 '< Aiiiniriciitcnkur s. Ders"!be wurde.....al>gehalten und waren von den ir.skrbierlen 3S8 Hörern .... 167 katholischer. 36 evangelischer, 7 gri:'ehi-( h unu rter. 12 gricchisch-niehtunierter und 1 2 :u c :> .1 1 s r Ii e r Reil g i <> n. 2 Hörer waren konfessionsiNach dem Lande der Geburt waren 66 aus Nicderöster-!•<•;.•!> -darunter 5-') aus \Wn'i. 106 aus Yngarn, 85 aus Ga- 26 aus Midireu. H> aus Kroatien-SIavonien. 15 aus d. r leck-ivona. 14 aus Böhmen. 9 aus Schlesien, 4 aus Über- ...-»>.•: .■virU. 1 aii.% Kiain. je 2 aus Steiermark, Kärnten, Tirol u'.ui Vorarlberg und Dalnutien. je 1 aus Salzburg und Triest. Aus dem Auslände waren 34, und zwar: 12 aus Rumänien, 1 I aus Rus-land, je 3 aus Bosnien. J )eutsrhland und Serbien, s >v,\r 2 aus Bulgarien. b> A k a d e m i e. Land der ( a-br.rt: coo aus Niedt-fösterreieh idarunter 25/ aus V\ icn). 42 aus Böhmen. 40 aus Yn^arn. 26 aus Mähren. 50 a.us (iaü/cien. <■) aus It.isnien und ilar Herzegowina, 6 aus Si'hi' s:-ii. 5 aus Steiermark, 4 aus Oberösterreich, je "2 aus i ir )! und Vonn-lbern". Istrien und Triest, Bukowina und Kroatien und Shvouieii. j" 1 aus Kärnten und Krain und 40 aus (!'':M Auslände. K o n I e s s i o n : 3.S2 Katholik e n. 45 Evangelische, ' (irieclien. 370 Israeliten und 1 Mohammedaner. Das Leiborgan des Ministers Dr. G essmann schreit entsetzt auf: ..Das Xahlenverhaitnis kündigt also an. dass 167 Ka- 1!'■iliken (222 Christen übv'rliau]>tj nicht weniger denn 162 luden im Abiturirntr nkurs, in der Akademie 382 K;: i!• o ] i k e n 433 Cliristeni 370 J u d e n, also im ganzen i Katholiken 65; ("hesteu. 532 Juden gegenüberstellen. Die Herkunftsstände der Akademieliörer weisen auf e i :i i-;■ n o r m e f u d e n i n \ a s i o n h i n. Böhmen, Mähren, Rumänien. Yngarn und (iali/ien. also die judenreirhsten und \.u der jüdischen ()rtiu>do\ie am schwersten heimgesuchten «'«••biei.e stell.-n das Hauptkoniingent für die „\Yiener Handelshochschule". Wer hat da. überblickt er die Konsequenzen nur eini.ernias-en, den Mut. die Berechtigung, ja die YerpflichiUMg" der Resolution Schmid in Zweifel zu ziehen?" Also nicht bloss an den Hoch- und Mittelschulen, selbst an den Handelsschulen sollen die luden nur in russischen Lrozenten zugelassen werden! So verlangt es die stärkste Partei des Parlaments, die sich anschickt, auch ein drittes Minister- Portefeuille zu erobern. Ihr Antrag ist Vorlauf ig abgelehnt; Aber es gibt noch andere Mittel, um den Juden die Lust