Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1908)
- Date
- 1908-07-03
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 21 der israelitischen Kultusgcmcindorcpräsent anz, als welchem ihm die Verteilung von Geldunterstützungen an bedürftige Ciemeindegenossen oblag'. Gleich nach dem Leichenbegängnisse wurden die Funktionäre Karl Kisch (Vom ,,1'oale Touw") und Jonas Frank (Firma J. Frank) eingeladen, der Eröffnung der Kassen B's. in dessen Komptoir anzuwohnen. Doch waren die K a s s e n s r h 1 ü s s e 1 versch w undc n. Es musste ein Schlosser herbeigerufen werden, welcher volle drei Stunden an den Kassen herumzubohren hatte, ehe es ihm gelang, in dieselben einzudringen. Endlich war die Hauptkasse geöffnet. Doch sie erwies sich vollständig leer! Der Kreuzerverein verliert 38.000 K r o n e n b a r e s Ci e 1 d und sämtliche Wertpapiere, von ebenfalls nicht unbeträchtlicher Höhe. Der zweite Verein, das ist der ,,Poaie Tomv", ist nach bisheriger Schätzung um 0000 Kronen geschädigt. %üi ALLEN UEI£t6il6N. Ein Justizverbrechen. In Luck (Russland) wurde der jüdische Fleischhauer Pinkas Kosel zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, weil er angeblich dem Polizeimeister Swiderski vergiftetes Fleisch lieferte. Allem Anscheine nach hat die Frau des Polizeimeisters statt Salz irrtümlich Rattengift verwendet. Deshalb hat auch das Kriegsgericht erster Instanz den Fleischhauer freigesprochen. Erst über Kassation des Urteils seitens der höheren Instanz ist die Verurteilung erfolgt. Der Verurteilte ist Vater von neun Kindern; er beteuerte seine Unschuld. Der Millionär Abraham Brodsky in Odessa hat von seinem fünf Millionen Rubel betragenden Vermögen eine Million für wohltätige Zwecke vermacht. Hievon entfallen 60.000 Rs. zur Gründung einer jüdischen Sparkasse, 25.000 Rs. zur Errichtung einer Geburtsabteilung beim jüdischen Spital, zwei Häuser sollen in ein Kinderspital umgewandelt werden u. s. w. Eine Panik in Bialystok. Am 25. Juni befand sich die ßialystoker jüdische Bevölkerung in grosser Angst. Allgemein hiess es, dass anlässlich einer Prozession ein Pogrom stattlinden werde. Es begab sich daher eine Deputation zum Stadtkommandanten, um Schutz zu verlangen. Derselbe beruhigte die Deputation und erklärte, die Juden hätten nichts zu befürchten. Trotzdem brach eine Panik aus und tausende Familien verliessen fluchtartig die Stadt. Es blieb erfreulicherweise nur beim Schrecken. Die Prozession durchzog in aller Ruhe die Stadt: ein Beweis, wie derartige Pogroms nur dann kommen, wenn man sie von oben haben will. Prediger Dr. Jelski aus Lodz übersiedelt nach Wien. Er erhielt vom Vorstande ein Ehrengeschenk im Betrage von 10.000 Rubel. Zu Gunsten der Familie Jehuda Steinbergs fand am 23. Juni in Odessa ein Vortragsabend statt. Die grössten jüdischen Dichter, Frug, Bialik, Asch, S c h 01 e m-A 1 e i c h e m sind herbeigeeilt, und auch der alte „Seide" Mendel-Mocher-Sforim hat gesprochen. Der Abend bildete für Odessa ein Ereignis und das Erträgnis war auch bedeutend. Ein amerikanischer Aus tausch-Professor für 'die Berliner Universität. In wenigen Wochen wird sich Dr. Felix Adler, Professor für politische und soziale Ethik an der Kolumbia- Universität mit seiner Familie nach Europa begeben, um, nach einem längeren Ferienaufenthalt in der Schweiz, im Oktober seinen Posten als dritter amerikanischer Austauschprofessor an der Berliner Universität anzutreten. Von den Verwaltern der Kolumbia-Universität für die Roosevelt-Professur in der deutschen Reichshauptstadt vorgeschlagen, wird Dr. Adler die Aufgabe haben, als Nachfolger der Professoren Dr. Burgess und Dr. Hadley dem deutschen Volke ein Bild des amerikanischen Geistesleben zu vermitteln und auf der Basis einer gegenseitigen Kenntnis ihrer Verhältnisse die beiden Nationen einander näher zu bringen. Ein Vertreter der „New-Yorker Staats-Zeitung", der Dr. Adler dieser Tage besuchte, fand den Gelehrten von hoher Begeisterung für seine Mission erfüllt und voll aufrichtiger Freude, als Lehrer und Vermittler einer fremdländischen Kultur an die Stätte zurückkehren zu dürfen, wo er vor langer Zeit als blutjunger Mann in einer dreijährigen Studienperiode einen Teil seines reichen Wissens erwarb. „Ich fasse den Zweck des vom Deutschen Kaiser angeregten Professorenaustausches dahin auf, dass es unsere Aufgabe ist, dem deutschen Volke das wissenschaftliche und geistige Leben Amerikas zu interpretieren und es durch die Persönlichkeit ihres Auslegers und Vertreters vor allem der deutschen Gelehrtenwelt zugänglich zu machen," sagte Dr. Adler. Felix Adler ist der Sohn des seligen Rabbiner s Dr. Samuel Adler. Er wurde in Alzey 1851 gesoren, k»m 1857 mit seinem Vater, der zum Rabbiner der Temple Emanuel-Gemeinde in New-York gewählt wurde, nach New-York. In der Absicht, den gleichen Beruf zu erwählen, studierte Adler mehrere Jahre Theologie. Er hat die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums von 1870—1872 in Berlin besucht. Nach der Rückkehr wurde er zum Professor für hebräische Literatur und orientalische Sprachen an der Coreill-Universität angestellt. Dort blieb er bis 1876. Im darauffolgenden Jahre gründete er die Gesellschaft für ethische Kultur in New-York, der er seither seine ganze Wirksamkeit gewidmet hat. Adler ist ein Schwager des bekannten Rabbiners Dr. Stephen Wise in New-York. leiste de* ^us&tfvttttitt). (Vom 10. bis 30. Juni 1908.) Sternberg Julian Dr.. RrrLikn in. g-b. i8.'.S, III.. l.agorgassc <\ PoNak Bertha Edith. Schülerin, geb. 1894, III., EngetslM-rggas>r 3. Neumann Bertha, Küchin. geb. i87<>, IX., Glasergasse 17. Ellinger Rudolf, geb. 1^75, JX'., Althanplatz, Hotel Jk'llcvuc, Kraus Adele, geb. 1S70 in Hort, XIX., Barawitzkagnsse 4. Spitzer Arnold, Ingenieur, geb. 18S3, V.. Wehrpässe 18. Eissler Ernst. 1 lolzhäncller, geh. 1881, III., Strohgasse 24. Lessner Egon, Student, geh. 1885, VI.. Wcbgassc 45. Bergmann Vilma, IPaanietzerzeugeriii. geb. 188h m Clmtebor, IX., Schubertgasse 26. Kohn Arthur, Chemiker, geb. 187^, Komotau, II., Yalericstr. (»8. Künstler Jenny, Kindergartne? in, geb. 1880, Mähr.-Schonbelg, II., Obere i);>naustrassc 33. . Oberkamp Antonie, geb. 1875, VII., 'Drejk-vufergnsse 2. Wollner Emil Dr., prakt. Arzt, geb. 18^9 in Wien. Licsing. Zalai Vilma, geb. 1878 in Wien, Triest. PisMng Julia Leonore, Private, geb. 1877 im Haag, III., Xeulinggasse 9. Kral Stefanie., KU-'ulcrmacherin. gen. 1881, III.. Pragerstrasse 3. Pisling Siegmund, Privat, geb. 1869, IIP, Xeulinggasse <). Mauthner Malvine, Schriftstellerin, geb. 1870. XVIII., Gentzgas.se 38. Fischer Paul, Schauspieler, geb. JS85, VIII., I.erchenfcklcrstr. 124. Finkelstejn Rudolf, Kaufmann, gel). 1S49 in Fogaros. XIII.. Fcnzlgasse 35. Pistol Friedrich, Schauspieler, geb. 1871, II., Mathildenplatz 3. Deutsch Rosa, geb. 1874, Y., Ramperstorff-ergassc 48. Hermann ignaz Abraham, Schuhmacher, geb. 1S01 in Xeud.uT. II.. Gabelsbergergassc 3. Baczewski Max Leopold Dr., Patentanwalt, geb. 1873. III.. Marxergasse 5. Steiner Irma, Privatbeamtin, geb. 1885, XVII., Ilauptsirasse 55. Baczewski Natalie, Private. iS8s, III., Marxergasse 3. Löffler Siegfried, geb. t8SS, XVI., Wjchtclgasse 7. Fischer Ludwig, Kaufmann, geb. 1868, IX., Wiederhofergasse 5. Fink Sidonie, Privatbeamtin, geb. 1871. IX., Ilarmonicgasse 9, Kirschner Sophie, geb. j8d2, VII., Breitegassc 14. Lindner Max, Jurist, geb. 1885. IX., Maximilianplatz 3. Gräfe Felix, Hörer in der Exportakadcmie, geb. 18SS in Rolelz, I., Reichsratsstrasse 13. Weiss Regine, geb. 1885, \T]., Lerchenfeldergürtel 24. Burger Pauline, Private, geb. '/S86, XVIII., Plencrgas.se 7. Weiss Friedrich Dr., Rechtspraktikant, geb. 1883 iu Klein-Pofic, XIX., Yegagasse 7. Katscher Richard, Gymnasiast, geb. 1SS9, Graz.