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Neue Nationalzeitung · 1908-06-26 · Heft 26 (26.6.1908) · p. Seite 8

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 26 (26.6.1908)
Date
1908-06-26
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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„Neue National-Zeirung" Nr. 26. toren teilnähme)). Die Eröffnungsrede des Präsidenten kl mgin eine Huldigung für Se. Majestät den Kaiser aus. In der Festsi'zung ergriffen noch Herr Dr. Markus Spitzer, die Rabbiner Dr. David und Dr. F e u c Ii t \v a n g, Vizepräsident Bauer u. A. das Wort. Die Beratungder Standesfragen begann Dienstag den 23., 10 Uhr vormittags, mit der Erstattung des Berichtes durch den Verein scekre*"är Dr. Löwyt an welchen sich eine eingehende Debatte knüpfte, die am 24. fortgesetzt wurde. Nach Beendigung der Debatte wurden mehrere Resolutionen einstimmig angenommen. welche die Hebung des geistigen Niveaus und der wirtschaftlichen Lage des Kaintorcnstandes im Auge haben. Die Jnb'IJinmsfripr «Jos LoonoUMädtep TVmnplf». **Men Ans Anlass des S^i'^hrio-^Ti Bpstandes des Leopold-städtpr Twmpols in dpr Tpmpplfira«J«>p fand Dipns+ae\ dpti 18, d M . nm 10 TThr vormittags ein Fp«st£rot*p°d}pnct ptaH Dpr Tpmppl. bpkar>ntlieh ein ]Vfpief.prwfirk dps AreVntektPT) Dndwip- Förster, konnte kaum die jerrnsse Zahl der Teilnehmer am Feste fasspn. Fs waren anwesppd das Präsidium und mpV<rprp Mit blinder des Kultus - Vnrstandps, die I?aVhin*»r sämthYhpr Synagogen in Wi'pii, die Obmänripr dpr "Rptbäuser. 77. v. a. N*»e,h pinem einlpitPTidpn Gphpf trug- Ohprkantor B^la Gnffm«nn. bopleitet vom vprpiniet.pn Chnr, dpn Professor Jo«pf Sulzer dirigiertp, dpn Psalm 134 musterhaft vor. Dann betraf dpr Obprrahhinar Dr ßüdemanu die Kanzel »nd hipJt ein« Fe«trpde. Als die Predigt, zu Erde war, wurde die hpilig'e Lade ausgehoben und nach einpm TJmzngf mit, dpn Tnorarollen sprach T?aV)V>ir>er DoVor Schraip^l das Gebet, für den Landesva.f-er. Dann wurde die Volkshyme geppielt und vom Chor gesungen. Zum Schlüsse spendete Rabbiner Dr. David den Se^en. Er gedachte noch der unverg'ätie'liehen Verdipnste des Oberrahhiners Dr. A^olf Jelbnpk, des Oberkantors Josef Goldstpin und ailpr Vorstände, die seither der Rasen deckt. Mit einem Sehlussgesaug endete die Feier. Die „Reinwaschnng:" des Herrn Marmorek. Wien, den 21 Juni. (Orig.-Korr.) Seit mehr als zwei Jabreu steht Herr Oskar Marmorek mit den hiesigen Zionisten, die ihn auf Grund eines Kompromisses mit dem Kultus-Vorstand in denselben hineinbrachten, auf Kriegsfuss Es wird ihm — und dies nicht blos von zionistischen Kreisen — Strebertum vorgeworfen. Seine Haltung im Kultusvorstande war servil. Sein Schwpigen in der Affaire Taussig war auffallend. Ein „zionistischer" Kultusvorsteher darf nicht neben dem Faiseur der „Pogrom- Aktien" sitzen bleiben, wenn er sich nicht dem Verdachte aussetzen will, dass er am Mandate — klebt. Aber als die Wogen der allgemeinen Entrüstung gegen den jüdischen Banquier der „schwarzen Hundertschaften" aufs höchste stiegen, da hat sich der „zionistische" KuKusvorsteher gedrückt und — geschwiegen. Seitdem ist über Herrn Oskar Marmorek die öffentliche Meinung einer Ansicht. In jüngster Zeit sucht Herr Marmorek im Wege eines Schieds- oder Ehrengerichtes sein Prestige zu flicken. Er hat anlässlich des Gemeindetages die gewissen Herren „Ehrabschneider" genannt, aber bald diesen Ausdruck revoziert. Dann hat er von denselben Herren des „Distrikts-Komitees" die Einsetzung eines Schiedsgerichtes verlangt, Diesem Verlangen wurde nicht entsprochen. Statt dessen wurde eine „Untersuchungs-Kommission" eingesetzt. Derselben wird Herr Marmorek gewiss die Gründe seiner besonderen Freundschaft für Herrn von T a u s s i g aufklären. Die Gründe seiner Ernennung zum Baurat gehen selbstverständlich diese Kommission nichts an. „Juden — ein Konkurrenzartikel." Wien. Wir erhalten von einem sehr geschätzten Freunde unseres Blattes im Auslände nachstehende Zuschrift: Das in St. Petersburg erseheinende jüdische Tagblatt „Der Fraind", das sich starker Verbreitung unter den russischen Juden erfreut, bringt in seiner Ausgabe vom 30. Mai (12. Juni) einen Artikel, der wegen seines Inhalts, mehr aber noch wegen des Tones, in dem dieser Artikel gehalten ist, eine scharfe Zurückweise ig verdient. Der Artikel trägt die Ueberschrift „Juden — ein Konkurrenzartikel" md kritisiert in ironischer Weise die Tätigkeit der grossen jüdischen Organisationen, wie der Jewish Colonization Association, der Alliance Israelite Universelle und des Hilfsvereins der deutschen Juden, im Interesse der russischen Glaubensgenossen. Es wird darauf hingewiesen, dass die russischen Juden sich von der veralteten Manier der Fürsprache bei hohen Persönlichkeiten und Regierungen glücklicherweise emanzipiert und dass die westeuropäischen Juden ohne Auftrag und ohne die russischen Juden zu befragen, diese Mission übernommen hätten und sich in Erfüllung derselben gegenseitig zu überbieten suchten, wobei die russi - sehen Juden gleichsam als Konkurrenzartikel eine lächerliche Rolle spielten. Dieser Artikel des „Fraind" steht nicht vereinzelt da. Der „Fraind" selbst sowohl, wie insbesondere die zionistischen Zeitungen in Russland haben wiederholt, auch während der grossen Sammlungen zu Gunsten der Pogromgeschädigten, sich in abfälliger Weise über die Bestrebungen der westeuropäischen Und der amerikanischen Philantropen geäussert, welche Schritte unternahmen, bei der russischein Regierung zu intervenieren. Es bedarf wohl keiner Erwähnung, dass die Hilfeleistung, die seitens der grossen jüdischen Organisationen der westeuropäischen Judenheit für ihre russischen Glaubensgenossen unternommen worden ist, einzig und allein von den Gefühlen der Humanität und der Bruderliebe diktiert war. Obwohl diese Aktion als eine selbstverständliche Menschenpflfcht erfolgt ist, war sie noch überdies geadelt durch die hohen und lauteren Gesinnungen, mit denen die einzelnen Gaben begleitet waren. Wenn also die westeuropäischen Juden auch keine Dankbarkeit für ihre, jederzeit opferwillige Bereitschaft erwarten, so berührt es doch peinlich und verletzend, wenn ein führendes Blatt der russischen Juden wie der „Fraind" fortgesetzt in gehässiger Weise solche „Absagen" an die Wohltätigkeit der westeuropäischen Juden .veröffentlicht und sich gleichsam ihre Interventionen verbittet. Ein solches Verfahren ist geeignet, einen schädigenden Einfluss auf die Mildtätigkeit des jüdischen Publikums in Westeuropa zu üben und die segensreiche Tätigkeit der jüdischen Orjganisationen in hohem Grade zu hemmen. Es unterliegt keinem Zweifel, dass die verständigen Elemente unter den russischen Juden dieses

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