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Neue Nationalzeitung · 1908-06-05 · Heft 23 (5.6.1908) · p. Seite 11

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 23 (5.6.1908)
Date
1908-06-05
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 23. .Neue National-Zeitung' Seite 11. sogar Agrarische; obwohl er skh Zeit seines Lebens krampfhaft bemühte, den alten „jüdischen Adam" weit von sich zu werfen und in eine urchristliche Haut zu schlüpfen —;ist und bleibt er doch ein Goluskind. .Seine literarischen Mafien sind jüdische, echt jüdische Waffen: Bitterer Sarkasmus. schlagender .Witz, beissende Ironie und judi.s-.~he „Chuzpe"', von der Heine sagt, isie sei ,,die schönste und beste Cot iesgabeC . . . Und so konnte 'sich bis heute und wird sieh wohl nie, das 'Echt-jüdische und Lrteutsehe in Hai den zu einem festen Ganzen amalgamieren : Er ist ein Kind zweier Kulturen. . . . Und dies nicht allein. In ihm liegt ohne Zweifel etw as, w is ihm einen prophetischen Anstrich verleiht.! Dies ist wohl auf seine leidenschaftlichen Kämpfe zurückzuführen — aber auf der Kehrseite? ler Medaille zeig! sich uns e<n Bild, das viel Heimlichkeit mit einem --- Marktschreier hat. . . . Und so muss Hardcn vis cm pro blematU-cher Mensch, als -ein schwer lösbares Rat sei Vielen erscheinen. . . . Wenn man einige Artikel von Harden liest, so fühlt man!es bald: er Ut em naher Verwandter, ein ..Tintenbruder" Ludwig Bornes und seines gross ten literarischen Gegners: Max Nor Gus. S une grösste Starke hegt in der Xegation, d. h. in rhu' Kunst und der Kraft, in aiiein die sehwaehe Seite zu finden, sie /U kritisieren und lanai ein grosses „Nein" zu sagen. ...Mein" ist immer das .".-."tmativ seiner Arbeiten, .seiner cssa\ arng geschriebenen Ar tikel. Lange bahre hindu'*.:h hat der getaufte polniscdie Jude Harden gegen Wilhelm Ii. gekämpft. Meisterhaft, kunstvoll, offen und zu gleicher Zeit versteckt, beissend und jauch mit glatter Zunge ha.t er des deutsehen Kaisers Fehler und Schwachen gezeig', ihm immer die ^Wahrheit gesagt, schön verblümt, eingekleidet in -um (Histörchen, wie man -ben einer Majestät die Wahrheit .sagen k um. Und waer gesagt hat, das erregte immer Aufsehen. Denn Hardens Artikel liest; ja d >• h das ganze intelligente Deutschland, s.,gar die hnb.en Kreise, weil alles, was Harden schreibt, v >n einer g-wissen Pikanterie beseelt ist. . . . Die Konsequenzen bliebm .nicht aus: It irden Jiiusste einige Male für iäugere Zeit ins Gefängnis. Sieine oben erwähnten Artikel gegen Wilhelm IL haben ihm zweimal je du halbes bahr Gefängnis (eingebracht. Trotzdem -.arliess er es -in Jedesmal mit grosserer K unpfesiust, mit mehr Begierde, .enen Ministem entgegenzutreten, die nur ein Talent haben : in Häusern mit'hohen ^Sniegelfenstern geboren zu sein, die den Blick -01; Aussen durch, kostbare Gardinen und Portieren am Eindringen verhindern. Sonst sind diese .Gunst!nige des Glückes und der Mächtigen nur — politische Mumien. Harden hätte wohl selbst Appetit. 'Minister zu werden. Und di dies ausgeschlossen ist, -,o muss er sich, damit begnügen, unfähige Ministe" zu stürzen. Das macht ihm ein spezielles .Vergnügen. Im letzten Jahr hat es Harden wieder einmal sehr geschickt angefangen,, di1 nächsten Freunde des Kaisers Wilhelm unmöglich zu machen, indem er bewies, dass sie Leute von nicht ganz einwandfreien moralischen Qualitäten sind. Was er beabsichtigte, ist ihm auch gelungen. Jene Männer haben ihre Rolle in der Geffentliclra it ein für allemal ausgespielt und beim deutschen Kaiser sind sie in die tiefste Ungnade gefallen. . . . IV. Ein Publizist hat .sich gelegentlich über Harden ^geäussert: „Harden <ist der grösste Pasquilischreiber in Deutschland." Harden schreibt jedoch nicht allein gegen einzelne, nein, gegen die ganze deutsche, resp. preussische Politik, gegen die ganze deutsche Kultur. Er ist ein Pasquillschreiber rn höherem Sinne, ein deutscher Larochefouque. Seine .„Pasquille" reissen der falschen lügnerischen Kultur die Maske vom Gesicht Und was Wunder, wenn da einmal auch :ein Stuck von diesem mitgerissen wird? Und was sagt zu dein allen der unterdrückte, seufzende, gequälte Golus juder Nichts: Er empfindet nur eine gewisse edle Schadenfreude darüber: Geht einer in das Lager unserer Verfolger über, so wird er für sie zur Geisel! M. SPEKTOR: Eine §chevhioth*\)eFlobung[. H ■••-.'!:'■!,• ..:! e f;>hi v:\v;t!Ui£jahn«<T, iim^.'i Af.inn, et >:> •!■."• .■.c;:!i:- «ie, Ren f/ibisch IVin.', g.tn. Ilmhii vh, wie .eJru;v. e:!,rla An d'»rl wie em eig.-n Kind und iV^ies' 'l'.'jeltr -r ••;(; M.iAAee v< Iii 11 el 111 ,:■ -Im fahl T, "i'br tjil! , wie euwr I»n:-i--r Sie \.igl -■:-> ihi»- ganz >iter. und ehrlicr ii-ntd' i: >* A'evliele s« \v >i< ,e<r •ricr- 1 »!•.»••» unsäglich rinii;^ :re,ic-_.-(i.-oj» i-e 10;,iebt ins vv.-et, ,-r kr;»nk wae' -■!)!•-'»••;-. r-p»i eu:^.-Mlen; e , -m uu-h vwi**' s( liin;ilcs C-e; |e. yiwree'-r K«gr v ihn, v-slialh ■: ■- . , ii! -«dir .ms- .-><•!(<•;::•; - :... -htj-Tk!!- Ii u >d :n --.n I; gelo-ht t vt und die Mi>-,.i -ju-fj rn...::::>{ +i> h ,u:t '!ir n*'uV mehr ,v> ii 'ihiich und oft •.>!"•;• ttunre: ietlre ve n-vli \-<»! .«-ii)<-;a iir<•? Au: [•':-.1^ei- ,uitw»)i tet Herv liel*- in^ fp'inütig. Dj \\h \n-:\ i>: -i-, i F.-ig::]«-, ilei :i.-br vv 1,1 i'e:- •: , i: '1 ■ ie :i. :• [•'-■ ni n B:uder. ii i'ei. thisn :e„ »■ i-, j!.<:l»t . . , '• ,ufutiti u.eilig. l i^erivd hr e ihr, 1 i.-.s s.eii.- iOfere;[uu v-ine . u h|;, b Vlii< ,.. ,n ih:i: v.-re \uM-.\ I*ar- >fs h-i-e;: ene >\u j»r, \-e-s ei ,ia\ ->n Nur Vit;-il v->[:t.-, -i :SS ,!•• -htl lli-l)<' — ,i. ■! .■':')•■■] s ■• ii -f: b'-U iti'ai, i'iiiiKste -vn.'-ia ,.L>s. hur. ein Niirr- :t-d [f-r.-j' i:r.'!<- liess - h e- I; mit nefcii] i - (,■ . „I Ji We v-A" 'Ul!Ui;!i Wie >■.' , e :,ü Kit.a-.alr.uv F.-^eles e<, - LManiiich re! e . v iniied ■•- ,;>, ,;,r ■>•};■ : :0; eeii-j^'-r u;el v.iiwigi; •. v -.; ■ S|-, ü ,11011 e.iCil 1111;• •! .e;A: w i:i iiid"rs;mti,ü; M 'i e :hr;;i;jie h schon > e».>rcd'.-C'- und d.(.:ii vir! „ir--. vi ..'.s <t eine war. ,S e:,ei. eenim :, i^ra, iv -'I ' - -ene unC-r den uneen Leuten der ■rer:i ü'^'J r uleil»- ie. I'lr ist schön und ^ebi:dL-t, w die Weit! Er .spricht und schreibt mehrere Sf)i z-lien, sogar deutsch und fraruMsi-vri! Und gar nicht da\on zu -{-rechen, dass er in jüdischen Dingen ein Gelehrter ist., Er hat sugar oinm-ii schon in einer Zeitung geschrieben. Sein iieie re raeiir s (nn e:::n<-r: x")u?e;e an jenem T ■.

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