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Neue Nationalzeitung · 1908-06-05 · Heft 23 (5.6.1908) · p. Seite 12

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 23 (5.6.1908)
Date
1908-06-05
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12. ,Neue National-Zeitung" Nr. 23. Namf war m «ara n: Blatte gedruckt! Die ScharifK-nirn nagten auch, dass, sobald bezüglich der Mitgift m.t Gotto Hjlfe «n Ausgleich :-.u?tande kommt, in der Station Kasann eint Zusammenkunft stattfinden w erde. Man *.agt, das** der Kasatiraer Bahnhof, ,r. w.-jchem Bahnen aus allen Wehruhamgen zusammenkomme!., von seltener Schönheit -ein so!]. Sogar elektrisches Lp h? >!)ll dort zu seh: n sein Y\\rm aEo die Sache von Gott und Braut und Bräutigam tmandei gefallen weiden, so wird der Laautigam mit seinen Kit«. gk.- he.rh'. r v/vm-ureisen nnd die Yei lobung abhalten. Feigele malt es sich schon aus, vu. •. > -,n :'. Stadt■ ken kochen wird, wenn ihr Bräutigam in . 11- '. l'arack ankommen wird. Alles wird rennen, einei wird dem und' rn zuv->rkommeu. jeder wird Feigeies Bräutigam zuerst sehen w.-lkn. Lud dumr wird jeder mit der Zunge schnalzen und in grosser Bvwimdt r ung ausrufen müssen: .Ja, ja, das ist ein Bräutigam, d«. n unseie Feigeie da kriegt! Ein Bräutigam?! Das personifizierte Ghick!" Dann werden die Feiertage kommen und wud auf di< ,.zweiten Tag" zum Bräutigam bringe . ' Ya«- vvud sich erst dort tun, wenn sie ankommen wird! Kurz, ihre Fantasie trieb ununterbrochen ihr r'arivnrcic h*-v Spiel. Sie wird Braut, es wird Reisen geben hin \,i,tl her; ihr Bräutigam i;d <ie überallhin begleiten; eine r:<, u< Welt um neuen Mens« hen, und überall wird sie empfanger. weiden, vielleicht gar mit Musik! l.'nd sie wird eine kompL . ghe kl; '' Braut sein. Xa. und eist wenn sie llo«hzeit m„< '■>.■ ». und du- „Frau Schwiegertochter" in cinei neuen Stadt s< m wird! Da* wird e-, iMzend weiden! — — — Und da kommt plotzli« h Hetsc'hek ' V.'.i'arhultig zum Lachen! Was ist Herscheie? Kein Zweifel, seine Elten, sind aucn gute Bale- Fat im und ihren Etiem winde uie Parti' * .gar passen, zweifellos ist auch Herscheie ein I i .n M;;nge. Aber was ist Hf. i><hele? Wer keimt im Städtclun ni< h: Ileischele. „Mit wem nat sich Fetgele verlobt?" „Mit IKimIüIv!' Ha, ha. ha! Da gil tkeine Sensationen, da braucht nrnn nicht erst yu laufen, um!• i-i^a-li^ Bräutigam sich an/us' harn e, denn -- wer kennt ihn nicht? Ich glaube, jedes Kind ,p. der Wiege kennt ihn schon. Xa, und was wird nachher sein? Nach der Verlobung? «.ar nichts, l ud nach der 1 io< h/en : Wieder nichts. Derselbe ileisihele, dasselbe Stadt«;)'.!:. derselbe Vater und du vzlbe Mutter, alles dasselbe wie zur Zeit, da sie noch Mäch hen war. Xicht die geringste Verändei uug! Was hat man also von einem solchen Brautstand? Wozu da erst heirat'-n? Ist das nicht zum Lachen? Dieser Tierscher.- i-t einfach ein Narr, wem er e-. überhaupt verlangt, dass ich seine Braut werde! * * * Der Sommer ging vorüber, dann kam der Winter und es ist wieder Sommer. Pessach ist au« h schon vorbei und heute ist Erew Sch'wue-, Die Männer besorgen sich den Tikkun für die Sch'wues-Xaeht, die Weiber bereiten das Buttergeback und die jungen Leute suchen Blumen und grünes Laub, um die Wohnungen und Fenster zu schmücken. Heuchele ist gleichfalls damit beschäftigt. Sem eigenes Heim hat er bereits versorgt; nun gilt es noch, das Haus von, Reb Leibisch herauszuputzen. Dort gibt es keine jungen Männer und er ist doch dort — heimisch. Und dann, weiss er doch, dass Feigcle grünes Laub und besonders Blun.en über alles liebt. Heute dachte er nicht mehr daran, auf welche Weise Feigele ihn lieb habe; er hatte keine Zeit, daran zu denken., Sein einziger Gedanke war der, dass jetzt die Feiertage ins Land ziehen und er mehr Müsse finden werde, mit ihr zu reden und ihr in die schönen Augen zu schauen. Frühmorgens erschien Herscheie in der Wohnung des Reb Leibisch mit einem grossen Korb voll grün-r Zweige und frischer Blumen. Der Anblick, den 1S< >■.-•nek mit dem Korb grünen. Laubes und frischer, duiuruki Blumen bor, war für Fcigele eine freudige, angenehm t l Vnerntscmmi.. Sie begrüsste ihn rint liebevollem Lächeln. Hcrs> h-:L> Antlitz erstrahlte vor Frei:,!» . , Ah, Blumen!" riel Feigeie "h;ir;UeK'.ats'~hend aus. während Jir«. A ugen vor freudiger Erregung gross-.-r und strahlender wur-e n. „Ach, du bist doch c m Prachtjunge. Herscheie!" i üd Herschele ma< hu *-j< Ji ms: '»es.-nd-erem Fleisse und. fa-t Higern Eifer au semv ArK-ü. \,: arbeitete mit einer Begeisterung, wie ein •. . Kan-tk-r. seme Augen nahmen, einen seltsamen Glanz at: i.n.i auf -t invii blassen Wangen erschienen zwei rötliche K...ven Vt.-i .a.ha:id vr den ..Mögen David" kunstvoll uinfloclu, h,::-,, < r langer Zeit wieder, «Yn H>iilichcs Lied dazu Wahrend dieser tanzen 'Xa^ achtete r-. igele bald, die : '-a hreitende Arbeit. b:i!u ue:i Küns-tie;. Nachdem das Weil: vollbracht wai, beti a«.nieten r.fül..- ,aieiniger Entfernung den geschniarkv Ii aufgeführte;.. :m: Blumen •» erzierler,, riesengrossen .Al. -'i: i >,«u id". I jgGe war entzückt. Dann sandte sie sich «i hut i^etid z'i Eers<.h.]e v.r.d drückte ihn an aif Brust. ,/Uei,n prächtiger, guter, vch' vr H<.r^ h-.le!" rief sie ,7; freudiger Erregung. Ein Zittern ging durch Heis. he;---. K'-n.er . _ . und er ü'\>c|:h den ersten Kusr auf Feijreh '- e- Lipjien. v oti dieser M.nute iU?: - als einen Bruilea . hnt htt' L'ewoimen — |\ufruf! An unsere Glaubens- und Stammesgenossen! Tausende unserer armen Glaub..nsgerm«ssen kommen all- (ähilr Ii auf Anraten der Ae\./.te in verselii .-d K ir-ru- Oesterreicli-., um ihre zerrüttete Gesundheit herzusteihn. ohne über genügende Mittel zu -v erb ig an, welrija ii.r d- ■. Alfenthalt in den betreffenden Kurort an unentbehrlich -;nu. infolgedessen, werden alljährlich für die-,.. Yotbedu-itig.. n Sc'-nda:1. gesammelt, welche jedoch weder den Wünsch«*?» der .-j encier. noch dem Zweck entsprechen, da sie zu genug >-.••<! und -«.mit dem. Uebel nicht abheilen Gm nun eine Aktion im yiosbcir-T: Stil einleiten zu können, ist \ an einem Kreise edelgesinnter Manr.tr die Idee angeregt worden, einen Verein ms Lebt n zu ruh n. dem statutengemäss die heilige Aufgabe zufiele, wahrhaft hilfsbedürftigen, kranken Juden den Kurgeb rauch eines österreichischen Kurortes zu 'ermöglichen. Das zu diesem Zwecke eingesetzt«,: Komitee hat vom hohen k. k Ministerium des Innern mit Erlass vorn 2. Jänner 1908. Z. 45390 07 die GetK-hmigung der vorgelegten Statuten, erlangt. In Hinblick auf den humanitär«, n Zweck erlaubt siel) die Verwaltung des gefertigt, n Vereines an Euer Wohlgeborenj. die höfliche Bitte zu richten, diesem Yen. ine dar«'h Beitritt^ Spenden und S« henkungen zur Realisierung des angestrebten. Zieles zu verhelfen. Laut $ 9 der Vetvuisstatuten sind in jedem K u r ort e \r ereins m i t g 1 i e d r d a z u d e 1 e giert, für d e n Y crcin g e g e n!•> m }> i a. n g < b e s t ä t i g u n g e n J a h r r s b e i t r ä g e u n d S p e n d e n e n t g «• g e nz u n >.' h in e n. Krakau, im Mai 1908. S. L. Schenker, Krakau Präsident. Scbachne Landau, Krakau Kassier. Die \ ereinsleitung „Majne Hajschija": Elias Baron, Tarn«»w Vize-Präsident. Meier Rapaport, Krakau Sekretär. Dawid Past, Tarnöw M. Anlsfeld, Krakau Leser Lipscbntz, Krakau Moses Rapaport, Tarnöw Kopel Riegelelsen, Krakau Salonion Labin, Krakau J. Eksteln, Kolhuszuwa Josef Dankelblam, Krakau Herman Lieblich, Krakau M. Gerschon, Lemberg M. Granberg, Krakau Dawid L. SüSSman, Krakau Leib Wiener. Chrzanow Wolf Friedman, Krakau.

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