Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1908)
- Date
- 1908-06-05
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8. Nr. 23. ben, ausserdem für die Präparandenanstalt, die zu dem Lehrerseminar für die Orientschulen gehört, einen Betrag von 103.913,30 Francs, zum Ankauf und Bau von Schulhäusern 59.427 Francs, insgesamt also 1,693.171,84 Francs, d. i. 30.380,16 Francs mehr als im Vorjahr. Diese Ausgaben haben durch die regelmässigen Einnahmen, aus den Zinsen der Sti.ftungskapitalien und aus den Beiträgen von Mitgliedern und Freunden volle Deckung gefunden. Die Einnahmen bezifferten sich auf 1,654.924,66 Francs, d. i. 41.135,34 Francs mehr als im Vorjahr. Darüber hinaus hat die Älliance Israelite Universelle für die durch die Statuten vorgesehene Unterstützungstätigkeit auch im abgelaufenen Geschäftsjahr aus besonderen Spenden grosse Summen ausgegeben, die dem Hilfswerk in den Verfolgungsländern zugute kamen. Die Zahl der Mitglieder der Alliance Israelite Universelle beträgt 33.000. Die Generalversammlung nahm den Bericht mit Zustimmung und Anerkennung entgegen und wählte die turnusmässig ausscheidenden Mitglieder durch Akklamation wieder. GSMeiNue=uNd VCR&NSNMftRilßSW Wien. (Verein „O e s t c 1r c i c h i s c h e s Sechospi z".) Die konstituierende Generalversammlung findet Mittwoch, den 10. Juni 1908, präzise halb 0 l!hr nachmittags, im Sitzungssaale der Israelitischen Kultusgemoinde, Wien, I., Scitenstettengasse 4, 2. Stuck, statt. Tagesordnung: 1. Bericht des vorbereitenden Komitees. 2. Yereinsstatuten. 3. Wahl des Zcntralausschusses. 4. Wahl der Revisoren und Ersatzmänner. Wien. („Kaiser Franz Jcisephs-Ferienheim''.) Die VIII. ordentliche Gencralvcrsa m m I u n g des Vereines „Ferienheim" findet Mittwoch, den 10. Juni 1908. präzise halb 5 I hr nachmittags, im Sitzungssaale der" Israelitischen Kultusgemeinde, Wien. I.. Seitenstettengasse 4. 2. Stock statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes über die Vereinsjahre 1906 und 1907. 2. Kassa- und Revisionsberieht. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Wahl der Revisoren. 5. Bericht über die Aktion des Vereines anlässlich, des Allerhöchsten Regierungsjubiläunis Sr. Majestät des Kaisers. Wien. (Zentralstelle für das jüdische Arme nwesen.) Am Dienstag, den 9. Juni 1. [.. präzise 6 t'hr abends, findet im Sitzungssaale der israel. Kultusgemeinde, I , Seiten stettengasse 4. 2. Stock, die konstituierende Versammlung der Zentralstelle für das jüdische Armenwesen statt. Tagesordnung: 1. Mitteilung der Beitrittserklärungen. 2. Genehmigung des Regulativs. 3. Wahl des Kuratoriums. 4. Beschlussfassung über den Zeitpunkt des Beginnes der Tätigkeit der Zentralstelle. Die verehrlichen israelitischen Wohltatigkejts- und Humanitäts-Institute werden ersucht, ihre Delegierten zuverlässig zu, entsenden. — Dauer der Versammlung zirka 1 Stunde. Wien. (Hilfs verein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien.) Am 31. Mai d. J-, vormittags 10 Uhr, fand Vinter dem Vorsitze des I. Vizepräsidenten, Herrn Adolf Pick, in den Räumen der B'nai B'rith-Vereinigungen, Wien, IX., Universitätsstrasse 4, eine ausserordentliche Generalversammlung des H i 1 f s v e r e i n e s für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien statt, bei welcher folgende Herren mit Stimmeneinhelligkeit in die Vereinsleitung gewählt wurden: Armin B e h r, Exporteur, Karl Bond y, Spediteur, Arnold von Gold b e r g e 1. Direktor der Teppichaktiengesellschaft vorm. Philipp Haas (S: Söhne, laques Karp e 1 e s, Gummiwarenfabrikant, Karl Hirsch, FZxporteur, Karl K 1 c m p e r e 1, Exporteur, Kommerzialrat Karl Krau s, Korbwarenfabrikant. Josef Mandl, Privat, Kommerzialrat Max Schweiger, öffentl. Gesellschafter der Firma Heinrich Klinger, Jakob S. Strassberg, Privat, sämtlich in Wien, Dr. Adolf Gross, Reichsratsabgeordneter und Dr. Simon Schaff, Lemberg. Berlin. Eine der jüngsten, aber auch interessantesten Vereinsgründungen ist der „V erb and jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina". Der Verband will schaffen, was in Palästina am meisten nottut: tüchtige Hausfrauen. Er will Haushaltungsschulen gründen, um die jungen Mädchen für den Beruf in ihrem späteren Heim vorzubereiten. Abteilungen für ländliche Wirtschaftsführung sind für später vorgesehen. Der zweite Punkt betrifft die Er richtung eines Krankenpflcgedi e n s t e s. Es gibt zwar eine Anzahl jüdischer Krankenhäuser, in Jerusalem allein deren vier; doch reichen sie längst nicht aus, auch nur einen Bruchteil der Hilfesuchenden aufzunehmen. Da kann die gut ausgebildete Pflegeschwester vieles leisten, deren Mitarbeit die Aerzte in Dorf und Stadt mit Freude begrüssen werden. Eng damit verknüpft ist die Sorge für Wöchnerinnen und Säuglinge. Der letzte Punkt ist die Errichtung eines Frauenheims für Krankenschwestern, Lehrerinnen und andere gebildete Damen. Vorsitzende ist Frau Professor O. Warburg, Berlin W. 15, Uhlandstrasse 175, an welche Anfragen und Beitrittsanmeldungen zu richten sind. Der Jahresbeitrag beträgt mindestens drei Mark L*m die vielen und bedeutenden Aufgaben, die sich der Verein gestellt hat, zu erfüllen, bedarf es einer regen Teilnahme der weitesten Kreise der jüdischen Frauen; vor allem aber müssen Lokalloomitees in jeder grösseren Stadt gegründet werden. Es existieren solche schon in Berlin, Hamburg, Köln; dem Berliner Komitee gehören unter anderem an: Frau Dr. L es z y n s k y, Frau Dr. F 1 i e d e m a n n, Frau Dr. Eschelbach e r, Frau Professor Philipps o n, Frau Justizrat Timendorfer. Auch in Holland und Belgien sind Lokalkomitees in Gründung begriffen, und es ist begründete Hoffnung vorhanden, dass die übrigen Länder bald folgen werden. Die Freunde des Verbandes werden gebeten, sich betreffs der Begründung von neuen Lokalkomitees mit der Vorsitzenden : Frau Professor O. Warburg, Berlin W. 15, Uhlandstrasse 175, oder der Schriftführerin: Frau Dr. Leszynsky, Berlin W. Bayreutherstrasse 36, in Verbindung zu setzen. %us alisn weitteacN Oer österreichische Thronfolger und die Juden. Der „Pester Lloyd" veröffentlicht einen ausführlichen Artikel über die Persönlichkeit des Thronfolgers Franz Ferdinand. Hiebei kommt der Verfasser auch auf dessen Verhalten den Juden gegenüber zu sprechen und meint: „Dass der Thronfolger ein frommer, überzeugter Christ ist, unterliegt keinem Zweifel. Allein gerade darum wurzelt in ihm auch die tiefe Achtung vor jedem anderen Glaubensbekenntnis. Der gläubige Protestant oder Jude gilt ihm genau so viel, wie der gute Katholik. Und was speziell die Juden betrifft, hält sie der Erzherzog für dynastisch gesinnte Patrioten. Oft genug hat er sich mit besonderem Lob über Juden ausgesprochen, sie bei seinen Einkäufen auffällig berücksichtigt. Und da sich auch unter den. Angestellten des Erzherzogs Juden befinden, und zwar in ansehnlicher Stellung, mag sich jeder vernünftige Mensch selber seine Meinung darüber bilden, wie es um die Duldsamkeit des Erzherzogs in konfessionellen Dingen bestellt ist.u lieber die Eisenhahn Haifa Jerusalem bringt die offiziöse arabische Zeitung „Beiruth" folgende Notiz, die auch in die anderen Zeitungen Syriens übergegangen ist: Demnächst wird mit dem Bau der Zweiglinie Haifa-Jerusalem der Hedjasbahn begonnen werden. Die Linie wird 100 bis 120 Meter lan«r sein und, wie man allgemein überzeugt ist. in zwei Jahren dem Betrieb übergeben werden können. In Begierungskreisen spricht man auch vom Bau anderer Zweiglinien der Öedjasbahn, die den kommerziellen und strategischen Anforderungen des Landes entsprechen sollen. Die neue Linie Haifa-Jerusalem wird bei der Station Afula in der Ebene Jesreei beginnen und Djenen und Nabulus berühren. Wenn