Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1908)
- Date
- 1908-05-29
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 4. „Neue National-Zeitung' ganisation hätte in den Kreisen der ostjüdischen Kultuswähler dahin zu wirken, dass nur solche \'er- »reter gewählt werden, die in gleicher Vei-c für Ost- und Westjuden einzutreten gewillt .-in.i. die sich bemühen wollen, die Kluft zwischen beiden Teilen zu überbrücken.!Es darf nicht länger vorkommen, dass bei Verleihung von Stiftungen, Vergebung von Arbeiten oder 'Anstellung von Beamten in unserer (lemeinde die Abstammung aus dein < >sten ein bedeutsameres Hindernis bilde, als die mindere Quaüdit eines anderen Petenten. Die (>rganisation niüsMc \ erm<;ge ihrer repräsentativen Autorität bewirkt u, da-- -i'-'k der einzelne nicht mehr scheuen nius-, ei; Abstammung aus dem Osten frei zu benennen . wenn er nicht seine v/irtsebaft liehe und soziale Fxr Stenz erschweren will, Freilich müs>ten. was Herr Cirobtuch in seinem Artikel beim; ha?, damii die Organisation die nötige Autorität nach Austen ge niesse, die in Wien lebenden aus dem Osten stammenden Standespersunen, die auch in eh r Wiener Gesellschaft Einfluss besk/.en, sich derselben an - schliessen, da nur in diesem Falle auf Anerken - nung und Erfolg zu rechnen ist. Aber es muss betont werden, dass mit der Mitgliedschaft oder gar der Zahlung eines Beitrages allein, vielleicht noch dazu unter Verschweigung des Namens — was bei einer ähnlichen Gelegenheit ein aus dem Osten stammender l ni\ ersitätsprofessor als Bedingung seines Beitrittes stellte —nichts getan wäre; es müsste vielmehr auf aktive Beteiligung seitens dieser Persönlichkeiten gedrungen werden. in zweiter Linie müsste die Organisation auch in wirtschaftlicher Hinsicht für die Interessen der in Wien lebenden fuden aus dem Osten wirken, durch Schaffung leichterer En:i>;enzbedingnngen für die; wirtschaftlich Schwachen, um auf diese Weise zu verhindern, dass das dur ai t las herrschende Elend anwachsende Bettlerun wesen das Prestige der in Wien lebenden Ostjudeu schädige, in dieser Inn sieht könnte ein gemeinsames. Vorgehen mit dem Hilfsverein für Galizien diu von llerrn Gro!>.u<h in seinem Artikel angedeuteten w ohhä; igen F.icfiuss auf die Entwicklung des jüdischen Proletariats in Galizien nehmen. Zum Schlüsse sei erwähnt, dass die angeregte Gründung einer Organisa ion nicht allzusehr c* e.; da sich Ansätze hiezu sehe i in einigen in Wien bestehenden Vereinigungen \ orfinden. die ai-o mir zu zentralisieren wären, ohne dass sie ihre Tätigkeit auf ihrem statutengemäss<M (lebiete aufgeben nui.-sten. Besonders der in Wien seit meinals dret-sig' fahren wirkende Verein ..Osten", der leider durch die Pntätigkeit seiner dp. < i sen Vcrcinsleiinngen ein beschauliches, in drr weiten ( VHenilichkeit unbekanntes Dasein führt rr! mit einer Reisennier Stützung von o Kronen .die-, getan 01 haben glaubt, wäre ^rfion vermöge seiner naatenell gesicherten F\i o *s Stenz dazu wie geschaffen, den \n->gang -pnnkt fnr die zu gründende < ügani.-. >tion /u bilden. Dr. K, *; Wir -ind durchaus nicht dieser An-: Ai* sg.n-i 'ir.'.c die vqlksiürnlichc Organisation — und eirys »olchc müsste sie sein — zum Anhängsel oder zur Leiter für irgend ein-- .Standesperson" herabsinken. Die Redaktion. PARLAMENT. Die riitlieiiischen Dringlichkeit»-Anträge. Die neueste rutheni-ch-j'ohiische Debatte hat trotz ihrer sehr heiligen V".:>nrt weder auf das 1 Miriamen' . " eil ,. •;, ( ■]')■!( : C- :>|i( ■!)].;;•!• i-ini 11 g>\)SSen Eindruck geuci'du. Man ist da-.011 bereits übersättigt: der galizisehe 1 lausstreu bildet keine Emotion mehr. Allerdings waren die Reden der Radikalen T r \-! o w - k i i und F> u d z yn o w s k i j von eine»* noch ire ru: life.sfdierseits zum Ausdruck gebrachten Schärte und trotzdem oder vielleicht deshalb ha5 m:; A.u.-n duce des vereinzelt stehenden Prof. M;is;i rvl; k; in Verband offenkundig ihre L'artei ergrdteii. Selbst die Red - Das/ynskis stand unter dem Ranne des ].ohi:.s« hen v "hau\ inismus : es erwies -.'•eh ahnicht -o.iderlich klug, dass che Sozialdemokraten;;c'e einen 1 )«.'uischen. also einen unparteli--( hen Rechner, sondern Harm l)aszynski. dcT sich selb-;, ahpolnischen ..Patrioten" rühmt, zum Ri dner designierten. Dafür wer 's klug, dass s;eh weder die jüdischnationalen, noch die assimilatorischen Abgeordneten an der Debatte beteiligten. Die Bolen und Ruthenen brau<hen uns nicht: sie werden sich ihre Differenzen selbst austragen. letzt, wo der Kampf zwischen beiden Nationen -o helt'ge Formen angenommen hat. wäre es für uns gefährh'ch unsere Finger zwistdien die Türen zu stecken. Wohl gehören den tmterdrückten Rutheuen unsere \olR-.en Svmpathien. aber wir müssi n unH hüten, da- Fe ier /u schüren. Wir können den Rnthene 1 helfen. wenn sie gerechte Forderungen s'elieu. i brauchen uns aber weder für sie zu exponieren, noch rlürfen wir uns ihnen ■ zu W ort führen i auf v. eilen \<a- (e<--ern : o .• •!o: 'cir es jede d'al's ücht im jüd's, 11 ]nc"ress" :]}-.! ot J )r. R ' e n!)],!{; aus Krakau die Vereidigung- Scnkca; i c z' gegen die r'.uheui-.'be S-nrente?» üb; r "ouun-. n hat. Der christh( h —o/iale \d'-ok..<. den er aR .M d \'er!e>diger zuzog k.tnnk da Sjf-e,t: »i; u'ciu meinreifen. Herr Stapinski gegen die Zionisten. 11 err S; : n; u s k i. der noch unlängst in einem Inn r*;e\v U; -> rcl>laue> di" Z'onistei) lobte und gegeiuiber (hu Assimi!a:i: "ti bev orzugte, scheint mit dem Fmfrie ' in den I'oh nkhib amdi nach dieser Kickt eng ■; •esimiun-.; •.••(xändert zu haben, jetzt >ind ihn; " .. (iaushi.'en";r'-her. 'Wie knmmi aber I ferr >•;--::e-::; da ut, die /;• adsten an/ureni)>ehi und die i-K■;>.■■,!.,: Icine'at g",:"n sie aufzureizen. Was geht c-. (knie Iferrn Staninski an, wenn ruthe - ni>ch< Rauera für eine?! /'ion;sien stimmen? Sollen sie vielleicht lielxa" ihn wählen: Wir müssen darum die Wolle des Herrn Stapinski niediäger hängen. Fr si:ar ,\\ .\: .', ■ ili ,,-| -II. M Ii U.e \ -\l im Iii lljllllT »Ii Ii I >..- \ I. tu:; >|iil .'iiim.tl!• -i.»;...-!) \\--l<i.'ll ■ I .ei» ii ilc i l'.i icC W 1! .mi;< - ■ it■ 1 |: -i in U.iii'-! Im rui»-fi / I . ) I I I Ii '< IM,'..,- )! ,1 III)') 1 I IUI. >' I) li.jlll'll ()if>sr Iii iM'i' i'm x ' ' .es 11 •! 111 \ 'i \\ im »I iirlil, il.iv-. •f llilli / >'. ' 1 /' I 1 n 1 . I 11 |l ,\I )■; 1 M 1 I in! ' ,111| 111Ii . n " I I riif-rk 11 I b-i i *' iI ■'n ' 1 h e nii h' immer •- :j,. ■ >l' x 'hen hat 1 :n* t! .-. a1 '••• da v!n<{ ui< hetitt. 110 : h bere:* .* are \. fe.r < m».n j-tdi-ch-'-'i Kandidaten zu stimmen, wenn er Gegner des Polenklubs war. Diese Zeiten sind vorbei: heute ist Stapinski Vize-Präsident des Polenklubs. L