Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1908)
- Date
- 1908-05-22
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 21. Seite 9. Grossbritaiinien. Nachklänge zum Baukprozesse. London, 17. Mai. (Orig.-Korr.) Das richterliche L" 1 teil in Angelegenheit der jüdischen Kolonialbank ist \v:>hl schon gesprochen, aber die durch den Aushill des Prozesses lu-rvorgernt'ene Erregung hat sieh noch jimner nicht gelegt. Interessant und lehrreich sind die Beobachtungen, die man in diesem Studium der Dinge machen kann. \ ->v allem die Haltungd -i beteiligten Parteien und ihrer Presse. Dieselben Parteien, du während des langwierigen Prozesses .sich gebürdeten, e.ls ob von der Aendcrung der Fankslatutcn tief .-oi ntige Einzug nach I'alastiim abhängig sei, tun heute so, wie wenn ihnen Riemer Kvi' einen grossen Gefallen erwiesen hätte, als er den Beschluss des Kongresses und der Generalversammlung gewissermassen annullierte. Fdn Jeder will nun die Verantwortlichkeit für die ganze Prozessfülmmg uiul den Ausgang des J Tozcs.-e» von sich abwälzen, ohne allerdings j'est/usleiien, wer eigentir ii schuld daran sei, das.-> der Kongress un<l die k oi. mialbank sa n in dieses kostspielige Abenteuer eingelassen haben. V. er -1. n auf Grund der heute, hier hel lsehenden Stimmung ein l it -ii über Entstehung und \ erlauf der ganzen .-'Miaue bilden mm ine. muss sich verdutzt fragen: W enn Keiner den Pi ozess gewollt, wenn Alles die l eberzeugung hatte, dass der ,,1-eme Zionismus" auch durch das jetzige .Statut nielit gefährdet erscheint, wozu war dann der ganze Rummel und wer hat ihn v ers. Iiuidet: F7s wäre gewiss sehr verlockend, dieser Krage auf den Grund zu kommen, aber es ist besser, mau lässt es bleiben und wendet sieh der momentan aktuelleren frage m dieser Angelegenheit zu: Wer wird schliesslich die kolossalen Kosten dieses ..von, Aiemandeiu gewollten Prozesses'" tragen r Diese Krage sciiemi mit dem t rieiispriiehe des Kidm-is Eve, durch welchen die ßank 111 nie J ragung s a m t I 1; 11 e . Kosten verurteilt wurde, noch nicht endgiltig er.edigt zu sein. Wie ich nämlich von w o h I 1 n I '< > r m i e r l e r e> e 1 1 c erfahre, wird Zangwiii in der Tagfahrt, in welcher die Kostensumme festgesetzt werden soll, Einspruch dagegen ciheben, dass die Pank die Spesen sämtlicher sieben A d v ok a t e n, w eiche im Prozesse die Statutenänderung v ei l01 hten, tragen solle. Zangwiii will darauf hinweisen, da-.s das von zum grusstei) Teile armen l.eul.'ii zusammengetragene Vermögen nicht dafür \ ergeudet w ei den dürte, das-, \ ei>ciü<-dene Gruppen, wie z. 1>. die englisi h-zionistische f cileratiou oder Privatpersonen, wie Di . Gaster, sich dem Best, eben dei Pank, die Statuten zu ändern, als Parteien anges. hioss, n haben, für die Statutenänderung haben nicht weniger als sieben Ad\okatcn, nebenbei benierki, bis auf II cniwidi, lauter (Christen interveniert, wah.end Zangwiii nur mit zwei Rechtsanwälten erschienen war, beide Juden \.,n denen der eine aus Preundschall iür Zangwiii auf ein llono.ai von. vorneherein verzichtete. Zangwiii legt nun Gewicht daraul. bei jener Tagsalzung festzustellen, dass seine Gegenpartei mit Purecht über die grossen Fiozisspesen klage, da. >ie ja dieselben in ganz überflussiger Weise selbst so angehäuft habe. \*ion einer B e r u t' u n g gegen das Erteil dürt'te, meine: Information nach, Ahsland genommen werden. GEMEiNöS= UNd VSRCiNiNMfiRiCMW Wien. (Verein ..M achsikc Fla d at ir.i S o n n t a g den 24. Mai, } Phr nachmittags, findet im X'erein dokale: II., obere Augartenstrasse 40. die IV. ordentliche G e n e r a 1 \ '■■ r - a m mlung dieses unter dem Khren-Präsidium des Herrn Rabbiners M a yers o h n s'eehenden X'ereines statt. T a g e s o r d n u n g : 1. Entgegennahme des Verwaltungs- und Reehenschaftsberielues des Vorstandes; 2. Kntgegennahmc der Berichte der Revisoren, beziehungsweise Erteilung des Absolutoriums an den Vorstand; 3. Wahl von 5 Revisoren auf di. Dauer von einem Jahre, ferner 5 Schiedsrichter und 2 Ersatzmänner; 4. Ernennung von Ehrenmitgliedern. Anträge der Mitglieder müssen spätestens fünf Tage vor der Generalversammlung bei dem Vorstände angemeldet werden. Sollte die Generalversammlung zur angesetzten Stunde nicht besrhlussfälug sein, so findet eine halbe Stunde später eine zweite Generalversammlung statt, welche ohne Rücksicht auf die Mitgliedcrzahl abgehalten wird. Wien. 1 X'erein zur Hebung der Gewerbe) Samstag den o. d. M. fand unter zahlreicher' Beteiligung der Mitgliedschaf! unter dem X'orsitze des Präsidenten Brod die 18. ordentliche Generalversammlung dieses X'ereines statt. Aus dem von dem Präsidenten erstatteten Jahresberichte konnten die Anwesenden, darunter eine stattliche Anzahl von Architekten und Barum istern, entnehmen, welche Füll:- ernster Arbeit dieser X'erein auch im abgelaufenen Jahre geleistet hat und wie die Interessen des Handels- und Geweih ■Standes bemüht ist. Reicher Beifall der \'ersannnlung lohnte die Ausführungen des X'or sitzenden. Hierauf erstattete dt r Kassaverwalter Herr S. Steiner den Kassabericht. welchem auf Antrag des Revisors Juer unter Beifall das Abs..lutorum, erteilt wurde. Sodann hielt 11 -rr Stadtbaumeister und 1'- ,irk-. e Edmund Melcher einen \'o;trag über: ..Die l' nterfangung eines \ ler Stock hohen bewohnten Hauses im IX. Bezirke." Wien. .Wiener Spar- und Kredit-Gesellschaft./ Die 7. o; deutliche Generalversammlung findet Montag, den 1. Juni tuoN.;• Phr abends im GrcmiaPa i' der Wiener Kaufmannschaft. IX'. Heugasse. statt. Tagesordnung: I. Re. hcnschat'tsb ericht und Bilanzvorläge für das Jahr 1907. 2. Bericht und Antiag des Aufsichtsrates. Peschhissfassung über die \'erw endtmg des Reingewinnes. 4. Erg Inzungswahl in die Direktion und den Aulsichlsrat. 5. Anträge der Mitglieder. Wien. Die -,5 ordentliche Generalversammlung der .,1s rael i t i s c h e n Allianz zu Wien" findet am' .Mittwoch, den 27. Mai 100N. um 0 I hr abends, im Saale der is; aehtisch -n Kultusgeineindc. I., Seiten>te;;engasse 4, 2. Spick, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht über die Tätigkeit des X'ereines im Jahre 1007. 2. Bericht über die finanzielle Gebarung im lahre 1007 Wahl von fünf X'orstatidsiiutgiiede; 11 mit vier jahriger Firnktiomeh irr. 4. Etwaige Anträgtde. P. T. Mitglieder S 8 de-- Siaiuten . Der Eintritt in das Versammlungslokal ist nur gegen Vorweisung der auf Namen lautenden Ein J3ri?fl<askfi der Rechlichen. Sozialist-Territorialist in K. Sie täuschen sich. D >ktor Pantlau hat über die Sippschaft der ..Arbeite; Z.-innig" nie anders gedacht. Ei hat. in seiner Zeitschrift ..Di indische Arbeiter" im lahre 1N0S folgendes geschrieben: ..Dass die jiuliM-hen Peit.r der ..Arbeiterzeitung" 1 GhcfreTikteur Dr. Ailler, Stellvertreter Herr Austerlitzl endlich einmal zum Zionismus, den sie durch Jahre totgeschwiegen haben. Stellung nahmen, i>: .las \\ i.Engste. ..Der judische Arbeiter"" hat sie gezwungen, Farbe zu bek im m. XWnn sie aber nicht mit sachlichen Argumenten, sondern mit S t h i m p f w 0 r t e n antworten, wenn sie einer nieritonschcn Auseinandersetzung aus dem Wege gehen und sich mit I) ö Ii n i s c h e n B e m erku n g e n begnüget), so nimmt uns dies nicht Wunder. Wir haben es nie anders erwartet. Eduard Bernstein in London, der Freund Friedrich Engels', hat s< h »u so oft jn der ...Neuen Zeit" und eist june-u, indem er ■erklärte: ..XX'o man mir mit dem Antisemitismus kommt, bin ich Philo^emu". das feige Verhallen dieser Herren in Bezug auf die Judenfrage gebrandmarkt: die ,.Arbeiter-Zeitung" hat sich im Gegensatze zun) ,,\'oi wärts" und zur ..Fetite Reimbln ,tie" so schmählich und r e v is i o n - I e i 11 d I i c h'i n d er D r e y f u s - A f f a i r e benonuiK-n v gl. das Morgenblatt vom 19. November 1897;, dass der Zionismus ab eine jüdische X'olksbewegung kaum in ihren Augen auf l'ardon rechnen durfte." - S. L. liie Frage, ob auswärtige Mädchen angenommen werden, -ol! der Gegenstand einer Beratung di r Statuten Kommission bilden. Wir halten dafür, dass Sie zuwarten, da die Wrhaltnisse in diesem Vereine noch sehr unklar sind. Dr. K.. R B. .Xngenommen. — Unteroffizier. Ob>Ts! Siun>n V..gl, dejungst vom Regiments-Kommando enthoben wurde, war der rangälleste aktive jüdische Offizier. L. F. Wir danken Ihnen 'für die- Zusendung der Peberselzung um Spektor, doch kann diese Arbeit mit Rücksicht auf den Inhalt erst zum Herbst für uns in Betracht kommen. - - Hoffnung. Die in den Statuten vorgesehene Majorität hat wohl das Recht, die Statuten nach ihren) Ermessen zu ändern. Allein wir halten es für ungesetzlich. da>s die derzeit dein X'ereine bereits angehörenden Mitglieder von auswärts ausgeschlossen werden. Nur für die Zukunft konnte eventuell ..der Zuzug aus ih r Provinz", wie jemand in der \rcrsammlung bemerkte, . ferngehalten" werden.