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Neue Nationalzeitung · 1908-05-08 · Heft 19 (8.5.1908) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 19 (8.5.1908)
Date
1908-05-08
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. Nr. 19. dass, wenngleich vo;i den abgegel:enen Stimmen nur ein Fünftel gegen dir St itatenänderung sich ausgesprochen habe, mehr alj die; Viertel der Aktienbesitzer sieh jedei MeiutMi;^a.u>seru;ig einhalten haber. ■ )v.m- Richter akzeptierte schliesslich den Slandpu ile Israel / a n - \v i 1 1 s, dass die Statutenänderung de:- I'artei. welche sie anstrebe, gar keinen Nutzen bri;.- gen, hingegen sehr leicht die Interessen derjenigen schädigen könne, welche ihr opponieren. Die Ciesamtkosteu des Prozesses, welche jetzt die Piank zu tragen hat. belaufen sich auf mehr a 1 b Oo.ooo K r o n e n. ftORReSPONDSNZ&N ©^errcidt-tJngarti. Zur Wahl des Dr. Brettholz. Wien. Wie uns der K'uUus\ nr.si,nvl Min Triest mitieilt. hat dev-clbe in seiner Sitzung vnin i;v Apnl b-^-hlossen. die K. lukursausschrejbung auf den 1'nsten ciiu-s < Iben abbin.Ts zu annullieren, die Besetzung c'< - Oberrabbim-rpostens auf zwei Jahre zu verschieben und für dir Dauer dieser zwei Jahre den gegenwärtigen Yizerahbiner Herrn Dr. L'schcr Bretth o! z als Vizerabbiner zu bestätigen. Hierüber erfahren wir folg.-nde.s: (*a-Tii die Ernennung des Dr. Brettholz zum Oherrabbiner. liat lediglich eille kleine Gruppe, und zwar au-,;htminli< licn (.runden, w. il sie einen Verwanden poussierte, n-inoi Strien. J-'iii Dr. Breul).-»!*, der si.li in Triest einer grossen Ik-liebth.-it erfreut, waren im Kultus verstände von z<> ~\l itglirdern 24. Jedoch ..um des Friedens willen'- hat die;i i *» r i l :"i t nachgegeben, indem sie den Dr. IbettlmV/ 7\v;iv als ersten Rabbiner, aber mit dem bisherigen Titel eines Vize Rabbiners Ni«,io bestellt hat, Deutsches Rtieta Kur Charakteristik des Ör. Löwe-Sachse Berlin, den 1. Mai. f< >rig.-Koit.) Centern fand vor dem Schöffengerichte IVrlin Mitte 'eine KhrenfVeleidigungs\crhandhing stau, der ein interessantes Materiell zu Grunde liegt.!m offiziellen Organ der deutschen Zionisten, in der hiesigen ..Jüdischen Rundschau", die von dem bekannten Dr. Heinrieh Löwe alias Sachse geleitet wird, erschienen im Vorjahre wiederholt Artikel aus Jerusalem, welche dje dortigen jüdischen Institutionen"behandelten. Der Verfasser dieser Aufsätze war ein Herr Kiefer ndorf, ein übelbeleumundetes Individuum, welches auch schon dem deutschen Konsulat in jerusalem wiederholt zu schaffen gab. und dessen moralische Qualitäten am besten dadurch rillustriert werden könnten, indem man einfach feststellt, dass es weit besser ist, von den moralischen Qualitäten dieses Herrn überhaupt nicht zu sprechen. In einem seiner Aufsätze hatte er in rüdester Weise die Schulen des ,.H i 1 f s v e rein de r <1 cuts c h e u J u d e n" angegriffen, und besonders gegen die Ehrenhaftigkeit des Lehrkörpers schwere Vorwürfe erhoben. Nur den. Oberlehrer an der Hilfsvereinsschule, Herrn Garlebach. hatte er ausgenommen, wogegen sich aber Herr Carlebach entschieden verwahrte. Fe empfand es als beleidigend, \on einem "Menschen, mit den Qualitäten des Herrn Kieferndorf, wohlwollend behandelt zu werden, und gab dieser seiner Ucberzcugung in zwei gleichlautenden Erklärungen Ausdruck, die in) „General-Anzeiger f. d. g. Interessen d. Judentums" und in der , J ü d ischen P r e s s e" erschienen. Wegen des Abdruckes dieser Erklärungen, hatte nun der famose. ^Berichterstatter" aus Jerusalem", die' rieräüsgefref' dieser zwei Zeitungen, die Herren Dr. Julius M o s e» und Dr. Hirsch Hildesheimer, wegen Ehrenbeleidigung begangen durch die Presse verklagt, nachdem er schon vorher beim deUtwhen Konsulat in Jerusalem eine Verurteilung des Hßztt* Carlebach erwirkt hatte. Zur Verhandlung waren die Beklagten mit ihren Anwälten erschienen; sie wären gerne bereit gc- Vvcsyii, für (las Substrat der Veröffentlichung den Wahr'ii(ätsi)cweis zu erbringet?, liä kam aber nicht dazU: Ihn' kicleiiidorfder Berichterstatter der „Jüdischen Rundschau"', der VVftrauehsm'ann des Herrn I")r I. ö w e- S a c h s e; war einfach ausgeblieben.- ()b- Uohl er vom Konsulate aufgefordert \vürde,. Hncif Vertreter für die Verhandlung'?.u designieren,- hatü ' er es vorgezogen, die fallen zu lassen. Dt e.ine Aeusserung des Klägers fcMte« wies das (<;'• rieht die Klage kostenpflichtig ab. Verurteilt i*t somit bloss d:e ..Jüdische feiii^ schau", respektive (iei'^f» .Leiter, .'.Wahrend die gesamte, jüdische Presse die k 11" I t * f u 11 C T ä t i g k e i t des „Hilfsvereins der deutsc hen Jud'ei?" in wohlwollendster Weise fördert und dem grossen VV^rfce" ihre Sympathien entgegenbringt, hetzt das •offiziell' Qr* gati d( r Berliner Zionisten seit Jahr und Tag gegen die Institutionen5 des HilfVeereines. Es bezieht seine Informationen von einem MuHfK\. gegen dessen Person tuid. Tatigkeh selbst. Dr, Hin* h Hildesheimer auftreten imisste\ der Aem, Blatt priirzipjeff jedweder persönlichen Sache vefsth'lfesst/ Dk Empörung über dieses Vorgehen der „Jüdische^. RünVfschau" ist hier in allen jüdischen Kreisen eine; an haltende, und vielseits wird bedauert, idass die „Neue National-ZettUtlg" ihre Kampagne gegen Dr. EÖwe nicht fortsetzte. Man tiätti'der jüdischen Sachcda iiüt einen guten Dienst erwiesen. reinigen«,, muss es sie Ii Herr Dr, Löwe gefallen lassen, dass ihm Hermann (Struck, 4er' be kannte Künstler und Püffrcr der deutschen Misra chisten in seiner ..Rundschau" recht derbe Wahrheiten vorhält. Herr Struck schreibt <n einem offenen Ib-ief an die Redaktion des offizicfle^ zionistischen Blatte^ folgendes: ..Bei (lele-cirhei* der Wahlen in der Berliner lüdis< heiV Gemeinde sind Sfe in >fc'£<*sfeffrn Werten gegen die yogC nannten J.iberalen für die ..'ff v »t i g k e 11 und V n v e rietzbar k ei t <les jüdischen «S .-i U h a i b" eingetreten! Sie wagen aber andererseits die Manne,. die /AI ihrem tiefsteu Srfnnerze eine Wrlctzung dieses „heiligCfi jüdischen SabbatlV* in \i nscr e 11 o t" f i z i e'l 1 e n zionistischen ß 11 r r a u s feststellen 111 u s s t e n, als „veräch tl irhf Schnüff ler" mit Ihrem recht wohlfeilen Spotte zu traktierent' Viid dies noch dazu in te.inem Artikel, der mit peinlicher Deutlichkeit zeigt, dass Sie in rätselhaft geschickter Weise in den Privat- Verhältnissen von Leuten herumzuschnüffeln: v erst e h e n. die den Zionismus nichts, aber auch nicht da* mindeste angehen! Auch diesen Widerspruch bitte ich. wenn möglich, sachlich und logisch aufzuklären. Mit besten Zionsgrüssen Ihr sehr ergebener Hermann Struck." In der Antwort drückt sich die Redaktion speziell um die Frage der Sabbatentheiligung recht undeutlich herum. Der Redakteur glaubt durch Unverschämtheit den Mangel an sonstiger Aufklärung ersetzen zu können ttnd Idroht mit der Anzeige wegen H atis f r i e d e us b r u c h. Herr 1. ö w e sagt: Für die zionistischen Bureaus, die nicht meiner Leitung unterstehen, bin ich hier nicht verpflichtet, einzutreten. Sollt« man dagegen mir in mein Bureau oder in meine Wohnung Leute sv hicken, um mich zu prüfen, wie i c h es mit dem Sab-

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