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Neue Nationalzeitung · 1908-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1908) · p. Seite 9

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1908)
Date
1908-04-17
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 16/17. „Neue National-Zeitung" Seite 9. " J-z i wx< - Jau^M- •&s£ n Isidor Kaufmann, der als akademischer Maler in "Wien lebt;, kann als der hervorragendste Maler der polnisch-jüdischen Typen angesehen werden. Er hat sie entdeckt und, man kann sagen, salonfähig gemacht. Seine Modelle sucht sich Kaufmann selbst in Galizien in den kleinsten, weltentlegenen Städtchen zusammen. Der Kampf, den Kaufmann gegen die Vorurteile der cbassidischen Bevölkerung auszutragen hatte, gehört mit zur Kulturgeschichte Galiziens. Aber auch seine reizenden Bilder, die so naturgetreu das Wesen und den etnographischen Charakter der jüdischen Bevölkerung darstellen, werden gewiss dem genialen Küdstier in der Geschichte der polnischen Juden ein dauerndes Andenken sichern. :'"^f^r .!. KAUFMANN. Geschäftsgeheimnisse. ÖLGEMÄLDE. Wer übrigens seif jeher in der Lage war. die aufdrängliche Art, mit der sich dieser getaufte Jude an die Christ lichsozialen. lic anmachte, zu beobachten, den konnte auch seine Rede nicht wundern. Das Verhalten dieses ,,deutschen*' Abgeordneten muss schon ein sehr auffälliges gewesen sein, wenn sich selbst die Präger ,.Bohemia" cntschliesst, dasselbe zu brandmarken. Diese Zeitung schreibt: ..Im Abgeordnetenhause gab heute eine unerquickli« he Sensation. I> r Abgeordnefe von Xikolsburg" und Gödinff Professor R e d I 1 c h hielt in der Debatte über [las Arbeitsministeriuni eine Rede, w td' hc -- man sagt nicht /u wenig, man sagt nicht zu viel — d i e K 11 t r ü s t u n g d e r d e n t s c Ii - f o r t s c h r t t tlichen Partei, der Professor Redli. h angehört, lirno.orrufen hat. Der Abgeordnete von Xikolsburg steht ohnehin, seitdem er dem Abgeordnetenhause angehört, in re-em Verkehr mit den < "hrist'ichso/ialen. d -nen er sielt merku ürdigerweise anzuschmiegen bestrebt, Kr strahlt, wenn er mit dem Alig e o r d n e t e n V> i e 1 o h 1 .1 u e k ein C c s p r;i e h f ü h r e n k a n n u n d s e h m u n z e 1 t g I ü e k 1 i c h. w e n n er m i t e h r i s t 1 i «' h s o z i a 1 e n A b - c o ,- d n e t e n II ä n d 0 d r ü c k e a U S t a U s e h t. Wegen seiner Abstammung bildete er mit noch zwei anderen Abgeordneten trauvigerweise das rfindernis für die Bildung einer einheitlichen, grossen deutschen Partei. Aber seine Abstammung hinderte ihn nielit. s i <■ h mit den (' h r i s t 1 i c h s o z i a 1 e n auf d e n all c r v c r trautest e n. Fuss zu stellen, und hindert!1 ihn heute nieht, eine Rede zu hallen, welche nicht mehr als zweideutig" bezeichnet werden kann wie eine frühere Rede desselben Abgeordneten, sondern, als der Ausdruck einer vorgeschrittenen (iesinnungslauhcit erseheinen nniss. Herr Professor Redlich hat ein förmliches Vertrauensvotum für den Minister Dr. (iessmann ausgesprochen, der ihm zum Dank dafür spater in den Couloirs fast um den Hals gefallen i t. und er hat mit solcher \W geisterung für das neue Ministerium gesprochen, als ob es gerade/u ein deutschfortscliriuliches Interesse wäre, dass fortan die Gewerbeschulen unter die ehristlichso/iale Fürsorge gestellt werden." Was sagen nun die jüdischen Wähler in Nikolsburg, (Wieling und U. zu ,,ihrem" Abgeordneten? . . . L. fR0RR6SPOND6NZ£N ©cstcFrcich-Ongarn. Protestkundgebungen gegen dieResolution Schund. Wien, den 14. März. (Orig.-Korr.) Cdeich, nachdem die jüdischen Abgeordneten von der Resolution Schmid Kenntnis erlangten, waren sie sich darüber klar, dass sie dagegen in irgend einer Weise Stellung nehmen müssten. Xun einigten sie sich s >- hin, eine Kundgebung zu beschliessen, deren Wortlaut sehr iahm gehalten wurde. Wie wir erfahren, ist die ,,staatsmännische*' Abfassung dieser Kundgebung darauf zurückzu - führen, dass der Abgeordnete von Kolomea Doktor Kol i scher, wiewohl Mitglied des Budgetaus Schusses, bei der Beschhissfassung über den Antrag Schmid nicht anwesend war: trotzdem er doch von dieser Resolution wissen musste und ebenso .wie viele andere Abgeordnete bis zum Schlüsse der Sitzung hätte verbleiben können. Dr. Kolischer ist ein Optimist; er hofft daher, dass es ihm gelingen werde, bei der nächsten Sitzung des Budgetausschusses eine Reassumierung der Re-

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