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Neue Nationalzeitung · 1908-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1908) · p. Seite 4

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1908)
Date
1908-04-17
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Siete 4. „Neue National-Zeitung" Nr. 16/17. ©ie Uuden in Ural^au in der zw'eiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts.5) In Krakau existiert zwar ( ist aber ganz und gar nicht weniger durch irgend eine Mai schieden, ja noch mehr, es wohi i judenviet h gesondert, /oder Wa n hier in g tel, Vorwandc, die Spesen lür d setzen, bedeutende Preise, <j einer Mark überstiegen, zuk< e Taufzeremonie zu crie manchmal <lie } Iöhe >mmen lassend. Eintracht Juden und Christen ncbenciuam liehe Häuser stehen neben jüdischen Man bemerkt gleichfalls nicht, dass die Einhaltung der Synodal - Beschlüsse hinsichtlich der Schandflecke, die zu tragen man den Juden befahl, beobachtet würde. Bedauert doch schon die Breslauer Synode, die den Juden das Tragen von eckigen Hü- ■-.en anbefahl, dass dieser Brauch unterlassen wird; die Verordnung hinsichtlich der Ab - zeichen auf der äusseren Kleidung wiederholt später im fahre 1420 der Erzbischof von diesen Nikolaus Tromba. W enn man jene Verordnung angewendet hätte, v/irc es nicht nötig gewesen, sie zu wiederholen. Ein ähnliches Los widerfährt auch anderen kirchlichen Verordnungen, zum Beispiel hinsieht ich der Verpachtung der Zoll-, Bergwerk- und Steuereinnahmen an Juden. Die Juden in Krakau und überhaupt in ganz Bolen gehen im Laufe des XIV. Jahrhunderts unbehelligt ihren Geschäften nach, and zur Zeit Kasimirs erfreuen sie sich sogar einer besonderen königlichen Protektion, welche die Uebcrlieferung des Historikers Diugosz über Esther, die Geliebte Kasimir d. G.. als wahrscheinlich erscheine XIV. Jahrhunderts fand nur folgung statt, und zwar die Pest, „der schwarze sierte, deren Entstehen schrieb, indem man sie ven Seen vergiftet zu haben. ( taufen gesehen. .Mehr ais vor, dass Juden zur tristsern. Das hebräische Gebet für den polnischen König Kasimir dcn.ürosscn (gest. 1370). (Ans dem im Besitze der Krakauer Kupa-Synagoire betindlichen Pergament - Buch, welches aus dem XIV. Jahrhunderte stammt.) ] Lost. Im Laute des einmal eine iudenverini Jahn1 1 , als Tod" genannt, grasnan den Juden zu - ichiigte, Brunnen und erne wurden J u d e n - . einmal kommen Kalle ilichen Religion übergehen, wobei der Stadtrat die Xeophyten unter seinen fürsorglichen Schutz nimmt, ihnen unter dem Im Xl\\ Jahrhundert wohnen die Juden in Polen beinahe ausschliesslich in den Städten, und v.ar nur in grösseren. In der Krakauer Wojewodschaft sind sie eigeiit'ich nur in Krakau, in den anderen Städten 'Jie es Gebietes sind sie gar nicht vorhanden. Das kann man auf Grund der Gerichts - bücher feststellen. Wenn in den Bezirken, wie in Czechow, Proszowice usw. Gei ichtssessionen abgehalten werden, findet man keine einzige jüdische Prozessache, wenn aber in Krakau G'-iicht abgehalten wird, wimmelt es von innen. Alle Juden, die ■ 01 diesem Gericht auftreten , kommen aus Krakau, w as die Bezeichnung ,,de Gracovia" oder ,,iudeus cracoviensis", die man immer bei ihren Xamen findet, bestätigt. Es ist übrigens gar nicht verwunderlich, dass die Juden nur in der Hauptstadt Jer W;;jew odschaft wohuit; \ ■-,]■ allem b< fassen sie -Th nämlich mit \ erschiedenen Geldoperalienen, und dazu eigne-e sieh am besten Kra-« kau, die königliche Ke-< sidenz, die gleichzeitig ..las Hauptzentrum des Adels war. Iiier fühlen sie sich an der Seite des Königs sicherer. Was nun die Zahl der Krakauer Juden im XIV. Jahrhundert be - liese in Ermanglung entsprechen- . genau;ngcben: jedenfalls werden n. auf Grund einiger Daten, über 1, sie wenigstens annähernd anzugeben. Das ist keine leichte Sache. In den Gerichtsbüchern des XIV. Jahrhunderts finden wir zwar eine sehr grosse Anzahl indischer Prozessachen, aber nach ihrer genauen Untersuchung gewahren wir, dass sie sich kaum auf zwanzig Juden, die sich mit Wucher befassfen, beziehen. Es unterliegt aber keinem Zweifel, dass diese Wucherer mit samt trifft, können wilder Quellen nicht wir uns bestr< die wir verfü *) Aus der gleichnamigen polnischen Publikation der „Biblioteka Polska", Heft eio, von Eugen Müller, Krakau 1907.

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