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Neue Nationalzeitung · 1908-03-27 · Heft 13 (27.3.1908) · p. Seite 10

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 13 (27.3.1908)
Date
1908-03-27
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite lü. Nr. 13. GSMeiNue=^d VSReiNSNGUWUWW Wien. (Erster Z i <> n i s t i s <• h e r!•' r a u e n v e r e i n.) Dienstau, den 31. März, piäzise halb X I hr abends tindet im Saale des Wissenschaftlichen Klub. f.. Eschenbachgas.se 9. bei freiem Entree oin Yereinsabend statt, an welchem die Schriftstellerin Fräulein Kamilla T heimer einen Vortrag über ..Zionismus und Antisemitismus" halten wird. Gaste herzlich willkommen. Wien. (Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler. 1 Ausschusswahlen für das laufende Sommer-Semester: Med. Albert Baum. Präses; Jur. Josef Rufeisen. I- Yizepräses; Jur. Siegfried Milch, II. Yizepräses; Phil- Emil E. Holzmann. 1. Schrittführer; jur' Otto Hcrzka, II- Schriftführer; Med. Emil üahlberg. I. "Kassier: für. Adolf Enger, II. Kassier; Phil. Karl ToUvv, IiibUvrthek-Ar; l hil. Leo Kinkelstein. X-eitungsvcrwcscr; Phil. Arthur IXmath, I lausx eru eser. Wien. (Jüdischer Pürgerverein „Ito" in Wien XV.) Am 31 März 1908, halb 9 I hr'abends, wird Dr. Arnold Ascher, Schriftsteller und Sekretinder Baron Hirsch-Stiftung, im Saale des Kinderhortes in Wien. XY., Herklotzgassc 21, einen Vortrag halten über ..Der rauperismus unter den Juden Galizicns". Wien. (Akad. Yerein .Jüdische Kultur"-) Samstag, den 28. d- M. hält Herr Dr. Josef Zipscr im Lokale des Vereines dl., Flossgasse 9 61 einen Yortrag'über: „Die derzeitige gesetzliche Organisation der israel. Ku'.tusgemeinden in Oesterreich". Beginn präzise 8 I hr abends, ('.äste herzlich willkommen. CiernowitZ. (Jüd. Dat. akad. Veibiuoung „Zephirah".) Die Chargenwahlen für das laufende XXII. Sommersemester hatten folgendes Ergebnis: cand. jur. S c h a p i r ah (X); cand. jur. Ebner (XX)-, stud. jur. Krämer (XXX). $|U$ WEl&CCilSN Baron Fould-Springtr. Wie wir erfahren, hat der Kaiser Herrn Eugen F o u 1 d in Paris, dem Schwiegersohne des bekannten Bankiers und Grossindustriellen Baron Gustav Springer, den österreichischen Freiherrnstand verliehen und ihm gestattet, seinem Namen den Namen Springer beizufügen. Baron Eugen Fould-Springer ist der Gatte der einzigen Tochter des Barons Gustav Springer, der sonst keine Nachkommenschaft hat. Die beiden Brüder des Barons, die Freiherren Hermann und Alfred Springer, sind unverehelicht gestorben und somit wäre das Geschlecht nach dem einstigen Ableben des gegenwärtigen Namensträgers erloschen. Der einstige Erbe des nach vielen Millionen zählenden Vermögens des freiherrlichen Hauses Springer ist nun durch die kaiserliche Verleihung auch der Erbe des Wappens geworden. Für das Schächten. Eine der hervorragendsten Veterinär-medizinischen Autoritäten der Gegenwart, M. A. Chauveau, Mitglied und ehemaliger Präsident der französischen Akademie der Wissenschaften, General-Inspektor sämtlicher Tierarzneischulen Frankreichs und Professor am naturhistorischen Museum, hat in einem ausführlichen Gutachten vom 26. Februar d. J. für das Schächten entschieden Stellung genommen. In diesem Gutachten heisst es u. A.: „Im Jahre 1867 habe ich einen Vergleich zwischen der von den Israeliten angewendeten besonderen Schlachtmethode und den sonst in den Schlachthäusern allgemein üblichen Methoden angestellt. Dieser vollkommen vorurteilslos angestellte Vergleich, der eine sorgfältige Enquete in den Schlachthäusern und die reiu wissenschaftlichen Ergebnisse der Anatomie und der Physiologie der höheren Tiere zur Grundlage hatte, gestattete mir, das rituelle Sohlachtverfahren von dem Vorwurfe der Grausamkeit, den seine Gegner gegen dasselbe erheben, zu entlasten. Ich habe meine Ansicht hierüber in bündigster Weise kundgetan. Ich bin heute noch immer ganz derselben Ansicht. Sie hat sich infolge der Verbesserungen, welche seit 1867 bei den gewöhnlichen Schlachtmethoden eingeführt wurden oder angestrebt werden, nicht geändert. Im Jahre 1894 haben neue experimentelle Untersuchungen, die sich auf das angebliche Weiterleben der Gehirnhälften bei Enthaupteten bezogen, die Beweise weiter verstärkt, die mir in jenem Gutachten von 1867 gestatteten zu behaupten, dass das Verbot der rituellen Schlachtmelhode der Israeliten sich in keiner Hinsicht auf Anhaltspunkte technischer oder moralischer Art, die die physiologische Wissenschaft darbietet, zu berufen vermag". Ausweisung der Juden aus den rumänischen Uralgegenden. Der „Pester Lloyd" erhält aus Jassy in Kumänien die Meldung, die rumänische [Regierung habe den Präfekturen des Landes die Order erteilt, die in den Uralgegenden angesiedelten Fremden, fast durchwegs Juden, unnaohsichtlich zu verfolgen und nicht zuzulassen, dass mit ihnen ferner Zins- oder Pachtverträge eingegangen werden. Von dieser Verordnung werden nur jene Fremden nicht betroffen, denen gestattet wurde, sich in den Gemeinden dauernd anzusiedeln. „Beruhigt euch, Fürst, auch Russen können brünett sein." Vor einigen Tagen ereignete sich in der Finanzkommission der russischen Duma ein charakteristischer Zwischenfall. Man debattierte über die Einführung einer Altersversorgung der Zollbeamten. In der Sitzung war auch Minister Kokowzew anwesend. Der Fürst Kasatkin-Hostowski sprach sich entrüstet gegen den Vorschlag aus. Erstens, weil er einen „sozialistischen Beigeschmack" habe und zweitens weil „alle Zollaufseher Juden mit roten Hemden seien". „Und diesen wollen wir, Regierungspartei, eine Altpension sichern? Das schickt sich ja gar nicht für uns!" Der Finanzminister beeilte sich, den aufgeregten Fürsten zu beruhigen, indem er humorvoll meinte: „Unter den Beamten und Dienern des Zollwesens gibt es keine Juden, Fürst! Dort wurden sie überhaupt niemals zugelassen. Es scheint, dass Sie sich haben von Jemanden irreleiten lassen. Oder haben Sie vielleicht gar, Fürst, alle brünetten unter den Beamten für Juden gehalten? Wenn dem so ist, so beiluden Sie sich in einem gewaltigen Irrtum. Beruhigt Euch, Fürst, auch Bussen können brünett sein!" Arme russische Juden! Personalien. Herr Leopold Plaschkes, Sohn des in den jüdischen Volkskreisen Wiens bestbekannten Herrn Hermann Plaschkes, wurde am 24. d. M. an der Wiener Universität zum Doktor der Rechte promoviert. ^Eingesendet. An alle edlen Menschenfreunde. In äusserst dürftigen Verhältnissen lebt ein 7ojährigcr, schwerkranker Greis, ein armer Flickschneider, Familienvater dreier Kinder im Alter von 4—7 Jahren. Die Not hat den Höhepunkt erreicht. In einigen Tagen steht ihm die Delogierung bevor. Rasche Hilfe ist hier doppelte Hilfe und jede selbst kleinste Gabe wird mit innigstem Danke entgegengenommen. A. B-, XX., Hannovergasse Nr" 5, T. 4.

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