Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1908)
- Date
- 1908-03-13
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Öeite 10. „Neue National-Zeituog*!. jsr. y. ■wunderbare Kürze, Wahrheit und Weisheit. Ich führe immer diese* Sprüche an. Alan kann kaum uoer ein J hema sprechen, welches in den Sprüchen nicht beiiihit worden wäre. Nach einer Reihe von Betrachtungen pädagogischen In liältes schloss Ufyan: „Man muss Glauben zur Menschheit haben; es ist besser zu vertrauen und betrogen zu werden, als überhaupt nicht zu glauben. Wir unterscheiden uns in 1 laduion, in. Geschichte, in der Sprache, in unseren Ideen über Regierung, wir unterscheiden uns in der Religion, aber wenn wir hinuntersteigen in die menschlichen Herzen, so werden wir finden, dass sie im wesentlichen gleich sind. Ich fürchte die Flutokratie des Reichtums, ich respektiere die Aristokratie der Bildung, aber ich danke Gott für die Demokratie des menschlichen Herzens." GisWSictoiä=üWö ■VWeWSWUWWWW Wien. (T. Wiener Jüdischer TurnA'erein.j s •' ,!l s 1 ■' »4. Marz lyo«, findet im. städtischen Kui*alou, Stadipark, das ScIru - I u r n e n mit ans.i hliesseiidcm T a u z - K r a n / c h e n statt. Saaleroftnung <S I hr abends. Heginn des Schauturnens präzise <) ( hr. Karree: Kronen _>. . Wie». Dienstag, den 17. Atarz iv"«S, imdet 111 den Soli terrain Lokalitäten des i'afe l'rückel ,.tvühei I.urioin, I., Stubenring 24 (Feke Wollzeip.-) ein«' gemütliche l'iinm l nierhat Hing statt. Vortrage und l au/, lieginn. 9 l 'hr. Zwanglos-- Toilette. Regiebeitrag K r.—. i urim-Masken und Kattune ei wünscht - Wien. Am jo. Marz d. j., na« hmittae,^ halb j l'hr, •. eran staltet der Verein zur Hebung der Gewerbe ein.- \V o h 1 t ü t 1 g k e 1 t s - M a t 1 11 c, deren Reinertragnis eiuei Stil tung zur L ntc-rstützung und l'raniiiei ung brav.-r l.elnltnge zu getuhu wird, unter Aiitwnkung hei von agendci kuustKi atte. zan .Aufführung gelaugt nebst einigen Sofo .\ unmunn das beliebte \ oiksstuek. „Unkel Toni". KartenA'orwerkungen nimmt der Obmann u.\, Kxekutiv-Koniitees, Herr l.cnp-old u t I mann, \ 1., Mariahilterstrasse 1 a. entgegen. Nachdem Iv.eit.-. eine giosse Anzahl von Logen und Sitzeil vorgemerkt svu.Oe. bittet che V/eremsleitung um rechtzeitige Aumeuuingen tut den Bezug von Karten. Wien. Der Kraiikenunterslützungs \ ei ein „Ansehe Emmes", Wien, X., l'av 01 itensti asse io'>, v ei allst.iltet am 18. März d. J. in Holtmanns Rosensälen, X., 1 av.»riteiislia.^e 89, eine Wohltutigkeits - A k a d e in 1 e mit anschliessendem lanz kränzchen. Las zu diesem Zw ecke gebildete i-est-h.oniitce hat keine Muhe gescheut, um das i'iograinm zu einem le.chha.tigen zu gestalten. Kauen im VorveiKaufe ä 1 K sind zu liaoen beim (Jbmanne Sani. Kraus, \ ., W iedener Hauptstrasse ijo, beim Schriftführer Ignatz 1! v o tl t, V., Matzleinsciorterpiat/ 1 und bejnv Kassier S. Blaust e i n, 1V'., 1" avoritenstrasse 45. Abends an der Kassa K 1.50. :%l$mCHWei£teiL6N Dr. Sorna Viscntai — Hofrat. Der Ludbpe* ei Advokat, Keiehsratsabgeoruiieter Doktor tjoma Visontai wurde vom Üöuig zum Hoirafc ernannt. Doktor Visontai, der früher Weiss iness, und aus der lrommen jüdischen (iemeirde t*yöügyös stammt, hat sich im politischen lieben Uu&arna einen bedeutenden Namen gemacht. Dr. Visontai gehöre seit seinem Eintritte in die Politik der Koa&uih-Partei an und hat sich dadurch auÜäilig gemacht, dass er »tets zum klerikalen ± lugel der Ügronisten gehörte. So verblüffte er seinerzeit aniätusüch der Debatten über die kirchenpoiitischen Gesetze duren seine Stellungnahme gegen die Zivilehe, inaem er sich der AuÜassung Apponyia und Ugrons auschloss, die gegen die obligatorische Zivilehe agitierten, interessant ist auch die weniger bekannte Tatsache, dass Dr. Visontai nach längeren persönlichen und brieflichen Unterhandlungen mit JJr. Herzi die erste Aktion behufs Begründung des Zionismus in Ungarn Jeitete und eine Zeit lang* *U Fahrer der ungarischen Zionisten galt. Bald kehrte jedoch Dr. Visontai dem Zionismus den Kucken, weil er mit dessen jüdisch-nationaler Tendenz als überzeugter hLossuthiauer in out einverstanden war. Heute gehört Visontai zu den eiuÜussreieasten Muglieuern der Acutundvierziger-Partei und ist ein intimer .Freund des Ministers nr&uz Üoaauih. Die mosaischen Speise-Gesetze bildeten den Gegenstand eines sehr interessanten Vvrtrngcz,^ den Inspektor Dr. Neum a n n W e n d c r, cm Facnmann aul dem Gebiete der Lebensmittel - 1 lygicne, in der L zernowitzer „Zephira" jüngst genauen hat. JDev \'ertragende leitete ein, üass die Hygiene wohl a.s eine ganz, junge Wissenschaft bezeichnet wird, dass ihre /.ehren jedoch uralt sind und dass insbesondere die Bibel und tue. Kommentare derselben eine Fülle von Geboten und Vorschriften enthalten, die heuie von den bedeutendsten Hygieniki-ru'als zutretteiul erkannt werden. Xu diesen ,gehören auch die S p c 1 s e g e s c t z c, wer iie der Ym nagende, in lichtvoller Weise krausen beleuchtet. Dr. \V e 11 d e r wies darauf hin, dass schon uiv.-"ältesten tiesetzgelrer und Rejigioitsstiftcr der Lebens luiUedr.igc aiic üt-sondeie .ltiJiiierkaaJjjivejt zugewendet haben, i—»i den Giiineseii, ludern, i'ci^ein und insbesondere bei den aiu;i .-Vegsj/lern i^e.-iai.v. n rar strenge Sj..-isegeset/.e. Diese galleh je,.,ich imi uif nie be\ orzugte Kaste uer l'i iester, weiche . cruioge Huer v\ii.Ni:gen I caUion sich mit besonderer vorsieht un einer ocnadigung der eigenen Gesundheit hüten mussten. List durch die ciesetzgchnng Moses wurden die Lehren dei Dvgiene v i; .:;.ge/iie//}en iiji.i uer Grund gelegt für eine Wissen scnatt, u.e noch heule u;-- ei.-,ien ».eU-nnea heschaüigt: die Sozial.ivgeeue. liiiw.-. un.,e,c b. w undei ung m hbehsteiu Aia.-.sierregen, ü.i.vs tiolz dei-.-hleus alier naiinwisseiischatthchen lveimtmsse und trotz de-, .Mangeis a/ier Udtsmhtc) \ ors« linJteu zum Schutze der Gesunuhcii erlassen u iirdeu, che mit den i 01 <!<•,"itngen <!> r modei 11.11 u■jsscns< haitlu iien 1-oischung voll siaiKii^ im i>inklang .-.1. nen. Ui. W ender erörterte eingehend die im Kommentar zur üioel^ u. zw. im» 5. Bache der Aiischna enthaltenen Xoischiitien iieireitend die Schiaclitung, die L ntei suchung der inneren < bgaiee der gev. lilachteten tiere und die Behanumng des Fleische.,, das sog Ivosehermacheii desselben. Fr wies nach, dass a/.e diese \ Urschriften zum Schutze dei lievblkerung erlassen wiimi. u, ua bei keinem anderen Nahrungstniltti die v^etalir einer 1 . ti agung von Krankheiten so gross ist, wie gerade beim!• l.-iM'h. hr. \V c 11 d e r wandte giea tu dann den Lehren -des lunnuitvii jüdischen Arztes Jlaimo: niues zu, oe.' im 12. Janrnundcrte die talmudiscbeii Speise geselle um ce,n damaligen Lriahrungen der Wissenschaft 111 j^ihJdang uiaeiue und verlas einige iatze aus nen Schriften von .Viaimonides, welche einer tnodernen Lrnahrungslehrc zur Bierde geteunen mussten. Die Versammlung folgte mit Spannung ...eu nochinteiessaiiteu und überaus lehrreichen Austunrungi.ii des, Vortragenden und spendete demselben stürmischen Iteitull, Eingesendet. |tn du vf. ^iijtliedcp des israel. Humanitäts-Vüreines zur Ausstattung heiratsfähiger Mädchen: Behufs Besprechung der Wafileo, die bei der am 22. d. ES. stattftudeudea Geueraiversammlang vorzuoehmen «lad, bitte Ich Sie um Bekanntgabe Ihrer genauen Adiesse mittelst Rorrespoadeaz-Karte Jacob Süss, Vereius'Vizepräsident. IL, Clrcusgatse 39, im Kämen des Walilkömites. Kaisci Jubiläums-Amnestie Erlass. bezüglich aller im Auslände lebenden Angehörigen O; 5t. f leii hs, Ungarns, Bosniens und der Ileivegowina, ohne 1 mer schied der Nationalität und Iv o n t e s s i o 11, welche m.i der heimatlichen Wehrpflicht üi Schwieugkeiteii gera.ten üiij, erteilen wir kost e n lose Auskunft über die von deiner kaiserlichen und kd^igiiehen Aiajestat eerfügre Amnest ic, sowie in allen die Auswanderung und Rückwanderung betreffenden Angelegenheiten. Zuschritten können in allen landesüblichen Sprachen an uns gerichtet werden. ~- Oesterreich-Ungarische K o 1 o n i a 1 g e s e 11 s c h a f t, Wien, VII., Mariahilferstrasse Nr. 48,