Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1908)
- Date
- 1908-03-13
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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tfr. li' „Neue NarionaKZeitung" Saite T. ^ppechsaal. Ein«» originelle Bewerbung. Geehrte Redaktion! Vom hiesigen Bezirksschulräte wurde für den jüdischen Religionsunterricht ein T.ehrerposten ausgeschrieben. M -hr-iv Kandidaten überreichten ihre Gesuch- und trachteten durch allerhand Protektionen dm Posten zu errei< hen. Einen Mrier'i'l' *i Einfall hatte einer der Bewerber. Herr II.. Reü-i ui~l dir-r in einer kleinen galizischen Stadt. Er .schrieb nämlich an -n Prälaten ('uomnii ki einen Brief, in welchem er der ..heiligen Kirche" Soo Kranen verspricht, falls derselbe durch s Miien Einfluss im Be-zh ksschuh ate seine Kandidatur durchsetzen wiid. Für manche Leute scheinen etwa dir \otn Propheten Micha prophezeiten seligen, friedlii hen Zeiten herang 'k»innen zu sejn: Tochter von Kultusräten a\ erden ,in <'lnisteti verheiratet und jüdische Religioii-Vhrer st -nden für Kir< hen Geld, um einen Posten zu bekommen. Vielleicht erleben wir reich, dass die Tochter eines Bürgermeisters der Stadt Wien an den Sohn eines Rabbiners verheiratet wird! Bei dieser ('.elegeuheit nui^' erw ähnt wen! m. d..ss es mit dem Reliukmsiinterrichte in den L;alizischcn Schuieit sehr schlecht best.-11t ist. Denn groWeiiteib sind di ■ l.rhrer ,n Bezug auf jüdisches . Wissen und Kenntnisse •ehr;• •> in:: be scIilaLTen. Ich kenne ejncn ReligiotisV.-hrer. der st nach d -r Absolvieruni; der Seminarmatiu a das Hebräische lts n gelernt hat. Insbesmdere sind es die jüngeren I.ehn'i. die mi! >!■••• ihrer Inkeimtnisse -+\vohl \on den Schülern als au. h •. .11 den Eltern derselben mißachtet, versj -»tt t und ahfünftes K id am Wagen b tra< liiet werden. Mit |{.-. hai htmee Bucza-z \ \ f&RRESPON&eNZCN ©cskmich-Qngapn. An« der geheimen Vorstandssitznnsr. Wien, den 11. März. (Orig.-KonO ('(»bor digeheime Vorstandssitzung vom cS. <L. M. versendet1 dir israelitische. Kultusgemeinde ein ( ommuukjtie, drm wir nachstehendes entnehmen: Im Hinlaufe befinden sich u. a. Der Erlass des k. u. k. gemeinsamen Finanz-Ministcriums mit der Bekanntgabe, das.s entsprechen 1 dem Verlange;! der Kul'.usgemeiiKP' in Hinkunft Inder .\uss< lireilmng Von Konkursen für erledigte Be amtcnstcllcn in Bosnien und Herzegowina Irnsichtlich des Geburtsnachweises nebst dem Worte „Taufschein" auch die Bezeichnung j c b u r t s z e u gn i s" augeführt werden wird. Im Präsidialberichle teilt der Präsident mit, dass in Hirschstetten, XXI. Bezirk, eine neue Religionssc'hulstation errichtet wurde und dass der Unterricht an derselben bereits begonnen hat. Pem Vertreter im Bezirksschulräte, Dr. Markte Spitzer, wird! für seine erfolgreiche Ip.terventi >n in dieser Angelegenheit der "Dank ausgesprochen. Ein vom Kultus\ orsteher Simon und (>cn sen gestellter Antrag betreffend den seil lange drin gend geforderten Bau eines neuen Trmprls und eines Administrationsgebäudes drr Kultusgemeinde v.ird dem für diese Angelegenheit eingesetzten K>m;?ee zur dringlichen Behandlung überwiesen, < \ a , endlich! \ Dem Vereine Lucina" zur Errichtung v:m Heimstätten für Wöchnerinnen wird nebst der alljährlichen Subvention eine einmaliger Beitrag zur Errichtung eines neuen Heimes anlässlich des Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers bewilligt. (Wieviel? Ist das ein Geheimnis? Anmerkung der Redaktion.) - Das vom Religionslehrer-Verein „Esra" revidierte und herausgegebene Gebetbuch ,,Siddur Kol- Jakob" wird für den Enterrichtsgebrauch an .Volks¬ und Bürgerschulen zulässig erklärt. Zugleich wird ausgesprochen, dass die Frage der Beistellung eines hebräischen Gebetbuches mit deutscher lieber- Setzung für die Jiigcnd neuerlich in Beratung zu ziehen sei. Die mit dem Vereine zur Krankenpflege und Enterstützung handlungsangehöriger Israeliten getroffenen neuen Vereinbarungen betreffend die Verpflegung von Mitgliedern desselben im Spitale der Kultusgemeinde werden viit der Geltungsdauer ab 1. April 1908 genehmigt. i Dpp israelitische Ansstattnnc«-Verein. Der Kultusvorstand hat sich in dieser vertrau-' liehen Sitzung au< Ii mit den v »n uns beleuchteten Praktiken obigen Vereines beschäftigt. Auf Grund der in unserem Blatte veröffentlichten Mitteilungen hat sich auch der Vorstand zu einer Stellungnahme veranlasst ev-elmn. Er fasste nun nachstehenden Bcschlus>- ..Eeber mehrfache an den Kultusv ors^ ind gerichtete Beschwerden geg-.-n dir Gebarung in emem konfessionellen Vereine, \ on dessen Bestand die Kuh.ti--;emeinde erst kürzlich erfuhr, sind die erhobenen Anstände der k. k. S r n 1t h a 1 r e r e i als V e r e i n s b e h ö r d e zur Kenntnis zu bringen." Die k «seh eren Sei eh waren — nicht smtit. ko«tch*»r! Es fängt schon an geradezu verdächtig zu werdrn. warum drr Vorstand die Frage der koscheren Selchwaren seit "Monaten von einer Sitzung auf die endete vertagt. Bald ist das Gutachten noch' nicht fertig, bald ist die Zeit vorgeschritten,, bald gibt es gar keinen Grund. Es macht unbedingt den Eindruck, .als ob nicht nur die Zusammensetzung der Koscherwürste, sondern auch ihre rituelle Zubereitung das Tageslicht nicht vertragen würde. Und wirklich erhält sich sehr beharrlich das Gerücht, dass die koscheren Würste in einer Art zubereitet werden, d e r rituell unzulässig i s t. . . . Der Vorstand aber schweigt un l gibt über den Stand der Wütstelfrage nythisrhe Eutin, iationen von sich. Die letzte lautet: ,,Eeber die Frage der Errichtung einer unter der Aufsicht des Rabbinates der Kultusgemeinde stehenden Koscher - Selchwaren - Fabrik entwickelt sich eine längere Debatte. Die Beschlussfassung über diese Angelegenheit wird vertagt." (Bis wann?) Pfl«nznn<rs-Verevn PMHstina. Wien. Wir erhalten von Herrn Professor O. Warburg in Berlin, als Obmann des Pflanzungs- Vereines Palästina", ein ausführliches Gommunique, dem wir nachstehendes entnehmen : Zweck des Vereines. Dieser erst im fahre 1906 mit dem Sitze in Berlin begründete Verein verdankt seine Entstehung de r her\ura^enden KignunK Palästinas für Gartenwirtschaft und Baumpflanzun^on ('Orangen. Oliven, Mandeln. Rosinen. Aprikosen. Feigen. Zitronen. Kthrogim ot<\) und den bisher in Palästina erzielten k;»I »nisate-fgehrn Erfolgen. Ter < Grundgedanke des Vereines i:,t einer alt ti jü<hsehen Tradition entlehnt, wemaeh ein jeder Jude Besitzer e i n e s F r u e Ii t g a r t e n s im h e i! i g «• n 1. a n d e \v erde n s 11 1 1. .-\ks Minimum, gjlt ein tu ptlan/.te.s I) inani Fatid il/li hu) im Werte \ »n Mk. So. —. w.eleher Betrag aiph in 12jährigen Raten entnehmt werden kann. .Jedes Mitglied wird als lebenslänglicher Eigentümer vincr Parzelle' Fand in das Vereinsbueh eingeschrieben und erhält als Xntzniessung seines Grundstückes alljährlich an Stelle einer Dividende eine Palästinagabe in Gestalt einer Sendung von Früchten wler anderen Erzeugnissen des Landes,