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Neue Nationalzeitung · 1908-02-21 · Heft 8 (21.2.1908) · p. Seite 7

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 8 (21.2.1908)
Date
1908-02-21
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 8: „Neue Natimml-Zeitung" Seite 7. er sich 'plötzlich von diesen als Makler inissbrauchen lässt. Sollte da die mehrjährige Mitgliedersehaft im Wiener Kultusvorstande den ehemiligen ..Kronprinzen" der Partei der hiesigen Kali ikiique so nahe gebracht haben? ' Das zionistische Partei - Organ ,,Wschod" veröffentlicht über die Mission des Herrn Marmorek nachstehendes Comnuinique: Ueber Wunsch mehrerer Persönlichkeiten der jüdischen Landes-Organis:it:.>n, hat Herr Bau rat Oskar Marmorek, tler zufällig in Lemberg v. eilt. die hervorragenden Mitglieder dieser Organisation sowie die Mitglieder des zionistischen Zentral-Komitecs zu sich ins Hotel George zwecks Besprechung eingeladen, ob "nicht eine Milderung des Kampfes'zwischen den beiden feindlichen Lagern möglich wäre. Die Zionisten beschlossen, die Einladung* nicht abzulehnen, und zwar sowohl aus Gründen der Courtoisie, als auch, lim dem Vorwurf zu entgehen, als nh sie einen rücksichtslosen Kampf innerhalb der Judenschaft führen \vollten und um einmal alle ihre Beschwerden in Gegenwart von Vertretern der gegnerischen Partei vorbringen zu können. In der -Konferenz zeigte es sich jedoch — was übrigens die zionistischen Vertreter von vornherein wussten — dass nicht bloss jede -Möglichkeit einer gemeinsamen Arbeit, sondern selbst eine geistige Annäherung der Repräsentanten so diametraler Welt - anschauungen ausgeschlossen is t." Das hätte Herr Marmorek auch wissen können. Immerhin bleibt es aber noch unaufgeklärt, warum sich Herr Marmorek aus Wien in den Dienst "unserer Kahalclique gestellt hat. Installation d*»s nen*»n Rabbiners. Graz, den 16. Februar (Orig.-Korr.) Heute fand im hiesigen Tempel die feierliche Einführung des an Stelle des verstorbenen Rabb. Dr Mühsam berufenen Dr. David Herzog" aus Prasr statt. Der Feier wohnten zahlreiche vornehme Gäste bei. D^r Landeshauptmann Graf A 11 e m s, Korpskommandant F.-M. L. v. P o t i o r e k, Oberlandesgerichtspräsident Dr. R. v. P i t r e i c h, Bürgermeister Dr. Gr a f. Oberstaatsanwalt Hofrat Amschl, Polzeidirekf or R. v. Weyda, Stattbaltereirafc Freiherr v. Camerland in Vertretung des Statthalters u. v. A. Ferner sah man Abordnungen der Kultusgemeinden Klagenfurt, Leoben, Judenburg. Nach Absingung eines Liedes, das vom Tempelchor vollendet zum Vortrage gebracht wurde, begrüsste der Präses der Grazer Kultusgemeinde, Herr Bill er den neuen Rabbiner, welcher hierauf seine Antrittsrede hielt. Ein Chorgesang und Gebet bildete den Abschluss des Festes. Ein Bezalel-Abend. Czernowitz, Mitte Februar. (Orig.-Korr.) Samstag den 8. d. M. fand im Musikvereinssaale ein von der akademischen Verbindung „Hasmonaea" veranstalteter Bezalel-Abend statt. Ausser einem musikalisch-deklamatorischen Teil waren - Vorträge von Prof. Siegmund Bromberg (Lemberg), fiaurat Oskar Marmorek (Wien) und Universitäts- Professor Dr. Leon Kellner als Programmspunkte aufgenommen. Dieses schöne Programm bewirkte, dass der Musikvereinssaal bis |auf das letzte Plätzchen ausverkauft war. Logen und Sitze waren schon zuvor vergriffen. Hunderte von Personen strömten zum Musikvereinssaal© und konnten, da keine Karte mehr zu vergeben war, nioht mehr Einlass finden. Selbst der Musikbalkon war von Zuschauern besetzt. Das Publikum rekrutierte sich aus allen Gesellschaftskreisen, ohne Rücksicht auf Stand und Parteizugehörigkeit. Man sah den grössten Teil der jüdischen Intelligenz, neben Kaufleuteu und Arbeitern, sämtliche jüdisch-nationale akademischen Verbindungen und sonstige zionistischen Vereine, Vertreter aus der Provinz und viele Kunstfreunde, letztere deswegen vornehmlich, weil die Veranstaltung der Kunstgewerbeschule „Bezalel" galt, einer Institution, die von Jedermann gefördert zu werden verdient. Die „Hasmonaea" hat nicht nur für ein glänzendes Programm vorgesorgt, sie führte auch die Regie vortrefflich. Nach einer warmen Begrüssungsansprache des Senior der „Hasmonaea" cand. jur. Arie sprach Prof. Bromberg. „Ueber die Bedeutung der Kunst im jüdischen Volksleben." Eine trocken wissenschaftliche Darstellung, frei von jeder tendenziösen Färbung. Dieser Vortrag fand starken Beifall. Beim nächsten Programmpunkt Bethoven- Sonate F-dur brillierten jur. Pacht (Violine) uud Frl. Ehrlich (Klavier). Beide Mitwirkende ernteten für ibr herr iches Spiel das alle Zuhörer entzückte, stürmischen Beifall. Dann hielt Baurat Marmorek eine Agitationsrede. Nach Herrn Marmorek brachte der prächtige Baritonsänger unseres Stadftheaters Herr Tauber, begleitet vom ersten Kapellmeister Mohn, einige Lieder, darunter auch von Brüll zum Vortrage. Regisseur Paul Hubl rezitierte Gedichte von Morris Rosenfeld und fand jubelnden Beifall. Zum Schlüsse kam der Glanzpunkt des Abends. Die Rede des Univers.-Professors Dr. Leon Kellner. Es war eine geistvolle Plauderei, die wie in einer zwanglosen Debatte vorgetragen, das Publikum begeisterte. Nach Schluss des Bezalel-Abends fand im „Schwarzen Adler" ein Kommers der „Hasmonaea" zu Ehren der drei Mitwirkenden Professoren, Prof. Bromberg, Baurat Marmorek und Prof. Kellner statt, bei welchem dieselben, sowie namens der „Hasmonaea" cand. jur. Bäum er und Dr. Mayer Ebner sprachen. Abg. Dr. Strancher in Radautz Radautz. Ueber Einladung der Jüdisch-Nationa" len und Zionisten von Radautz kam Abg. Doktor Straucher in Begleitung mehrerer Freunde Und Parteigenossen am Sonntag den 9. d. M. hier an. Der Obmann des Komitess, Herr Dr. B i e r e r, begrüsste Dr. Straucher auf das wärmste und herzlichste, ebenso die Obmänner mehrerer jüdischnationaler uud zionistischer Vereine, sowie die jüdischen Mädchen- und Frauen vereine. Nachmittags 4 Uhr fand im städtischen Schützensaale eine grosse Volksversammlung statt; es dürften weit mehr als 2500 Personen anwesend gewesen sein. Nach Eröffnung der Versammlung und lebhafter Begrüssung des Abg. Dr. Straucher durch den Vorsitzenden, Herrn Dr. B i e r e r, sprach Herr Dr. Straucher fast anderthalb Siunden über die jüdisch-nationale Organisation und die Tätigkeit des jüdischen Klubs im Abgeordnetenhause. Die Ausführungen Dr. Strauchers fanden allgemeine Zustimmung und grossen Beifall. Abends 9 Uhr fand im „Hotel Paris" ein Kommers statt, und war der grosse Saal ganz voll Der Kommers gestaltete sich grossartig. Dr Straucher war Gegenstand erhebender Ovationen

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