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Neue Nationalzeitung · 1908-02-14 · Heft 7 (14.2.1908) · p. Seite 10

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 7 (14.2.1908)
Date
1908-02-14
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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f Seite 10. „Neue National-Zeitung'1 jfo j,t der akademischen Kreise stehend, es zu einem grossen Rufe in ihrer Wissenschaft gebracht haben. Nach vollendeten wissen schaftlichen Vorbereitungen trat Israel 1873 als Langenbecks Assistent in das jüdische Krankenhaus ein, um dann nach einigen Jahren der Nachfolger seines weltberühmten Meisters zu werden. Nun waltet er bereits seit 28 Jahren dieses Amtes, und unter seiner Leitung gedieh die chirurgische Abteilung des jüdischen Krankenhauses zu einer nie geahnten Blüte empor. Im Laufe der Zeit ist James Israel in die Reihe der führenden Chirurgen Deutschlands getreten. Sein Name erfreut sich höchster Achtung bei seinen Fachgenossen und seine Ansicht gilt viel im Rate der Kollegen. Gewisse Zweige der Operationstechnik, so namentlich die Nierenchirurgie, verdanken ihm besonders viel, und steht sein Buch über „Nierenchirurgie" bei allen Medizinern in hoher Wertschätzung. Mit hoher Genugtuung darf James Israel auf seine erfolgreichen wissenschaftlichen Arbeiten zurückblicken. — Zur Feier des Tages haben seine Assistenten eine Fcstnummer in der ,,Berliner Klinischen Wochenschrift" zusammengestellt. Die sieben jüdischen Abgeordneten im preussischen Landtag haben zur Polen vorläge vollständig geschwiegen. Ks kursiert über diese Herren nachstehendes Gedicht. Sieben Juden sitzen im Parlament. Das man den preussischen Landtag nennt, —- Sieben Juden. Sie kämpfen, ein tiutzig Mannesgeschlecht, Für Freiheit, für Wahrheit, für Ehre und Recht; Wer nicht an ihre Courage glaubt, Den schlagen mit Worten sie aufs Haupt -■ Sieben Juden. Ja, hochgcprieüon Mannesgeschlecht -- Für Freiheit kämpfst du. für Wahrheit und Recht. Dass Nacht und Dunkel zerstieben. Und doch ihr Juden im Parlament, Ihr Sieben, deren Namen man nennt. Wir gehen mit euch zu Gericht: Für die eigenen Brüder kämpft ihr nicht! Warum nicht? Warum nicht, ihr Sieben? Zeitschriften-Rundschau. Nietzsche über die Juden. Ein bisher unbekanntes Manuskript Nietzsches veröffentlicht die „Wiener Zeitschrift für Musik". Wir finden darin einige sehr bemerkenswerte Aussprüche des grossen Philosophen über die Juden: ,.Die Tschandala sind obenauf; voran die Jude n. Die Juden sind im unsicheren Europa die stärkste Rasse; denn sie sind dem Rest durch die Länge ihrer Entwicklung überlegen. Ihre Organisation setzt ein reicheres Werden, eine gefährlichere Laufbahn, eine grössere Zahl vor» Stufen voraus, als alle anderen Völker aufweisen können. Jud' ist beinah eine Formel für Uebcrlegenheit. - - Eine Rasse wie sonst irgend ein organisches Gebilde kann nur wachsen oder zugrunde gehen; es gibt keinen Stillstand. Eine Rasse, die nicht zugrunde gegangen ist, ist eine Rasse, die in einemfort gewachsen ist. Wachsen hejsst vollkommen weiden. Die Dauer, im Dasein einer Rasse entscheidet mit Notwendigkeit über die Höhe ihrer Entwicklung: die älteste muss die höchste sein. — Die Juden sind im unbedingten Sinne gescheit; einem Juden zu begegnen kann eine Wohltat sein. Man ist übrigens nicht ungestraft gescheit; man hat damit leicht die anderen) gegen sich. Aber der grosse Vorteil bleibt doch dem Gescheiten. — Die Juden allein haben im modernen Europa an die supremste Form der Geistigkeit gestreift: das ist die geniale Buffonerie. Mit Offenbach, mit Heinrich Heine ist die Potenz der europäischen Kultur wirklich überboten: in dieser Weise steht es den anderen Rassen noch nicht frei, Geist zu haben." Grundlage aller modernen Kultur, geleistet hat — und was bleibt;" übrig? Ein Gefäss ohne Inhalt, ein Rahmen ohne Bild. Das jüdische Volk ohne se'me Religion ist nichts und hat keine' Existenzberechtigung. Will das jüdische Volk nur eine Nation ohne Religion sein, so sind die Völker, unter denen es lebt, im Recht, wenn sie seine absolute Assimilation verlangen. Wenn der Herr Abgeordnete die Ethik den jüdischen Bibel verteidigt hätte, wäre er beschuldigt worden, ert sei jüdisch-klerikal. Wer soll in einem solchen Falle im Parlamente die angegriffene jüdische Lehre verteidigen?" Hiezu bemerkt das offizielle zionistische Organ für Ungarn „Allg. Jüd. Rundschau": „Wir stehen der zionistischen Bewegung durchaus freundschaftlich gegenüber, was uns aber keineswegs hindern darf, offen auszusprechen, dass der jüdische Nationalismus, von der jüdischen Religion losgetrennt, weder lebensfähig noch existenz berechtigt ist." # * * 1 ,;; Die Wahl eines Juden zum Bürgermeister von Rom beschäftigt noch immer die Weltpresse. Das letzte Heft des „März" widmet derselben eine eingehende Betrachtung. Von der Geschichte der Juden in Rom unter den Päpsten ausgehend, gelangt er zu den beiden letzten Herrschern im Vatikan, deren Stellung gegenüber den Juden er wie folgt beschreibt : „Leo XIII. Pecci war lange Zeit als Antisemit verschrien. Die Abweisung, die er Madame Dreyfus zuteil werden liess, muss schroff genannt werden. Dagegen verdient ein auf Dr. Lueger in Wien gemünztes Wort dieses diplomatischen Papstes bekannt zu werden. Dr. Lueger hiess damals noch nicht der allmächtige Bürgermeister von Wien, sondern galt als politische Mauserungsfigur von der Demokratie zur christlich-sozialen Partei. Als nun Dr. Lueger damals dem Kongress der Katholiken Oesterreichs präsidierte, wurde ihm die energische Betonung der Rechte, der Freiheiten und der souveränen Ünabnängigkeit des Heiligen Stuhles durch den päpstlichen Nuntius ans Herz gelegt und. die Drohung beigefügt, dass bei Unterlassung einer geharnischten Resolution zugunsten des wiederherzustellenden Kirchenstaates der Papst niemals die Intentionen derjenigen zu segnen vermöge, welche die Religion zu einer Waffe im brudermörderischen Kriege machten. „Fratricida" lautete der Ausdruck, womit Leo damals das Treiben der Lueger-Partei belegte. Pius X. Sarto musste als Kaplan von Tombolo mit dreissig Franken Monatsgehalt sich und seine älteste Schwester durchbringen; da taten ihm die Nebeneinnahmen wohl, die er durch Privatunterricht in einer jüdischen Familie verdiente, welche regelmässig in der Mark Treviso ihre Sommerfrische genoss. Später als Pfarrer von Salzano schloss Pabst Sarto eine intime Freundschaft mit dem Abgeordneten Leone Romahin Jacur, der sich durch seine rastlosen Bemühungen Jfür die Kanal- und Wasserbauanlagen in der Po-Ebene und für die Verbindung des Langensees mit Mailand und Venedig bleibende Verdienste erworben hat. Kaum hatte nun Papst Pius X. von dem glänzenden Siege des antiklerikalen Blocks bei den Gemeindewahlen Roms Kenntnis erhalten, als er bei seiner Vorliebe für parteitaktische Mächeleien sofort ein grosses Tier der schwarzen Welt in sein Gespräch zog und fragte, wer wohl die grössten Aussichten als Bürgermeister habe, einer der fünf Universitätsprofessoren oder ein hoher Ministerialbeamter. „Heiligkeit — das modernste und zugkräftigste Programm hat Nathan; er will aus Rom eine schöne, gesunde und billige Weltstadt machen; Reformen an allen Ecken und Enden." „Dieser Nathan ist ein Organisationstalent! Wenn er kein Freimaurer wäre, schiene er mir besser als alle anderen." „Aber. Heiliger Vater, bedenken Sie doch, er ist ein Jude!" „Ja, das schon", so schloss Pius das Gespräch, „aber er ist ein Ehrenmann." Mit diesem Urteil des Papstes gehen denn auch alle Römer einig." Die „Deutsche Israelitische Zeitung" in Regensburg greift den Abgeordneten Dr. M a h 1 e r sehr heftig an, weil er in seiner Parlamentsrede die jüdisch-nationale Partei gegen den Vorwurf des Klerikalismus verteidigte. Das Blatt meint: „Hier muss zugesetzt werden, was Herr Dr. Mahler ausgelassen hat: Nehmen sie dem jüdischen Volke seine Thora, seine religiöse Literatur, nehmen Sic ihm das, was es der Welt durch den Monotheismus, durch seine religiöse Ethik gegeben, was es ihr durch Ueberlicferung des Dekalogs, der Unter dem Titel „Serubabel" erscheint seit 1, d. M, eine neue der Palästina-Propaganda gewidmete jiddische Monatsschrift in Lemberg. Als Redakteur fungiert Dr. Samuel Rappaport. Sehr beachtenswert ist der Artikel von J. Schneider über „Das jüdische Proletariat und die Arbeit in Palästina", Den Umschlag ziert eine sehr sinnreiche Illustration,

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