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Neue Nationalzeitung · 1908-02-07 · Heft 6 (7.2.1908) · p. Seite 9

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 6 (7.2.1908)
Date
1908-02-07
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. Ö. „Neue National-Zeitimg" Seite 9. Der Kriegsminister für jüdische Brigaden. Mr. II a 1 d a n e, der mit Hochrufen empfanden wurde, erwähnt, dass er vor allem zu sagen wünsche, welch' grosses persönliches Vergnügen es ihm bereite, bei der Eröffnung des Schiessplatzes anwesend zu sein. Kr befinde sich unter den Mitgliedern einer Gemeinde, welcher einige seiner iiitesten und besten Freunde angehören, und für welche er immer grosse Verehrung gehabt habe. Der öffentliche Geist dieser Demeinde habe Verschiedenes hervorgebracht, wovon er heute mit Befriedigung Zeuge gewesen war. In einer grossen Stadt, wo die Wohnungen des Volkes nicht so sind, wie man wünschen sollte, wo es notwendigerweise grosses Elend und viel Armut gebe, waren diese Männer bereit, diesen Knaben, den Söhnen armer Eltern, die sonst keine Aussicht hatten, ihren Kindern das zu bieten, was für sie getan wurde, zu ihrer Fähigkeit für zukünftige Lebensarbeit 50 Prozent hinzuzufügen. (Hochrufe.,! Er spreche nicht als Kriegsminister, er spreche aber als einer, der sich eifrigst für die Ausbildung der lungen int t -ssier ■ Er denke, dass über die Arbeiten der Knabenbrigaden in diesem Lande eine grosse Portion Ignoranz herrsche. Diese Ignoranz würde zerstört werden, wenn viel solcher Arbeit getan würde, wie die jüdische Knabenbrigade vollbringe. Die Knab-n haben ihr physisches Leben entwickelt, an Gestalt gewonnen und durc h die Lehmigen, die sie sahen, Geschmeidigkeit erworben. Der militärische Teil sei nur eine Stufe, die sich auf der anderen aufbaue. Die erste und Hauptsiufe sei die körperliche Ausbildung. Mr. Haidane deutete darauf hin. dass die Brigade, wenn sie auch nicht als Militärorganisation gedacht sei, dennoch ein Material heranbilde, das für die Vereinigungen der neuen Territorial-Armee v o n g r o s s e r B e d e u t u n g sein könne. In diesem Momente erhoben sich im Hintergrunde des Saales zwei Damen und begannen für das Frauenwahlrecht zu agitieren. Sie wurden von zwei Unteroffizieren höflich zur Türe eskortiert. Mr. Haidane, welcher die Szene mit geduldig-resignierter Miene beobachtet hatte, charakterisierte die Unterbrechung als ,,irrelevant und lästig". Seine Rede fortsetzend, sagte er. dass man das moralische und intellektuelle Leben nicht vom physischen trennen könne. Ein gesunder Geist verlange einen gesunden Körper, und weil es der Zweck der Brigade sei. körperlich gesunde Knaben heranzubilden, blicke er mit Vertrauen und Hoffnung auf die neue Generation, welche aus ihr hervorgeht. 'Hochrufe.) Parlamentsmitglied und justizrat 1 s a a c s. sowie die Staabsoffiziere H a I 1 e n s t e i n dankten dem Kriegsminister und allen Anwesenden. Mr. Haldane ergriff noch einmal das Wort, um zu versichern, welch' grosses Vergnügen es ihm bereitet habe, dem feierlichen Akte beizuwohnen. Vielleicht könnten die berufenen Faktoren am Kontinente aus diesem Ereignis die Anregung schöpfen, auch in ihren Gemeinden die schöne Institution der Knabenbrigaden ein/u führen. Russlatid. Der Verzweiflungskampf der Assimilanten. Warschau, den 2. Februar (Orig. Korr.) Ich habe Ihnen bereits berichtet, dass die Polen mos. Konfession bei den letzten Kultuswahlen die Majorität verloren haben und ihr Führer Prof. Dickstein unterlegen ist. Die Herren drohten anfangs, ihre Mandate . niederzulegen. Nun sind sie davon abgekommen; doch möchten sie mit allen Mitteln für Dickstein, welcher erster Ersatzmann ist, Platz machen. Zu diesem Zwecke appellieren sie an alle orthodoxen Rabbiner, dass ein Orthodoxer zu Gunsten Dicksteins zurücktrete, während es nahe liegen würde, dass sich aus ihrer Reihe jemand opfert. Ihre Bemühungen sind vorläufig erfolglos, der Rabbi von Lodz hat jede erbetene Intervention abgelehnt. Nun werden sie wahrscheinlich doch demissionieren und beim General-Gouverneur Hilfe suchen, damit die nächsten Wahlen anders ausfallen. Es geht nicht über waschechte Polen mosaischer Konfession. Die Leutchen sind eben überall gleiche XJmiiiiJtfe Staaten. Bernard Felsenthal. Chicago. Am \z. I.inner hat die amerikanische Juden^chaft eine ihrer markantesten und h -deutend-fn I'er-onlj. hkeiteu verloren: Kernard E e 1 s e n t Ii a I. ein«: der kraftvollsten de stalten der amerikanischen Kablnn-r ,st 10 Tag nach seinem S'6 Geburtslage verschieden. Xu Münchsweiler im Rheinis. h.-n I' ce:n am j Jänm r geboren, war er ursprünglich für die kaufmännisch- Laufbahn bestimmt. Er b< -su< In.- di- <;.-a -ro.-- e. ,1in Kaise; lautern und dann die technische Hochschule zu München. Doch eignete er sich nicht hie/u. Im fahre 1S^ 4 kam FeKenlha! nach Amerika, freunde gaben ihm den Kat. sieh der uei-t liehen Karriere zuzuw endmi. und .,0 kam er nach Madison. Ind. wo et dldortige kleine jüdis. he Gemeinde verwaltete. Drei lahre später wendet.- er sieh uied-r von dem geistliche,, Berufe ab und ging na« h < "hi. ago. wo er in ein Bankhaus eintrat. Die Keformheuegung nahte, damais gr«>— Dimensionen an und Eelseuthai war "einer ihrer ,li u-i-n Vorkämpfer Es wurde eine Krfori,.g-ei;.. h;,ft gegründet, welche sich später zur Sinai Kongreg.nion ( n:wVkehe. deren Rabbi. 1-Yls-ntha! im Jahre 1N01 wurd'e. Drei Jahre später wies er seine Wiederwahl zurück, weil ihm die Bedingungen nicht passten und wurde Rabbi der Zmn-Kongregation. wo er bis zur I Vn-,on,erunim Jahre iSS; blieb. Von seinen Schriften lieben wir hervor: ..Jüdisches Schulwesen in Amerika". ..Zur I'roselytenfrage im Judentum" etc. Der Verstorbene gehörte der zionistischen Partei an und war Ehren \"i/eprases des amerikanischen Zions Verbandes. GEMEiNS>e=UNt> veRekNiNGtoRiCMW Wien. :liidis, 1,,. T.,v nbee Dalle .\\\. Herk! o t , ga ss e 1 ..V 01. M a r 1 a l h < v e . 1 a b 1 s zu in jüngsten Katholikentag" mm:, e Herr Oberlehrer Riesen feld seinen am 1. d. M. \ >r •m-m \ erständnisinnigen Publikum al>ge!ialtetien Vortrag, m welchem er im Rahmen der (lex Lichte der m ue-tei, /. a grelle Streiflichter auf die jeweilige Lage d luden ia den einzelnen europäischen Staaten warf und das \Wn!oi de, ,,modernen" Antisemitismus schilderte. Di.- AiHuhrcngeti Ries e n f e 1 d's gipfelten in der beachtenswerten Anregung, den Katholikentagen auch „Judentage" entgegenzusetlien. auf welchen die jüdischen Karyphaeti in' Politik" Kunst. Wissenschaft für die Ehre und die Rechte tles angestammten Glaubens einzutreten hätten. Begeisterter Bcifali lohnte diemit zahlreichen Apercus gewürzten Darlegungen. Den musika.lischen Teil des Abends besorgte Elerr lng. Erit/ B a s s, der auf dem Klaviere in Eorm einer I'hantasie eigene mit vielem Beifall aufgenommene Kompositionen zum Besten gab. Die Vortragsabende finden im gn.--s.-n Saale des ..Kinderhortes" jeden Samstag, abends, statt. Beginn halb 8 Chr. Am 8 d. M spricht der Pias,deIlt der "i ovnbee llallen. Herr 1 >r. S a m u e I y, über ..Die iili.^i e Kult u r". Sodann Konzert. Eur den 15. d. M. ist ein grosses Konzert ins Programm genommen, bei welchem di- Pianistin Erl. Josefine Rothens tein. Konzertsangenn Erl. Kinmy Heim, sowie Violinistin Erl. Erna S a m u e 1 \ und Pianistin Erl. Grete S a m u e 1 y mitw irken. Wien. Der Verein iiidiv her .Maddie,, ..Mirjam" veranstaltet am Donnerstag d-n 1;. Leitmar d. I. im Festsaale des Hotel Lnion. L\\. \'u-sd..rferstrasse 23, .Haltestelle der Tramway eine Akademie. Karten sind zu haben: Eamihenkarten ,3 Personen K;,.o:. Eint) ittskarten K 1.02. Studentenkarten 62 h 2 Heller zugunsten jüd. N im Gab' ALiricnbrücke. Cafe Stefanie JE, Stefaniestrasse 2. Brünn. Der Verein zionistischer I landelsangestellter ,.E m u n a h" macht iüdi-e h- Kauii-ute. Eabrikanten. Hand werker, di- Personal benötigen, aul die Stell.-m e, minhuie s abteilung des Vereines, Brunn. Adlergasse 9, aufmerksam. Budapest. I sraiditisch-Engaris c h e Lite r a rische Gesellschaft.- Die Gesellschaft hielt am 30. Jänner unter grosser Teilnahme eine ausserordentliche de-

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