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Neue Nationalzeitung · 1908-01-31 · Heft 5 (31.1.1908) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 5 (31.1.1908)
Date
1908-01-31
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr; 5 »Neue National-Zeitung« Sehe 7 Wir hoffen, dass unsere europäischen Glaubensgenossen von dieser Gelegenheit Gebrauch machen werden, um dadurch für das Aufblühen des Handels und der Industrie in Palästina beizutragen. Einstweilen muss man sich mit Bestellungen direkt an die Gesellschaft in Jerusalem wenden; es wird aber gehofft, dass Lagerplätze in allen grösseren Orten Europas, geöffnet werden, falls unsere Glaubensgenossen die Werke der Gesellschaft würdigen sollen. Die Kodesch Mikodesch-Abteilung lässt sich einen kleinen Profit für ihre Mühe zahlen und auch dieser Profit wird zur Erreichung des Zieles der Gesellschaft Bnei Jehuda verwendet, nämlich: Dem Aufblühen des Handels und der Industrie im hl. Lande. Afrika. Kommandant Isaac Levy. Tunis. Kommandant Isaac Levy, Haupt- Interpret der französischen Armee, in Tunis, ist am 15. Jänner, nach langer Krankheit, im Alter von 57 Jahren, gestorben. Er war nicht nur ein ausgezeichneter Offizier, sondern auch ein wohltätiger und gläubiger Jude. Man konnte ihn jeden Tag frühmorgens mit Tales und Tephillen unter dem Arm die schmalen Strassen des Judenviertels auf dem Wege zur alten Synagoge durchschreiten sehen. Als er jüngst einen Sohn verlor, schrieb Kommandant Levy eigenhändig — denn er war ein tüchtiger Schriftgelehrter — eine Sefer Torah für das Seelenheil des Dahingeschiedenen und er war gewohnt, jede Woche einen Abschnitt daraus zu lesen. Er war Offizier der Ehrenlegion und Kommandeur verschiedener tunesischer und fremder Orden. Er hat sich in den algerischen urd tunesischen Kämpfen aufs glänzendste bewährt und hat im Jahre 1870 am Kriege gegen Deutschland teilgenommen Beim Leichenbegängniss waren über 10.000 Personen anwesend: Juden und Fremde, besonders aber militärische Elemente. Die militärischen Ehren wurden von einem Regiment Tirailleurs, das mit Fahnen und Musik ausgerückt war, unter dem Befehle ihres Obersten, erwiesen. Unter den Anwesensenden sah man den französischen Minister-Residenten, den General Herson, welcher die Okkupations- Armee kommandiert, mit seinem Stab, den Ober- Rabbiner, die Minister und andere hohe Beamte Sr. Hoheit des Beys. Auf dem Friedhof hielten General Herson und andere Offiziere Leichenreden, in welchen sie in ergreifenden Worten die ruhmvolle Karriere Kommandant Lev y's schilderten. Der Verstorbene erfreute sich in Tunis so grosser Popularität dass sein Tod überall errossen Eindruck hervorrief. Sämtliche Geschäfte der Stadt waren zum Zeichen der Trauer an diesem Tage geschlossen. Amerika. Der Bürgermeister von Galveston an die Juden. Galveston. Der hiesige Bürgermeister Mr. H.Landes, welcher dem ersten Schub von 11 o-Emigranten einen so herzlichen Empfang bereitet hat, veröffentlicht in der New Yorker „Federafion Review", dem Organ der Anti-Exclusionislen, einen h>'hinle/essariten Brief, in welchem er sagt: „Es war mir ein Vergnügen, solchen Leuten Willkomm zu bieten, deren heimatliche Zustünde keine andere Zukunft hatten als eine nackte, karge Existenz ohne Hoffnung auf persönliche Freiheit oder Genuas. Es war eine glü «.kliche Wahl, dass sie Texas zu ihrer Heimat erkoren, denn hier ist es für jedermann möglich, bald vorwärts zu kommen und glücklich und zufrieden zu werden. Die Gelegenheit hierzu wird Ihnen unter einer Bedingung bereitwillig geboten, dass sie fleissige, ehrliche und das Gesetz respektierende Bürger werden, die sich unseren Gesetzen in jeder Beziehung anpassen. Unter diesen Bedingungen ladet Texas die Tausende aus jenen übervölkerten Ländern ein, zu kommen, eine Heimat zu finden und überdies treue Mitglieder unseres Staates zu werden". G£MEiNU£=UN& VSRCkNSNÄlfifttUWW Wien. Am 5, Februar, 8 Uhr abends, findet in der „Urania«, I. Wollzeile 24, der I. Künstler-Abend des Mädchen- und Frauen-Vereines „Krankenbesuch* (Bikur Chaulim) unter freundlicher Mitwirkung der k. k. Hofburgschauspielerin Frl. Lia Rosen, sowie des Herrn Ferdinand Gregori, Mitglied des k. k. Holburgtheaters, statt. Da sich für diese vornehme Veranstaltung sehr reges Interesse kundgibt und keine weiteren Einladungen ergeben, werden diop. t. Mitglieder höflich aufmerksam gemacht, sich rechtzeitig für Sitze vormerken zu wollen. Karten ä K 10 -, 5—, 4.—, 3 —, 2.—. 1.— erhältlich bei: Lea B o n d i. IL Unt. Angartenstr»sse 38, Telephon 22.1*7 — Betli Leu cht mann. II. Stefaniestrasse 10, Telephon 16.736 — Musikalienhandlung Hugo Knepler, I. Hafrsburgergasse 2, Telefon 3103 und beim Komitee. — Wien. Der akademische Verein »Jüdische Kultur* veranstaltet Samstag den 1. Februar 190R beim .Goldenen Widder« (Tahorstrasse 36) eine T r a u e r f e i e r für den verstorbenen jüdischen dichter und Begründer der jüdischen Volksbühne Abraham Goldfaden. Beginn 8 Uhr abends, E i ntritt frei. Wien. Der Israelitische Religionslehrer-Verein ,B s r a* veranstaltet S o n n t a er. den 9 Februar d. J.. 7 Uhr abrnds, in der Religionsschule der Knltuspemeinde. I.. Seitenstetfenjrasse 2. einen Vortragsabend. Herr Rabbiner Dr. M. R os e> mann wird über .Die jüdisch-aramäi«rhen Papyrifundein Assuan und Elephantine und deren Bedeutung für die Bibelkunde" sprechen. Gäste herzlichst willkororren. Wien. Zu der am 5. Februar in den Soflensfilen stattfindenden Akademie der „L e 8 e- und Redehalle jüdischer Hochschfller* haben unter anderem folgende Künstler ihre Mitwirkung jugesapf: Fraulein Haas. Frau Pepi Kramer-Glöckner, Fraulein Lia Rosen, Herr Ondrkek. Herr Otto Tressler und Herr Friedrich Weidemann. Das Interesse für diese Veranstaltung ist bereits sehr rege. Für den würdigen Verlauf dieser Feier spricht auch der Umstand, dass die Herren Rektoren und Dekane der Wiener Hochschulen ihr Erscheinen »n Sichere Aussicht gestellt haben.' Auskünfte erteilt das Komitee tftplich von 3—6 Uhr nachmittags im Vereinslokale, IX., Grüne: Tor gasse 34, wo auch der Kartenvorverkauf stattfindet. Wien. Donnerstai, den 6. Februar 1906, nr&zfee 7t8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Arfchitektenvereines, I., Eschenbachgasse 9, «in Vortrag des Hert-n k. k. Regierungsrates Profesror Dr. Wilbelfr Jerusalem-atatt. Thema: „Spinoza und das Judentum.* Eintritt trei, ohne Karten. '-.r -:

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