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Neue Nationalzeitung · 1908-01-17 · Heft 3 (17.1.1908) · p. Seite 9

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 3 (17.1.1908)
Date
1908-01-17
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Seite 9 bürgerlicher und politischer Rechte ausgeschlossen werben kann. Deshalb hätten, wie Prof. Bar zum Schlüsse bemerkt, die Signatar-Mächte des Berliner Vertrages das Recht und die Pflicht, Rumänien an die Einhaltung dieser Bestimmungen zu erinnern Ciste der Ausgetretenen. (Vom I. bis 31. Dezember 1907.) Hugo Sonnenschein, Gaya. XX. Othmargasse 39; Friedrich Klein, VII. Kandlgasse 40; Alfred Hermann, I. Fleischniarkt 1; Ludwig Ruff, II. Neudegerau 1; Hei irich Häuser. Rakowitz, X. Waldgasse 17; Leopold Beck, XVII. Steinergasse 13; Maxim. Geiger, IX. Wagnergasse 1; Dr. Ludwig Ebstein, I. Schottenring 6; Bertha Sommer, XVI. Thalia.strasse 96; Hugo Ehrlich, VI. Getreidemarkt 13; Zdenka Kraus, Opernsängerin, Ronov, IV. Wienstrasse 21; Mathilde Mitterlechner, XVIII. Hünegasse 24; Rudolf Herzog, II. Franzensbrückt nstr. 11 Hermine Silber, Lemberg, II. Blumauerg. 2; Frida Schafranek. XIII. Hüttelbergstrasse 9; Hugo Stern, XIX. Hofzeile 29; Moritz Immergut, Zawoja, XII. Haberlgasse 18; Madelaine Koref, IX. Prechtlg. 1; Rudolf Weinwurm, XVII. Fercherg. 19: Dr. Ludwig Witrofsky, Meseritsch, XIX. Gymnasiumj-tr. 64 : Olga Eisler, V. Schönbrunnerstrasse 32; Emilie Dembitzer. I. Naglerg. 1; Cölestine Mor, Veszprim, V. Margarethenstr 96; Arthur Fuchs, VII Kaisersir. 76; Eduard Rainer, Suczawa, VII. Mechitaristeng. 2; Robert Tritsch, I Maria Theresienstr. 22: Wilhelm Elbogen, II. Odeongasse 10 : Leah Lederer, Müncher, IX. Liechtensteinstr. 36; Mathilde Baumgartner, Budapest. IX. Liechtensteinstr. 3; Wilhelm Ehrenfeld, Szered, II Ki rntigasse 4; Robert Windt, Prag, VI Hirschengasse 13; Ernst Kronstein, XX. Gebhardg, 5; Irma Grünwald. XYII Weidmanngasse 4; Siegfried Hirsch, II. Praterstrasse 33 : Leo Diamand, Lembtrg, I. Bauernmarkt 11; Anna Aschermann, XV. Sechshauserstrasse 12; Jos. Ant. Glöckner, III. Matthäusg. 14. $US ALIEN WeiXKiLCN Bezirkshauptmann Graf Russocki in Brody, hat 60.000 Kronen defraudirt. Diese Defraudation ist, wie der Lemberger „Monitor" berichtet, erst jüngst, nach dem Tode des Grafen Russocki aufgekommen und der gali/.ische Statthalter Grat P o t o c k i ist bemüht, die ganze Sache zu vertuschen. Der Verstorbene hat in Brody durch Jahrzehnte wie ein Pascha gewirtschaftot. Er war ein Patron der Kahalclique und ein besonderer Meister in der Wahlmache. Bei den letzten Reichsratswahlen haben allerdings seine Kunststückchen nichts mehr genützt. Die „Neue Freie Presse" für nalionale Gerechtigkeit! Der Abgeordnete von Wassilko hat am Neujahrstage an die „Neue Freie Presse" ein Glückwunschtelegramm gerichtet, in welchem er derselben auch seinen Dank für ihr Eintreten für die r u t h en i s ch e Studentenschaft und für die r u t h e n i s c h e n Forderungen ausdrückt. Auf diese Depesche erhielt Abgeordneter von Wassilko folgendes Antworttelegran in: „Wir danken herzlichst für die freundliche Anerkennung und für die Worte der Sympathie, die wir auf das Wärmste erwidern. Die „Neue Freie Presse" wird es stets für ihre Pflicht halten, für die nationale Gerechtigkeit einzutreten und für die Erfüllung derselben zu kämpfen. Es bereitet uns eine besondere Freude, dass unsere Artikel uns bei Ihnen, dem hervorragenden Führer des ruthenischen Volkes, Sympathien, auf die wir den grösslen Wert legen, erworben haben. Mit den besten Glückwünschen zum neuen Jahr, die Redaktion der „Neuen Freien Presse". Die „Neue Freie Presse" also schwärmt für nationale Gerechtigkeit! Nur der jüdischen Nationalitätgegenüber hat sie noch keine Gerechtigkeit betätigt. Achad Haam hat seinen Entschluß, nach Amerika zu reisen, aufgegeben und sich dauernd in London angesiedelt, um als kaufmänischer Repräsentant zu wirken. Bei den letzten Repräsentanten-Wahlen in Berlin haben von rund 2:2,000 Stimmberechtigten nicht mehr als 3767, rund 17 pCt. ihr Stimmrecht recht ausgeübt. Im Jahre 1895 waren es von 13040 Stimmberechtigten 4820 (3<>.S pCt.), im Jahre 1898 von 16.895 Stimmbereshtigten 6153 (36.4 pCt), im Jahre 1901 von 18 284 Stimmberechtigten 7786 (42.6 pCt.) und bei den lefzten Wahlen im Jahre 1904 von 20.103 Stimmberechtigten sogar 8808 (44 pCt.), die zur Wahlurne gingen. Eine Million Juden in New-York. Im letzten Hefte der „Zeitschritt für Demographie und Statistik der Juden", weist Ernst Kohn unter genauer statistischer Berechnung nach, dass sich derzeit in New-York eine Million Juden aufhält; somit mehr als in Deutschland, Frankreich, Italien und England zusammen. Das Jüdische Alter - Versorgungsheim in New-York, das jetzt ein neues monumentales Heim für seine Pfleglinge errichtet, hat eine interessante Einführung, die den Insassen des Heims stets grosse Freude bereitet. Jährlich einmal wird mit den alten Männern und Frauen eine Rundfahrt durch die vornehmen Strassen Nevv-Yorks veranstaltet und ihnen die im letzten Jahre aufgeführten neuen Riesenbauten gezeigt. Die Ausfahrt wird in der Regel mit einer Bewirtung abgeschlossen, die im Salon irgend einer wohltätigen Dame den Alten verabreicht wird. Die diesjährige Ausfahrt hat zum Beginn dieses Monats stattgefunden Eine Anzahl riesiger Automobils brachte die interessante Gesellschaft, deren jüngstes1' Mitglied sie b zi g Jahre alt war. zu dem . jüngsten ' Himmelkratzer, dem sogenannten Flatiron-Gebäude. In dem einen Wagen nahmen die ..älteren' Leute Platz, die über neunzig Jahre zählen. Vorne neben dem Chauffeur nahm Mrs. Esther Davis Platz, die das 112. Jahr überschritten hat. Hinter ihr sass Mendel Diamand, der behauptet, demnächst seinen 100. Geburtstag zu feiern. In demselben Wagen hatten auch Natan Schertof, 96 Jahre alt, Sarah Grotermann, 92 Jahre alt, Alex Silbcrmann, 95 Jahre alt, Platz genommen. Der jüngste in diesem Wagen war der 85jährige Boruch Weber. Die Ausfahrt hat 27» Stunden in Anspruch genommen. Die Verwunderung der Alten, der., n grösster Teil noch niemals aus dem Eastend-Ghetto herausgekommen war, über die grossartigen Gebäude und Geschäfte war unbeschreiblich. Aber auch die Passanten des vornehmen Broadway blickten verwundert auf die seltsame Gesellschaft, die Männer mit wallenden silberweissen Barten und den hohen Zylinderhüten und die Frauen in ihrer sauberen, fast koketten Anstaltstracht. Stellenweise war die Ansammlung der Neugierigen so gross geworden, dass die Polizei intervenieren musste. Die Gesellschaft unterbrach bei Nr. 323 East, dem Hause der Mr. Annie Joseph, ihre Fahrt, um ein warmes Essen einzunehmen, worauf sie dann in die Anstalt zurückfuhr. Hoffentlich werden sich die alten Damen und Herren noch lange der Erinnerung an die schöne Ausfahrt erfreuen dürfen. Der König von Italien und die jüdische Schule. Das neue italienische Gesetz, durch welches der Religionsunterricht aus den öffentlichen Schulen eliminiert wird, hat zur Folge, dass einzelne Konfessionen, also auch die j u d e n, in eigenen konfessionellen Schulen für den Religionsunterricht sorgen müssen. Die römische Judengemeinde hat nun den Beschluss gefasst, eine jüdische Elementarschule zu errichten und hat zu diesem Zwecke eine öffentliche Sammlung eingeleitet. Als erster unter den Spendern stellte sich der König von Italien ein, der 3000 Lire für die Zwecke der jüdischen Elementarschule gezeichnet hat. Die jüdische Gemeinde von Rom hat die Absicht, einen Monumentalbau aufzuführen, in dem die Schule, Bibliothek usw. untergebracht werden sollen. Yemenitische Juden. Die dauernden Unruhen in Yemen haben die Lage der dortigen Juden, die ohnedies viel zu wünschen übrig Hess, noch verschlimmert. Die Emigration nach Palästina — sie richtet sich sowohl aus religiös-nationalen wie auch aus geographischen Gründen fast ausschliesslich dahin — ist ausserordentlich gewachsen. Man kann fast sagen, dass alle Juden aus Yemen jetzt nach Palästina gewandert sind, und zwar hauptsächlich nach Jerusalem. Da die meisten ohne jedes Hab und Gut nach Jerusalem kommen, so fallen sie zumeist der Jerusalemer sephardischen Gemeinde zur Last. Nun ist die Chalukah dieser Gemeinde zwar so gross, dass sie sehr wohl auch zur Unterstützung der Yemeniten ausreichen würde, aber die Verwalter dieser Chalukah ziehen es vor, das Geld vorteilhafter zu verwenden.

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