Mannheim
Compact Memory

Neue Nationalzeitung · 1907-11-29 · Heft 51 (29.11.1907) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
IX (1907)
Issue
Heft 51 (29.11.1907)
Date
1907-11-29
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2425679-2425680-2425718--0504-2426792
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

15.rN >Neue National-Zeitung« Seite 11 $us bmmzzmti Wie viel Juden gibt es auf der Welt? Nach einer Mitteilung im neuesten Hefte von A. Hettners »Geographischer Zeitschrift« tetfägt die Bewohnerzahl der Erde gegenwärtig 1563 Mill. Menschen. Diese verteilen sich, wie die amerikanische Mission angibt, folgendermaßen auf die einzelnen Konfessionen: Es sind 558,862.000 Christen, nämlich 272,638.000 Römisch-Katholische, 166,066.000 Protestanten und 120,157.000 Griechisch-Katholische, worin auch die alt-orientalischen Kirchengemeinschaften inbegriffen sind. Ferner gibt es 11,222.000 Juden, 216,630.000 Mohammedaner, 137,930.000 Buddhisten, 209.659.000 Hindus, 231,816.000 Bekenner der Lehre des Konfuzius, 249,000.000 Schintoisten und 157,000.000 Fetischanbeter. Die jüdischen Schulkinder in Aegypten. Das statistische Departement für Aegypten hat zum ersten Mal die Schulverhältnisse in Aegypten durch eine im Schuljahr 1906/07 unternommene Erhebung zu beleuchten versucht und die Ergebnisse soeben veröffentlicht in »Statistical Return of pupils attending public and privat schools in Egypt 1906—1907. (Cairo 1907.)« In sämtlichen Schulen wurden ermittelt Schüler: Christen_ im Ganzen Moham. Kopten Orthod. Kath. Prot. Juden Andere Knaben 20441 3681 5681 3627 4384 321 2546 201 Mädchen 71666 40391 15994 5386 5651 724 3435 85 Zusarr.m. 92107 44072 21675 9013 10035 1045 5981 286 Die jüdischen Schulkinder bildeten somit 6*4970 sämtlicher Kinder (und zwar 12-45% der Knaben und 4'79°/0 der Mädchen.) Auf die einzelnen Schulanstalten nach ihrer politischen Zugehörigkeit verteilen sich die Kinder folgendermaßen: Kinder überhaupt darunter jüdische in % Aegyptische Anstalten 51431 680 1-32 Englische » 2034 453 2-05 Amerikanische » 10096 232 2-30 O esterr. » 1331 1123 84*37 Holländische » 178 2 li2 Französische » 14785 2755 1873 Deutsche » 679 102 15-02 Griechische » 5471 59 10-78 Italienische » 5652 570 10-08 Russische » 450 5 Iii Die meisten jüdischen Kinder (2755 46-06°/o) sind also in französischen Schulen, d. h. in Schulen der »Alliance Israelite«, ferner 1123 (^ 18*71 °/0) in österreichischen Schulen, in denen sie überhaupt 84'370/0 aller diese Anstalten besuchenden Kinder bilden. Ueber 10°/0 aller Kinder machen sie noch in den deutschen, griechischen und italienischen Schulen aus. Die einzelnen Unterrichtsstufen (Klassen) zählten Kinder überhaupt darunter jüdische Vorbereitungsklasse (Preparatory) 16478 1500 Uebergangsklasse 1032 325 Erste Klasse (primary) 50917 3652 Zweite Klasse 4214 312 Kommerzielle Klasse (Commercial) 67 9 Höhere (Higher) 16590 27 Spezial-Abteilung 93 8 Technische Abteilung 1454 148 Sonstige Klassen 1262 0 GEMSiNU5un» VSR5iNSNatftRit«eN Wien. (Verein zur Hebung der Gewerbe.) Am 1. Dezember d. J. findet im Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbe-Vereines, 1., Eschenbachgasse Nr. 11, präzise 7 Uhr abends eine Plenarversammlung des Vereines mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht des Präsidenten; 2. Vortrag des Herrn Josef Beck aus dem Zyklus: Orientreise nach Aegypten, Palästina, Syrien und Griechenland, mit Vorführung von auf den Reisen des Vortragenden, von ihm selbst aufgenommenen zirka 120 Skioptikonbildern. — Damen und Gäste willkommen. Wien. Donnerstag, den 5. Dezember 1907, präzise L/28 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Archite'ktenvereines, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Professors Dr. Martin Philippson aus Berlin statt. Thema: »Die Juden Berlins vor hundert Jahren.« Eintritt frei, ohne Karten. Wien. Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien veranstaltet wie alljährlich, in den Sofiensälen eine mit einem Balle verbundene große Akademie, deren Reinerträgnis dem Fonde des neuzugründenden Asyls für jüdische Studenten zufließen soll. Im Interesse des wohltätigen Zweckes ergeht daher an alle jüdischen Studenten, wie an die gesamte jüdische Bevölkerung Wiens die Bitte, das Komitee durch eifrigste Agitation in Bekanntenkreisen zu unterstützen. Insbesondere werden die »alten Herren« wie alle jüdischen Studenten zum Beitritte ins Herrenkomitee eingeladen. Wien. Im Vereinslokale »Liwiat Chen« IL, Stefaniestraße Nr. 2, wird seit einiger Zeit ein hebräischer Unterrichtskurs nach der bekannten Berlitz-Methode, mit sichtlich gutem Erfolge geleitet. Die Zahl der Beteiligten vergrößert sich mit jedem Tage, so daß sich die Leiter gezwungen sehen, noch einen Kurs zu eröffnen. Der Zweck der Leiter besteht darin, der hebräischen Sprache zu ihrem Ansehen zu verhelfen und namentlich die Vorurteile bezüglich der Schwierigkeiten des methodischen Erlernens desselben zu zerstreuen. Dies scheint ihnen auch gelingen zu wollen. Schon nach wenigen Lektionen sind die Lernenden — größtenteils Anfänger — in der Lage, kleine hebräische Sätze korrekt zusammenzustellen. Diese bedeutenden Fortschritte wirken auch sehr aneifernd auf alle Teilnehmer, die sich mit besonderem Eifer dem Studium unserer nationalen Sprache hingeben. Besonders erfreulich ist die Tatsache, daß auch mehrere Volksschulkinder dem Unterrichte stets mit großer Aufmerksamkeit zuhören und neulich den Wunsch äußerten, in einem separaten Kurse unterrichtet zu werden. Diesem Wunsche würde auch sicherlich entsprochen werden, wenn sich eine größere Anzahl von Kindern melden sollte. Anmeldungen sind zu richten an M. Geyer, II., Miesbachgasse Nr. 3. Wien. »Chewra K a d i s c h a«. Bei der Donnerstag, den 21. d. M. stattgehabten Neukonstituierung des Vorstandes der »Chewra Kadischa« wurden einhellig wiedergewählt: Präsident: Herr Salo Cohn. Vizepräsident: Herr Dr. Markus Spitzer. Schriftführer: Herr S. H e i t. Kassaführer: Herr Emil Horner. Wien. Montag, den 2. Dezember 1907, 8 Uhr abends, hält Herr Schriftsteller Dr. Bernhard Münz auf Einladung der »Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler« im Hörsaal 33 der juridischen Fakultät einen Vortrag über »Henrik Ibsen als Erzieher«. Gäste herzlich willkommen. Briefkasten der Redaktion. S. S., Ustrzyki. Sie können keineswegs zur Zahlung der Kultussteuer herangezogen werden, da Sie doch dort keinen ordentlichen Wohnsitz haben. Hingegen trifft die Zahlungspficht Ihre Frau nach Maßgabe ihres Einkommens. H. B., Sereth. Schneider wurde damals ausgeliefert. S. L., Sanok. Einen Verein, welcher »für Arme Handarbeit nach Hause sendet«, gibt es in Wien unseres Wissens nicht. Näheres hierüber können Sie jedoch vom Hilfsverein für Galizien in Wien, lXju Berggasse Nr. 4 erfahren. Historiker, Wien. Wir finden Ihre Entrüstung deplaziert. Wie kann man sich denn gar darüber entrüsten, daß Dr. Wilhelm Pappenheim, Hof- und Gerichtsadvokat, vom Kultusvorstande in die »historische Kommission« berufen wurde? Sie meinen, daß Herr Dr. Pappenheim soviel mit Geschichtsforschung zu tun hat, wie Sie mit Expensen? Aber vergessen Sie doch nicht, daß an der Spitze dieser »historischen Kommission« der Generalrepräsentant einer Versicherungsgesellschaft, Herr Doktor Maximilian Steiner steht. Dr. Pappenheim wird daher seinen Platz ebenso ausfüllen wie Dr. Steiner. Die Hauptsache ist: Er wird gewiß die historische Kommission aus ihrem Schlafe nicht aufrütteln. Sal. R. Sadagora. Wollen Sie sich wegen näherer Auskunft an Herrn Dr. S. Kassner in Czernowitz wenden. Notizen. (200.000 Kronen) beträgt der Haupttreffer der Staatslotterie, deren Reinertrag für Zivilwohltätigkeitszwecke der diesseitigen Keichshälfte gewidmet ist. Neben diesem Haupttreffer sind noch 18.389 Gewinste ausgesetzt, welche alle in barem Gelde ausbezahlt werden. Diese außerordentlichen Gewinstchancen bieten sich jedermann für den Ankauf eines Loses von 4 Kronoü, welches in allen Wechselstuben, Tabaktrafiken etc. erhältlich ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.