Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- IX (1907)
- Issue
- Heft 39 (6.9.1907)
- Date
- 1907-09-06
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 »Neue National-Zeitang« Nr. 39 m ALIEN WeiTOilgN Professor Angelo Heilpern, der vor einigen Wochen in New-York, kaum 54 Jahre alt, gestorben ist, genoß als Geologe einen großen Ruf. Er war in Ungarn als Sohn eines russischen Juden geboren und kam mit seinen Eltern nach Amerika, wo er als auf Grund seiner hervorragenden wissenschaftlichen Betätigung als Professor und Kurator an die naturwissenschaftliche Akademie in Philadelphia berufen wurde. Fort mit Mayers Conversationslexikon! Es ist bereits wiederholt darauf hingewiesen worden, daß in diesem Lexikon an verschiedenen Stellen antisemitische Ausfälle enthalten sind. Auch der jüngst erschienene 17. Band weist eine antisemitische Gemeinheit dieses »wissenschaftlichen« Hilfswerkes auf. Da heißt es unter dem Schlagworte »Ruthenen»: »Doch verarmt das Volk mehr und mehr infolge der Ausbeutung der Juden und zunehmender Trunksucht«. Eine solche Fälschung der Tatsachen, die nicht einmal eine antisemitische Zeitung bisher gewagt hat, blieb Mayers Lexikon vorbehalten. Selbst . der Renegat Dr. Karo hat in seinem Buche »Der Wucher in Galizien« nichts ähnliches zu behaupten gewagt. Es wäre die höchste Zeit, daß dieses Lexikon aus jedem jüdischen Hause hinausgeworfen werde. Und auch die jüdischen Blätter, die in Inseraten dieses Lexikon empfehlen, fordern wir auf, diese Insertion einzustellen. Wenn ein Berliner Judenblatt für das Belegexemplar behauptet, daß »Alles in allem der Band nicht nur bei den Besitzern seiner 16 Vorgänger eine wohlverdiente günstige Aufnahme finden, sondern auch dem unerreichten(I) Werke viele neue Freunde zuführen« werde, so ist dies nur ein trauriger Beweis, daß diese Redaktion keine Ahnung von dem hat, was sie schreibt. Ein Verstorbener als Deserteur. Während des vorjährigen großen Pogroms in Bialystok wurdeein junger Mann militärpflichtigen Alters, ein gewisser Samuel S., Sohn eines jüdischen Volksschullehrers, erschlagen. Die Beerdigung erfolgte wenige Tage darauf. Jetzt hat ihn aber die Rekrutenaushebungskommission in aller Form aufgefordert, sich zu stellen. Da er dieser Aufforderung aus leicht begreiflichen Gründen nicht Folge leisten konnte, wurde sein Vater von Rechts wegen zu einer Geldstrafe von 300 Rubeln verurteilt. Vergeblich wandte er ein, daß er nichts dafür könne, daß sein Sohn tot ist. Die Kommission war unerbittlich und ließ ihm ^eine Habseligkeiten pfänden. Er sah sich nun genötigt, eine Bittschrift an den Kaiser zu richten, damit ihm die Strafe für die Fahnenflucht seines toten Sohnes im Gnadenwege erlassen werde. Die jüdische Bevölkerung in Palästina hat sich in den — letzten 25 Jahren, seit Gründung der Kolonie »Rischon le Zion« vervie rf acht. im J. 1882 im J. 1907 14000 46000 2500 7000 . 1000 1500 Jaffa........ 1000 7000 Safed ........ 4000 11000 Haifa ....... 300 2000 Beirut....... 1000 3500 Sidon (Saida) .... 300 700 Die übrigen Städte . . . 150 500 Die jüdischen Kolonien . . — 8400 Zusammen . 24250 "~" 87600 Der Segen der Sonntagsruhe. Bekanntlich müssen die jüdischen Kaufleute, welche den Sabbath heiligen, wöchentlich zwei Tage feiern (Samstag und Sonntag), zum Dank dafür, daß sie in einem katholischen Staate leben. Und wenn sie auch deswegen weniger verdienen, so kümmert sich der Staat darum gar nicht: an Steuern sind die Juden den Christen gleichwertig. Von welch' einschneidender Bedeutung die Sonntage für das Wirtschaftsleben der jüdischen Handel- und Gewerbetreibenden sind, beweisen die kommenden Neujahrs- und Laubhüttefesttage. Dieselben dauern zwei Tage (Montag und Dienstag). Den vorangehenden Sonntag müssen die Juden als christlichen und den Samstag als jüdischen Feiertag halten. Auf diese Weise kommen die armen Händler und Handwerker, die von einem Tag auf den anderen mühsam ihre Existenz fristen, um vier Tage. Durch vier Tage nacheinander können sie nichts verdienen »- von staatswegen. Eine jüdische Umlaufsmünze. Bisher kursierte in Jerusalem eine ganz geringe Münze, auf welche jüdische Initialen geprägt waren und welche die arme Bevölkerung hier eingeführt hatte, um kleineres Wechselgeld zu haben. Diese Münze hat sich allmählich vollkommen in die Geschäftswelt eingeschlichen. Nun ist die türkische Regierung dahinter gekommen und hat ihr Veto eingelegt. histe der Ausgetretenen. (Vom 1. Juni bis 31. Juli 1907.) Dr. Julius Klimont aus Wien, Hof- und Gerichts-Advokat IV., Hechtengasse 17; Julie Kopsa aus Lemberg,VI., Laimgrubengassel 9; Dr. Wilhelm Schlesinger aus Trencsin, VII., Zieglergasse 25; Hermine Valerie Gottlieb aus Podgorze, II., Taborstraße 11 b; Robert Gerstl aus Wien, IV., Favoritenstraße 8; Jakob Klein aus Wien, III., Rennweg 6; Alexander Großmann aus Gödöllo, III., Hauptstraße la; Anna Großmann aus Budapest, III., Hauptstraße la; Alois Fischer aus Wien, XVI., Grundsteingasse 8; Salomea Krisans aus Lemberg, VII., Neustiftgasse 72; Rudolf Jakob Lion aus Brünn, IX., Poliklinik; Balduin Neuburg aus Leipa, XIV., Holochergasse 37; Josef Rememyi aus Wien, II., Körnergasse 6; Anna Müller aus Wien, XIV., Kauerhofgasse II./7; Alice Westreich aus Oetrowitz, IX., Berggasse 17; Leopoldine Aigner aus Wiener-Neustadt, IX., Elisabethpromenade; Heinrich Jakobowitsch aus Wien, IX., Währingergürtel 144; Klara Bock aus Wien, IX., Berggasse 8; Alfred Karl Rosenberg aus Wien, II., Volkertstraße 25; Ludmilla PoIIak aus Teplitz, VII., Kaiserstraße 62; Heinrich Waringer aus Wien, XX., Wallensteinstraße 56; Hans Edgar Natonek aus Prag, I.; Paul Egon Natonek aus Prag, 1., Stubenring 18; Max Spitz aus Wien, II., Robertgasse 2; Kaiman Böhm aus Wien, VI., Stumpefgasse 9; Angela Böhm aus Mohacs, VI., Stumpergasse 9; Blanka Gruby-Ernst aus Budapest, III., Gürtelstraße 17; David Ehrenfeld aus Czernowitz, VII., Seidengasse 38; Rosa Mach aus Kostel, III., Hauptstraße 83; Osias Ber Einfeld aus Lemberg, VIII., Alserstraße 47; Wilhelm Bellak aus Wien, IV., Radeckgasse 5; Wilhelmine Bellak aus Wien, IV., Radeckgasse 5; Guda Schnabel aus Brezova, IX., Althanplatz 7; Anna Löbel aus Barringen, XVI., Deinhardsteingasse 22; Sidonie Klein aus Taikowitz, XVIII., Lacknergasse 67; Emilie Lehr aus Wien, I., Gonzagagasse 13; Therese Lehr aus Wien, I., Gonzagagasse 13; Laura Rosenberg aus Mattersdorf, IV., Seisgasse 7; Isidor Mahler aus Wien; Karoline Silbermann aus Krysowa, X., Neidreichgasse 22; Hermann Freirich aus Böszörmeny X., Bürgergasse 15; Jakob Ulner aus Aussee, XVI., Ottakringerstraße 25; Felix Katerson aus Wien, III., Gärtnergasse 3; Berthold Haller aus Wien, III., Wassergasse 17; Ludwig Sachs aus Agram, III., Ungargasse 42; Marie Wotizky aus Wölking, III., Fasangasse 50; Osias Budik aus Gurahumora, IX., Liechtensteinstraße 61; Paul. Marg. Jakobi aus Prossnitz, IX., Pörzellangasse 35. Wir werden um Feststellung ersucht, daß Herr Max M a h 1 e r aus Wien, IX., Servitengasse 4 wieder in die Gemeinschaft der Isr. Kultusgemeinde in Wien eingetreten ist Sehiffsnachricliten. Hamburg. Die Hamburg-Amerika-Linie meldet: Nordamerika: „Amerika", von New-York kommend, 31. August 10 Uhr 45 Min. morgens auf der Elbe. „Andalusia", 31. August 7 Uhr abends in New-York. „Badenia", von Baltimore kommend, 2. September 1 Uhr morgens auf der Elbe. „Bethania, nach Boston und Baltimore, 1. September 5 Uhr 30 Min. nachm. Cuxhaven passiert. „Blücher", nach New-York, 31. August 5 Uhr 20 Min. nachm. Lizard passiert. „Graf Waldersee", nach New- York, 2. September 6 Uhr 30 Min. morgens Prawle Point paßiert. „Flandria", 31. August 9 Uhr morgens in Baltimore. „Pallanza", von Philadelphia kommend, 1. September 4 Uhr nachm. Scilly paßiert. „Pretoria", 31. August 2 Uhr nachm. von New-York über Plymouth und Cherbourg nach Hamburg. „Rapallo", von Neworleans und Norfolk kommend, 1. September 9 Uhr 45 Min. abends auf der Elbe. Briefkasten der Redaktion. O. Sch. in Lemberg. Wir bitten um Einsendung des Artikels zur Einsicht. K. L. Um in Wien als russischer Staatsbürger bleiben zu können, müssen Sie einen Auslandspaß haben. E. S. 1. Wenden Sie sich an den Magistrat Ihrer Heimatsgemeinde. 2. Auch der uneheliche Sohn kann von der Mutter reklamiert werden, wenn alle sonstigen Bedingungen vorhanden sind. Dr. L. An der Konsularakademie beträgt das jährliche Schulgeld samt Verpflegung 2000 Kronen. Jüdische Abiturienten wurden bisher nicht aufgenommen; trotzdem raten wir Ihnen, ein Aufnahmsgesuch für Ihren Sohn zu überreichen. Einmal muß ja auch hier das Eis gebrochen werden. Wir kommen auf diese Frage noch zurück. H. Fl. Wollen Sie die Einjährig-Freiwüligen-Schule näher bezeichnen. Insbesondere wollen Sie uns die Waffengattung näher angeben. m. ö. o. Wollen Sie uns "gelegentlich Vormittags zwischen 10—11 Uhr besuchen. ' S. B. Wir empfehlen Ihnen den »M o n i t o r« in Lemberg.