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Neue Nationalzeitung · 1907-07-05 · Heft 30 (5.7.1907) · p. Seite 10

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
IX (1907)
Issue
Heft 30 (5.7.1907)
Date
1907-07-05
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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■ ^«»«a-™wM»ra-*u£.'i* "-»S-^jAäöH Seite 10 »Neue National-Zeltung« Nr. 30 Literatur. Otto Hauser: Die Urform der Psalmen. Verlag von Baumert und Ronge in Großenhain, 1907. Otto H a u s e r, der Dichter des »Reigens der schönen Frauen«, des »Lucidor des Unglücklichen«, des »Lehrer Johannes Johansen«, den Theodor H e r z 1 seinerzeit den Lesern der »Neuen Freien Presse« mit überschwenglichem Lob vermittelt hat, ist auch als vielseitiger, vortrefflicher Uebersetzer bekannt. Nun hat er dem reichen Kranze seiner metrischen Uebersetzungen, unter denen ich nur die Gedichte Verlaines, Rossettis, Wildes, Swinburnes, Almquists und Li-Tai-Pes hervorhebe, einen eigenartigen morgenländischen Blumenstrauß beigefügt, dessen Duft seltsam weihevolle Stimmung weckt. Es ist die Psalmensammlung. Diese tiefe, gotterfüllte Poesie der Juden hat es dem Christen Otto Hauser angetan. Seine Vorliebe für die Biblische Dichtung geht so weit, daß er nie eine Arbeit beginnt, ohne vorher einige Zeilen in der Bibel gelesen zu haben. Das erfrischt und beschwingt ihn. Er interessiert sich aber nicht nur für althebräische Poesie, sondern auch für das Judentum, den Zionismus und alle jüdischnationalen Bestrebungen. Diesem Interesse ist sein großangelegter Roman »Spinoza« entsprungen, auf den ich ein anderesmal zurückkommen werde. Das vorliegende Werk: »Das erste Buch des Psalters in metrischer Uebersetzung« ist mehr wissenschaftlicher Natur. Damm sagt auch Haus er im Geleitwort: »Die zünftige Gelehrsamkeit wird darüber vielleicht die Nase rümpfen, daß es ein Dichter wagt, ihr ins Handwerk zu pfuschen.« Ich glaube, daß seine Befürchtung nicht begründet sei. Die gelehrte Welt wird doch nicht vergessen haben, welche »bedeutende Förderung ihr von einem Herder wurde, der auch kein bloßer Gelehrter, sondern vor allem ein Dichter war«. Hauser ist bestrebt, die Urform der Psalmen zu geben, er greift daher auf den Text zurück, den die Septuaginta vor sich hatte, was die bisherigen Uebersetzer unterlassen haben. Und darin eben liegt das Verdienst dieser Arbeit. Da es Hauser hauptsächlich um das Metrum des Urtextes zu tun war, setzte er neben die metrische Umschrift jedes Psalms die genaue metrische Uebersetzung, so daß man sich von deren Treue und Schönheit sofort überzeugen kann. »Wir Protestanten kennen das Alte Testament vielleicht besser als ihr Juden«, sagte mir einst Hauser und ich schwieg. Wann werden wir uns doch endlich aufraffen und aus den Quellen unserer uralten Poesie Trost und Labsal schöpfen zur Stärkung, unseres Nationalbewußtseins und zur Veredlung unseres Nationalstolzes? Dr. M. Scher/ag. histe der Ausgetretenen. (Vom 22. April bis 31. Mai 1907.) Hermine Mannaberg aus Zelechowitz, XX., Unterbergergasse 2; Ludmilla Braun aus Celin, XVIII., Hofstattgasse 16; Viktor Sinek aus Karolinental, IV., Margaretenstraße 38; Benno Wollner aus Sissek, IX., Klusiusgasse 3; Fritz Erber aus Wien, VI. , Gumpendorferstraße 135; Henriette Schlesinger aus Wien, III., Reisnerstraße 40; Max Fuchs aus Budapest, VI., Gumpendorferstraße 114a; Margarete Gutmann aus Kaltenleutgeben, IX., Liechtensteinstraße 20; Dr. Nath. Fried aus Pisshely, IX., Fuchstalergasse 12; Elisabeth Fried aus Prag, IX., Fuchstalergasse 12; Dr. Maximilian Barberaus Czemowitz, IX., Hofergasse 5: Leonore Ballagi aus Szäszväros, III., Ungargasse 48; Franz Josef Richetti Edler von Terralba aus Wien, IV., Hechtengasse 17; Dr. Walter Fritsch aus Wien, XIX., Pokornygasse 25- Ernestine Biermann aus Vukovar, V., Anzengrubergasse 19; Rosa Kraus aus Pilsen, IV., Brahmsplatz 5; Dr. Ernst Stransky aus Böhm- Leipa, IX., Lackierergasse 3; Robert Löwenrosen aus Prerau, II., Darwingasse 12; Ernestine Haas aus Wien, VI., Bürgerspitalgasse 29; Sam. Dicker aus Osvviecim, II., Gredlerstraße 2; Ludw. Perl aus Wien, VI-, Laimgrubengasse 19; Dr. Heinrich Hertzka aus Lipnik, VIII., Wickenburggasse 17; Rosalie Weinmann aus Preßburg, XIX., Pantzergasse 19; Hanns Franzos aus Preßbaum, IX., Althanplatz 10; Oskar Steiner aus Wien, IL, Unt. Donaustraße 39; Viktor Kohn aus Prag, VIII., Mölkergasse 3; Hermine Lion aus Raudnitz, I-, Teinfaltstraße 2; Irma Kohn aus Tokaj,' XIX., Döbl. Hauptstraße. 70; Gisela Fleischmann aus Wien, III., Salesianergasse 8; Leo Fanta aus Jicin (Böhmen), III., Ungargasse 20; Lea Singer aus Prag, VII., Burggasse 128; Leop. Deman aus Wien, IL, Czerningasse 21; Mathilde Kölbl aus Hötting, XVII., Rokitanskygasse 44; Sari Schön aus Ujszivacz, IX., Berggasse 29; Fanny Karasek aus Gutwasser, XV1IL, Schulgasse 74; Dr. Hugo Popper aus Leitmeritz, IL, Taborstraße 9; Sigmund Schimmerling aus Wien, IL, Wittelsbacherstraße 3; Stefan Maxim. Popper aus Wien, IX., Fluchtgasse 9; Gertrud Fischer aus Dresden, VII. , Kirchengasse 3; Johanna Lemmel aus Wien, XIX., Gymnasiumstraße 62; Elisabeth Weiß aus Prag, IX., Hebragasse 7; Arnold Hamburger aus Wien, XV., Klementinengasse 8; Dr. Richard Winternitz aus Josefstadt (Böhmen), IL, Czerningasse 13; Nath. Leop. Scheiner aus Vöslau, I., Schottenring 24; Richard Kornfeld aus Iglau, IL, Rembrandtstraße 4; Eleonore Müller aus Szered, IL, Unt. Augartenstraße 31; Vilma Bartos aus Nagyszombat, IV., Lambrechtsgasse 14; Luise Lukes aus Wien, V., Jahngasse 4; Anna Feßler aus Wien, XIX., Guneschgasse 7; Hugo Spitz aus Brünn, L, Kärntnerstraße 39; Marianne Singer aus Wien, L, Wipplingerstraße 18; Emma Heller aus Wien, L, Zelinkagasse 4; Malvine Brüll aus Budapest, L, Börsegasse 7; Risa Merberger aus Wien, 1., Gonzagagasse 12; Anna Becher aus Wien, XIX , Schegargasse 12; Bernhard Freischberger aus Aradasz, VI., Gumpendorferstraße 15; Ida Guttmann aus Brünn, IL, Hofenedergasse 2; Dr. Phil. Adler aus Wien, V., Steggasse 1; Rosa Herzog aus Wien, III., Veithgasse 9; Heinrich Weiß aus Leva (Ungarn), IL, Lilienbrunngasse 8; Dr. David Kurzweil aus Radautz, IX., Sechsschimmelgasse 14; Malvine Reichel aus Wien, IX., Maximilianplatz 12; Karl Julius Wahle aus Wien, IX., Türgerstraße 23; Pauline Tattelbaum aus Wien, X., Neibreichgasse 17; Elsa Fröhlich aus Wien, VI., Esterhazygasse 30; Dr. Friedrich Tezner aus Beraun, IX, Servitengasse 20; Marianne Eisler aus Wien, IV., Allegasse 18; Elsa Mayer aus. Wien, VI., Königsegggasse 4; Rudolf Hertzka aus Lemberg, VII., Seidengasse 13; Friederike Abend aus Skotschan, V., Wienstraße 18; Valerie Semmel aus Budapest, XX., Rauscherstraße 4; Ludwig Kerpen aus Wien, XX., Jägerstraße 16; Josefine Donat aus Stuhlweißenburg, XVL, Kofiergasse 4; Leopoldine Waringer aus Wien, XII., Fockygasse 36; Emilie Malke Landau aus Lemberg, IX., Liechtensteinstraße 83; Dr. Max Scheyer aus Tokschan, III., Reisnerstra^e 9. Briefkasten der Redaktion. Herrn Rektor Professor Dr. Adolf Schwarz in Wien. Wir haben einen mit Maschine geschriebenen und unterschriebenen Brief, aufgegeben Samstag den 29. Juni, von Ihnen erhalten. Lediglich die Adresse am Kuvert war mit der Feder geschrieben. Solange jedoch Ihre Autorschaft bezüglich dieses Briefes nicht feststeht, wollen wir in Ihrem eigenen Interesse auf den Inhalt des Briefes noch nicht eingehen. Christlicher Abonnent. Unter »Kahal« versteht man den Kultusvorstand. Der galizische Kahal ist der Sitz der Korruption, die Brutstätte aller Wahlmachinationen und der Inbegriff der reaktionären, volksfeindlichen Politik. Er erfreut sich des besonderen Schutzes der Bezirkshauptleute. P. in Prag. Herzlichen Gruß. Wir haben uns sehr gefreut, von Ihnen zu hören. Dr. G. in Nikolsburg. Das Landesrabbinat in Mähren ist durch das Gesetz über die jüdischen Religionsgenossenschaften nicht beseitigt worden. Nichtsdestoweniger ist es bloß ein Titel, ohne irgend welche Privilegien. Wir ersuchen diejenigen unserer geehrten Abonnenten, deren Abonnement mit Ende Juni 1907 abgelaufen ist, um baldige Erneuerung, damit in der Zustellung unseres Blattes keine Unterbrechung eintrete. Die geehrten Abonnenten, die sich aufs Land oder in Kurorte begeben, können gegen Angabe ihrer genauen Adresse die Zeitung in ihren jeweiligen Aufenthaltsort nachgeschickt erhalten.

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