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Neue Nationalzeitung · 1907-06-07 · Heft 26 (7.6.1907) · p. Seite 10

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
IX (1907)
Issue
Heft 26 (7.6.1907)
Date
1907-06-07
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 »Nene National-Zeftung« Nr. 26 Judeureine Hotels in — Amerika. Wien. (Von hervorragender Seite): Die New-Yorker Morgenblätter vom 24. Mai bringen nachstehende Depesche: „Gleiche Rechte für Israeliten. Hoteliers sollen keine Gäste ihres Glaubens wegen zurückweisen dürfen: Albany, 22. Mai. — Senator Saxe reichte heute eine Bill ein, welche es zum Vergehen stempelt, wenn Hoteliers Gäste ihres Glaubens wegen zurückweisen. Essoll durch die Bill verhütet werden, was neulich der Schwester des Bundessenators Rayner in Atlantic City passierte. Die Bill besagt, daß kein Hotelier, Wirt, Barbier oder Restaurateur einen Gast seines Glaubens, seiner Rasse oder Hautfarbe wegen zurückweisen darf. Es wird ferner zum Vergehen gestempelt, Anzeigen zu drucken, in denen gesagt wird, daß in dem betreffenden Hotel nur Christen Aufnahme finden. Verletzungen des Gesetzes sollen mit $'500 Geldstrafe und 30 Tagen Haft geahndet werden." Im freien Amerika verlangt also das Mitglied einer gesetzgebenden Körperschaft die strenge Bestrafung konfessioneller Unduldsamkeit. In dem durch polizeiliche Vorschriften aller Art reglementierten Oesterreich hingegen ist die Ankündigung „judenreiner" Gasthöfe und „judenreiner" Sommerfrischen ohne weiters gestattet. Auch unsere sogenannten Judenblätter scheuen sich nicht, Wohnungsinserate und Stellenofferte zu veröffentlichen, auf welche nur Christen reflektieren dürfen. In Oesterreich steht eben die Judenverfolgung unter öffentlichem Schutze und Zeitungen, die von Juden herausgegeben und redigiert werden, geben sich eines schäbigen Inserates wegen zu Werkzeugen des Antisemitismus her. Der innerösterreichischc zionistische Distrikstag. Wien, den 31. Mai. (Orig.-JCorr.) In Ergänzung unseres letzten Berichtes über den innerösterreichischen Distriktstag ist vor allem darauf hinzuweisen, daß derselbe sich für eine teilweise Neugestaltung der zionistischen Landesorganisation ausgesprochen hat. Es soll das Landeskomitee in Zukunft durch ein Zentralkomitee gebildet werden, welches aus einer größeren Zahl hervorragender Gesinnungsgenossen aus verschiedenen Distrikten zu bestehen hätte. Das Zentralkomitee soll ferner die administrativen Agenden durch ein Zentralbureau für Westösterreich in Wien und ein Zentralbureau für Galizien und Bukowina in Lemberg besorgen. Innerösterreich, Mähren und Schlesien sollen in einen Distrikt vereinigt werden. Ferner referierte Dr. Weisengrün über den Kongreß. Er würdigte die Verdienste des Präsidenten W o 1 f s o h n, wünschte aber, daß die passive und lavierende Haltung den verschiedenen Strömungen gegenüber aufgegeben und eine einheitliche Politik inauguriert werde. Schließlich wurde von den Versammelten in einer Resolution den Mitgliedern des Aktions-Komitees Baurat Marmorek und Dr. Kahn wegen ihrer Haltung bei den Kultus- und Reichsratswahlen das Mißtrauen ausgesprochen. Die Mitglieder der „Barkochba" und „Bar Giora" verließen vor der Abstimmung unter Protest den Saal. Auszeichnung. Wien. Dem Besitzer der renommierten Fabrik für Kunstfärberei und chemische Wäscherei, Herrn Sigmund Fluss in Biünn—Wien, wurde der k. u. k. Hoftitel verliehen. Russland. Die Pionniere der Ito. Kiew. Am 6. Juni wird durch das Emigrations- Departement der „J. T. 0." in Bremen der erste Trupp jüdischer Emigranten nach Galveston eingeschifft, von wo dieselben auf Kosten des Departements nach verschiedenen, von letzterem ausgewählten Plätzen im Westen der Vereinigten Staaten weiterbefördert werden. Das Departement zog durch die Informationsstellen nur solche Orte in Betracht, woselbst die Emigranten sofort nach deren Ankunft passende Arbeit finden werden. Nach drei Wochen dürfte der zweite Transport erfolgen, dem bald ein dritter u. s. f. folgeil wird. Es ist nicht zu bezweifeln, daß diese Transporte jedesmal mehr anwachsen werden* besonders aber dann, wenn die guten Erfolge der ersten Partie bekannt werden. Die russische Konferenz der Territorialisten. Odessa. Ende Mai (Orig.-Korr.). Die Konferenz der russischen Territorialisten hätte um die Mitte dieses Monates in Wilna stattfinden sollen und waren auch alle diesbezüglichen Vorbereitungen bereits getroffen. Doch plötzlich langte vom Ministerium die Kundmachung herab, daß diese Konferenz in Wilna nicht stattfinden könne, weil die Organisation in Warschau legalisiert sei, weshalb die Konferenz dortselbst tagen müsse. Da jedoch alle Vorbereitungen für Wilna getroffen wurden, und es der Föderations-Exekutive daran gelegen ist, die Konferenz möglichst im Zentrum des Ansiedlungsrayons abzuhalten, wurde beschlossen, dieselbe bis zum Spätsommer zu verschieben, um inzwischen die nötigen Schritte einzuleiten, damit das Ministerium seine Verfügung zurückziehe. G5MEiNög=üNö VGRCkNSNÄtöRiUWW Wien: „Poale-Zion". Monats-Programm: Samstag, den 8. Juni: „Die Aufgaben der Kongreß-Delegation der Jüd.-Soz. Arb-Partei Poale-Zion". 15. Juni: Geographie Palästinas". 22. Juni: „Die nächsten Aufgaben des „Jüd. Nationalfonds". 29. Juni: „Die Aufgaben der jüd. Arbeiterschaft in Palästina". Aenderungen vorbehalten. Beginn präzise 8 Uhr abends (im „Cafe Stefanie"). Sonntag, den 9. Juli: Ausflug (Sop^ienalpe)..Abgang präzise xk2 Uhr nachmittags vom „Cafe Stefanie" (Stefaniestraße 2). Teilnehmergebühr 20 Heller. Eventuelle Nachzügler werden bei der Station Hütteldorf erwartet. Wien: Samstag, den 8. Juni, findet in. der Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler (IX., Grünetorgasse 34), um ';s8 Uhr abends, ein Vortrag des Herrn jur. Meiler über »Die theoretischen Voraussetzungen des Territorialismus« statt. Gäste herzlich willkommen! Achtung! Wir ersuchen diejenigen P. T. Abonnenten unseres Blattes, weiche mit der Bezahlung ihres Abonnements noch im Rückstände sind, um gefl. Begleichung desselben mittels des in ihrem Besitze befindlichen Erlagscheines, nachdem der größere Teil des zweiten Quartals bereits verstrichen ist. Ebenso ersuchen wir die P. T. Empfänger unserer Propaganda-Nummern um gefl. Zusendung der Abonnementsgebühr, respektive um Bekanntgabe, ob sie auf die weitere Zusendung reflektieren. Die neuen Abonnenten unseres Blattes erhalten die Nummern 22—25, enthaltend die Novelle von l. Zangwill auf Wunsch gratis nachgeliefert. Schließlich bitten wir die Freunde und Leser unseres Blattes, uns jene Personen aus ihrem Bekanntenkreise namhaft zu machen, welche auf die probeweise Zusendung unseres Blattes reflektieren. Die Administration.

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