Mannheim
Compact Memory

Blau-Weiss-Blätter · 1924-07-01 · 9 (7.1924) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1923-1924) Neue Folge
Issue
9 (7.1924)
Date
1924-07-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2425321-2425322-2425330--1393-2425658
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

schaff, die Beschaffenheit des Bodens, die Entstehungsgeschichte u. a. Dann noch einige Fragen, und es geht weiter. Ein merkwürdiger Trupp: Bald in langgestrecktem Zuge, bald zusammengedrängt, bald ist man vorn, bald hinten, in immer wieder wechselnden Gruppen und Orüppchen, eine rege Bewegung im Zuge. Ab und zu eine geologisch-interessante Stelle, deren Verständnis der Gesamtheit zugänglich gemacht werden muß; bald aber wieder in Bewegung. So kommen wir an das Kochertal, und nun können wir den ganzen Verlauf des Flusses übersehen. Gerade gegenüber einer besonders starker» Windung lassen wir uns nieder und versuchen in uns das Bild der Landschaft entstehen zu lassen, als noch der Fluß in gerader Richtung hier oben auf der Höhe dahin glitt und dann in steter Arbeit sich eingefressen hat, um dort, wo er Widerstand fand, eine große Schleife, den Mäander, zu bilden. Nach einiger leiblichen Stärkung geht es hinunter, über den Kocher hinüber und auf der anderen Seite wieder hoch. Die Höhe ist bewaldet, und so wandern wir jetzt in einstündigem Marsche durch den Mischwald, der überall beginnt auf das Zeichen der Sonne hin zu sprießen und zu keimen. Als wir aus dem Wald heraustreten, liegt gerade unter uns Forchtenberg. Von hier aus kann man die ganze Anlage des Städtchens übersehen. Im wesentlichen die Hauptstraße einerseits durch den Höhenzug, andererseits durch den Fluß eingefaßt. Im rechten Winkel dazu die Straße mit der Brücke, die zu den Äckern führt. Die Erweiterung der Straßenkreuzung zum Marktplatz, die beherrschende Lage der Burg kann man hier erst recht ersehen. Die Jüngeren sehen viel und fragen auch viel. Und oft können sie auch Antwort haben. Dann aber geht es im wilden Galopp hinunter. Feuer. Das Wettspielen am Nachmittag war sicherlich ganz schön, aber doch entbehrte es, wie das Spielen heute überhaupt im Blau-Weiß, der reinen Freude am bloßen Spiel und Kampf; — der Sieg steht viel weit mehr im Vordergrund und unsere Raffballspiele werden zu leicht Tummelplätze erbitterter Mannschaften. Abends am Feuer: Kordelverleihung und Preisverteilung. Hierfür wird viel Zeit gebraucht; denn nur wenige gehen leer aus. Dann wird in kurzen Worten über den Stand der Blau-Weiß-Werkstätten berichtet, die im süddeutschen Bund eine viel stärkere und mehr persönliche Bedeutung haben, für die Gauarbeit noch einige Ausblicke gegeben, und der Gautag ist geschlossen. Berlin Willy Lipschütz Die Landschaft um Forchtenberg. Wir wandern im Kupfertal aufwärts in die Höhe. Vorbei am Gipst bergwerk von Forchtenberg; bald sind wir hoch über der Burg-Ruine, der letzte Anstieg ist sehr steil. Immer mehr tritt der Graswuchs zurück, das. nackte Gestein des oberen Muschelkalkes leuchtet grell weiß auf den Weg- und wird in den Weinbergen sichtbar. Endlich sind wir oben, der Weg/ schlängelt sich völlig eben im schattigen Buchenwald. Einen Augenblick 136

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.