Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 7 (2.1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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verfügö noch nicht über den Anreiz bedeutender wirtschaftlicher Momente, die durch sich selbst wirken. Daher hänge das Schicksal des Palästinaaufbaus von der inneren geistigen Kraft der Zionistischen Organisation ab. Elna geistige Bewegung kann nur bestehen, wenn jedes ihrer Mitglieder aktiv ist. Die zionistische Idee rufe_ überall Kräfte hervor; sie müssen aber in vollem Umfang ihrer Verwirklichung dienstbar gemacht werden. Die Stätte hierfür ist die zionistische Organisation. Zionismus ist eine Forderung für jeden Einzelnen, sie heißt Auswanderung nach Palästina, um dort zu arbeiten und zu leben. Die Aufgabe der zionistischen Organisation ist es nun, alle die Kolonisation Palästinas erstrebenden Kräfte in sich zu vereinigen. Von einem solchen Gesichtspunkt aus sei Keren-Hajcssod sicherlich eine richtige Möglichkeit der Kapitalbeschaffung, aber gena'u so, wie ein Staat nicht nur von Steuern leben kann, ebenso ist es unmöglich, Palästina nur mit öffentlichen Oeidern aufzubauen. Der Aufbau Palästinas ist äußerst schwierig; es gibt heute kaum nennenswerte Kreditmöglichkeiten und selbst gut geleitete Unternehmen arbeiten nach kurzer Zeit mit Verlust. Überdies sind öffentliche Gelder keineswegs ausreichend, um die Kapital-Bedürfnisse des Aufbaues zu befriedigen. Die Aufbringung der notwendigen Mittel könno dadurch eher gesichert werden, daß man engere Bezirke persönlich verantwortlicher Arbeit und Tätigkeit jedes einzelnen Zionisten für konkrete Einzelaufgaben schafft. Die Geldaufbringung für konkrete Aufgaben, an denen der Einzelne mit seiner Person interessiert ist, *st leichter als diejenige für einen allgemeinen Fonds. Man hätte bei einer so fundierten, neuen Propaganda unter den Zionisten selbst zu beginnen und habe die Möglichkeit, die Ortsgruppen wieder zum Leben zu erwecken. Es seien in der Tat viele Kräfte vorhanden, aber sie liegen brach und müssen erst wieder Anstoß und ständig wirksamen Impuls erfahren. Aus dieser allgemeinen Lage der Zionistischen Organisation ergeben sich für den Blau-Weiß bestimmte Folgerungen. Die zionistische Organisation ist der einzige organisierte Bestandteil des jüdischen Volkes. In gewissem Sinne bedeutet sie sogar — als der einzige aktionsfähige Bestandteil: das Volk. Sie bedeutet auch heute schon als Organisation und in ihrem Apparat eine starke Kraft. Sie muß aber mehr als seither zu belebender und zeugungskräftiger Wirkung gebracht werden. Ohne Zweifel ist die praktische Aufgebe -des Zionismus zum großen Teil ein Problem der Organisierung. Sicherlich trifft ihre Durchführung auf Schwierigkeiten, die ungeheuer sind: weder ist Palästina ein besonders zur Kolonisation bevorzugtes Land, noch ist für eine Kolonisation die Eignung des jüdischen Volkes die günstigste; aber der politische Wille kann wirtschaftliche Schwierigkeiten überwinden helfen und an Schwierigkeiten werden sich die tätigen Kräfte steigern und messen können. Es gäbe keine Politik, die ohne ein öffentliches Instrument arbeiten kann; für das jüdische Volk ist die zionistische Organisation das Instrument seiner Politik. Der Blau-Weiß allein ist zu klein, als daß er ohne Hilfe der Organisation seine Aufgaben durchführen könne. So müssen wir die Mitarbeit in der Zionistischen Organisation für uns fordern. Vielleicht würde am Anfang die mit der großen Aufgabe gegebene Kleinarbeit nicht erfreulich sein, aber so wie ein guter Zug im Blau-Weiß jahrelanger Arbeit bedarf, so wird aucä schließlich diese Tätigkeit 61