Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 7 (2.1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2425321-2425322-2425328--1314-2425577- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Einzelnen Ist nicht mehr möglich, die Persönlichkeit des Führers steht picht mehr hinter allem. Dieser Einfluß des Führers muß aber wieder hergestellt, die Zöge müssen von den Gefahren gereinigt werden, die ihr Leben zu ersticken drohen. Im weiteren Verlauf der Debatte wurde noch auf eine Teillösung verwiesen. Die Älterenfrage — die nur eine. Frage der größeren Bünde sei — könne dadurch wenigstens erleichtert werden, daß man dem Führermangel der kleineren Bünde durch Überweisung von älterem Menschen aus den Zentren begegne. Schließlich wurde auf die Gliederung der Aufgaben für die Besonderheit von Wanderbund und Äiterenbund verwiesen. Die Welt des Wanderbundes ist , eine völlig andere, als die des" von den Begriffen der Pflicht und den Notwendigkeiten der Politik und Palästinas bestimmten Älterenbundes seit Prunn. Aus der Fülle der Gedanken, die in der mehrstündigen Aussprache dargestellt wurden, mag endlich die immer wiederkehrende Forderung einer Revolutionierung des Wanderbundes und die Befreiung der jüngeren Menschen von dem Leben der Hast und Unsteligkeit des Gesamtbundes unterstrichen werden. Der Wanderbund müsse wieder zu starkem eigenem Leben erwachen, so forderte man allgemein, ..und er dürfe nicht dazu herabsinken, bloß den Nachwuchs fßr die Älteren in ununterbrochener Folge zu stellen. Die Debatte hatte eine leidenschaftliche Teilnahme hervorgerufen; sie konnte das Problem der älteren Menschen im Blau-Weiß weiter klären und sie hat vor allem von der Notwendigkeit der Verjüngung und Stärkung des Wanderbundes überzeugt. Die Entwicklung über die Stellung von Älterenbucd zu Wanderbund und Ober die wirkliche Neubelebung des Wanderbundes bleibt der Zukunft überlassen. V. Der Nachmittag brachte einen ausführlichen Berich tderBundesleitung über die augenblicklichen Aufgaben und die Arbeiten seit dem Bundestag, der von Benno Cohn erstattet wurde. Der Blau-Weiß umfaßt heute über 3000 Menschen. Der Gedanke der Ausbreitung des Bundes gehört zu den selbstverständlichen Forderungen; daraus ergäbe sich als Folge die Organisierung der Werbearbeit. Ein wichtiges Problem der Leitung des Bundes sei die Verteilung der Menschen. Es sei sicherlich notwendig, und für die betreffenden auch glücklich, daß in Zukunft ältere Menschen der größeren Bünde in die Provinz ausgesandt würden, wo sie zu größerer Selbständigkeit gelangen könnten. Umgekehrt müsse man Menschen der Provinzbünde in größere Bünde überweisen. So könne man in einiger Zeit zur Aufstellung eines Ablösungsplanes kommen, dessen Verwirklichung allerdings abhängig sei von der Forderung, den Bund zu erweitern. Auch die Überweisung der Menschen nach Palästina sei von der Konzentralion der Kräfte sehr abhängig. Der Austausch der Menschen zwischen Galuth und Palästina müsse auch in diesem Zusammenhang als notwendig bezeichnet werden. Bei gleichmäßiger Verteilung der Kräfte würde man so hoffentlich auch bei der Übersiedlung in Zukunft zu größerer Stetigkeit gelangen und Schwierigkeiten zu überwinden vermögen, die in jüngster Zeit entstanden seien. Von der Gauarbeit, deren Autgaben bekannt sind, sei zu sagen, daß sie letzthin stark erlahmt sei, besonders durch die Konzentration der Menschen auf Berlin. 59