Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 7 (2.1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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So allein könne die Aktivität der älteren Menschen aus der Erkenntnis der Gegenwart und der Historie gesteigert werden zum planvollen Handeln einer politisch einwirkenden Generation, die als verbundener Stand von freien und wirklichkeitsnahen Menschen für die Stärke und Stetigkeit der zionistischen Bewegung sich einsetzen soll. In dsr auf das Referat folgenden Auseinandersetzung wurden die angedeuteten Fragen von den verschiedensten Seiten betrachtet. Eine Gefahr könne entstehen, wenn zwischen Zug und „Korporation", als künftigem Älterenbund, nicht völlige Einheit besteht; die Lebensformen der Korporationen dürfen nicht entgegengesetzt sein dem Leben des Wanderbundes. Die Menschen des Älterenbundes seien aus der Jugendbewegung emporgewachsen; so mfisseauch die Korporation voll verantwortlich für die Arbeit des Zuges werden: die Älterenerziehung sei vorwiegend Führererziehung. Dabei müsse die schwierige und gefährliche Situation berücksichtigt werden, die durch die Einwirkungen piaer fremden Umwelt auf unsere älteren Menschen bedingt sei, habe doch die Ergreifung von Geldberufen infolge notwendig gewordener Sorge für die Familie viele ältere Menschen in eine solche Situation gebracht. Bisher habe die bindende Kraft des Zugslebens hinweggeholfen. Warum muß nun eine solche Zusammenfassung der älteren Menschen in einem gesonderten Bunde geschehen? Gibt es keinen besseren Weg, der den Zusammenhang zwischen Wanderbund und Älteren stärker sichert als die Korporation? Warum können die Älteren nicht auch im Zug ihre Aufgaben finden? Man hat besonders nach Prunn geglaubt, der Zug sei ein Staat im kleinen, und es bedeute eine RDckentwicklung des Wanderbundes, wollte man alle Älteren aus den Zügen entfernen. Wohl ist die Verjüngung des Wanderbundes notwendig, wohl ist erforderlich, daß jüngere Menschen Einfluß auf die Züge gewinnen und stärkere Wirkungsmöglichkeiten entfalten können. Aber es ist ungeheuer gefährlich, die Älteren vom Wanderbund abzulösen, weniger des Wanderbundes wegen als vom Gesamtbunde aus gesehen. Durch die Zugserziehung könnten, wie gemeint wurde, auch alle Aufgaben der Älteren-Erziehung gelöst werden: Der Großzug sei hierzu besser geeignet als eine Korporation. Alle Kräfte hätten sich in verstärktem Maße gerade dem Wanderbund zuzuwenden; der Wanderbund müssö neu geschaffen werden. Seine Formen seien morsch, die bürgerliche Kleidung,, die die Kluft verdränge, und das Überhandnehmen des Rauchens seien Beispiele hierfür. Unsere älteren Menschen, so urteilte man auf anderer Seite, haben im Leben nicht die. notwendige Sicherheit und besitzen keine eigenen Auffassungen. Im Zug wird sicherlich eine außerordentliche menschliche Erziehung, eine Ausweitung der Seele erreicht, aber der Gewinn objektiver Einsichten käme zu kurz. Ohwohl man auch in der Erziehung der Zöge objektive Bildungsstoffe kenne, sei die Erfassung, Bildung und Zusammenfassung der Menschen doch immer stärker vom Erlebnis bedingt als etwa in einer Korporation. Die Korporation müsse aber gerade ihre Menschen in geistiger Auseinandersetzung erfassen. Während die Erziehung im Zuge heut klar sei und völlig gesichert bleibe, sei bisher im Blau-Weiß nur ganz selten eine Älterenerziehung geglückt. Die Aufgaben des Großzuges sind zu mannigfaltig, ein Eingeben auf den 58