Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 7 (2.1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Jugend" aus der westlichen Sphäre der Assimalilion zum Zusammenschluß treibt: Alle Gedanken, die sich auf die Vergangenheit des Wanderbundes bezogen, gehörten eigentlich der Auseinandersetzung über die Entwicklung der älteren Menschen im Blauweiß an und waren nicht nur in propagandistischer Absicht ausgesprochen. Chaj Isacharoff hielt eine Rede in hebräischer Sprache^ in der eine Entwicklung der jüdischen Bewegung aufgezeichnet wurde, das Leben der Juden vor Beginn der nationalen Erneuerung des letzten Jahrzehntes des vergangenen Jahrhunderts, die unnormalen Daseinsbedingungen der Juden der Gegenwart und das Bild einer starken, nationalen Arbeit in Erez-lsrael, in der die Jugend — namentlich des Westens — zu besonderer Aufgabe berufen sei. Die Debatte war unerfreulich, aber nicht minder lehrreich. Im Schlußwort wandte sich Walter Moses an die anwesenden Zionisten und entwickelte eine Reihe von Gedanken, die sich auf die kolonisatorische Aufgabe des Zionismus und die ideelle Bedeutung der westjüdischen Jugend innerhalb dieser Aufgaben bezogen. IV. Der zweite Tag war der Auseinandersetzung Ober die Älterenfrage gewidmet, der — wie in den Gedanken der Eröffnungsreden ausgedrückt wurde — eine immer stärker gewordene Bedeutung bekommt und die zur Klärung drängt Martin Bandmann hielt am Dienstag, den 25. Dezember das Einleitungsreferat zur Aussprache über den „Älterenbund". Anknüpfend an die Darstellungen des ersten Abends wurde versucht, von drei Seiten aus die Notwendigkeit eines Ätterenbundes zu begründen, vom Wandelbund, von der Lage unseier Älteren und dem Gesamtbunde aus. Vom Wanderbund aus gesehen müsse man feststellen: unsere älteren Menschen leben heute noch immer in den Zügen, und durch die Züge sind sie erzogen worden. Grundlage aller Zugserziehung ist die restlose Ergriffenheit aller Menschen vom Leben des Zuges. Die geschaffene Bindung beruht hier auf der Allgemeinheit des Milieus; die Allgemeinheit der Stimmung löst und entfaltet erst die Kräfte, die späterhin aktiv werden. Aber es sei unverkennbar eine Gefahr für ältere Menschen, wenn sie in solcher stimmungsbedingten Aktivität stehen bleiben. Ältere Menschen sind ihrem Wesen nach anders als jüngere, und wenn ihnen nicht die Möglichkeiten gegeben werden, dieses „Anderssein" zu persönlicher Reife auszugestalten, so müssen sie zweifellos inaktiv werden. In der Zugatniosphäre könne sich die Besonderheit eines eigenen Lebens der älteren Menschen nicht entwickeln. Man müsse erkennen, daß die Zugserziehung ihre Grenzen hat. Ältere Menschen sollten neben der Allgemeinheit eines Milieus und neben einer nur stimmungsmäßigen Aktivität zum Gewinn der besonderen Funktionen ihres eigenen Lebens gelangen. Das ideal einer solchen Erziehung sei nicht so sehr von „Freiheit" und Loslösung bestimmt als von der Entfaltung von Kräften innerhalb einer Gebundenheit. Das Ideal der älteren Menschen im Blau-Weiß muß die von einer Einheit individuellen und bundhaften Lebens getragene Persönlichkeit sein. Es könne für Blauweiße ein ausschließliches Genügen weder im Beruf noch im privaten Studium geben: Menschen, die ausschließlich in solcher Tätigkeit bleiben, 56