Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 7 (2.1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Iteiten, die die Bibel als Bildungselement besitzt oder besitzen könnte, wurden in schöner Form und „mit jener von der Nähe der Problemsphäre bedingten Bescheidenheit" betrachtet: nicht alle Teile der Bibel seien gleich geeignet, als Objekte der Bildung für eine Gemeinschaft zu dienen. Während vielleicht di? erzählenden Bücher stärker der'Beschäftigung innerhalb einer Gruppe ensprächen, seien einige Bücher, so vor allem die Propheten, nur dem Einzelnen zugänglich und seiner Arbeit vorbehalten. In diese Debatte — klarer und lebendiger als die unbefriedigende Ausspriche des Bundestages — kam neuer Impuls und eine bestimmende Note duqh die explosiven Bemerkungen, so muß man es nennen, eines Menschen, der mit unmittelbarer Spontaneität den Lebenskreis des hebräischen Palästinas zur lastischen Anschauung zu machen vermochte: die Diskussionsbemerkungen vonfhaj Isacharoff, einem palästinensichen Freunde des Bundes. Sie gehörten nich nur um ihrer äußeren Form willen zum Höhepunkt dieser Debatte, obwoh gerade die Tatsache des lebendigen Hebräisch das stärkste Zeugnis für unsere Prolemlage und Forderungen sein mochte. Aber mehr als das Wie seiner Redl mag der Inhalt aufgezeichnet sein. Die Bemerkungen trugen offensiven iCjiaiakter; sie richteten sich gegen die Vorstellung, als ob die jüdische Milfur nicht ausreichend für die Begründüng eines Bildungssystems sein Könnte und als ob ein wirkliches jüdisches Leben in der Gegenwart nicht jbrhanden sei. Diese irrtümlichen Vorstellungen seien durch die Unkenntnis es wirklichen Lebens im Osten und in Erez-Israel bestimmt. Zwar entspreche Iha kulturah ha-ivrith" noch nicbt jenem umfassenden und vertieften Bilde *on Kultur, die sich entwickeln müsse, sondern sei erst der Beginn von etwas [euem, an dem man aber trotzdem oder besser gerade deshalb nicht vorüberehen könne. Das Leben der Kwuzoth und Moschwei-Owdim sei ein Dokumen t ieser neuen Kultur. Kultur sei eben nicht nur bestimmt von Kunst, Philosophie nd dem Leben des Vergangenen, sondern vor allem von der Haltung und jaen Einflüssen der Menschen der Gegenwart. Die gegenwärtige Kultur in /Palästina sei stark genug, um sich zu Grundvorstellungen für eine Erziehung ('auszugestalten. Das beste Beispiel für die Möglichkeit fruchtbaren Ineinander- 1 wirkens sei gerade ein Mensch, der im Leben des Landes aufgewachsen, dem i Hebräisch Muttersprache und Volk Selbstverständlichkeit sei, dem Blauweiß | .zustrebt, wobei er die Besonderheiten und Möglichkeiten dieser Gruppe von Menschen jiebt und anerkennt. Man dürfe dieses neue Leben und auch das Leben im Osten nicht negieren, am wenigsten vor einem Kreis von Menschen, die noch erzogen werden sollen. Wenn wir eine eigene neue Kultur erstreben, können wir zu ihr nur von der Sicherheit eines starken geistigen Fundamentes aus gelangen. Diese Basis sei die lebendige jüdische Kultur. Gerade in der Frage der Wahl der Bildungstoffe sei derjenige, der gewohnt sei an die Sicherheit der Urteile und die Geradheit des Weges des Blau weiß zu glauben, als ein Fernerstehender betroffen, wenn er etwa — wie im Bildungs-Referat von Hohenberg — das Beispiel der Bibel völlig vermisse, jener Bibel, die von jedem gebildeten Nichtjuden als das größte jüdische Kulturdenkmal empfunden werde. Das Verhältnis zur hebräischen Sprache sei — auch dort wo im Blauweiß Hebräisch gelernt werde — nicht immer das richtige. Meist lerne man 53