Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 7 (2.1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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die dem Blauweiß begegnen, werden dem Wanderbund, als dem einzigen vorhandenen Instrument des Bundes übertragen. Dadurch entfernt er sich immer stärker von den eigentlichen Aufgaben der Erziehung junger Menschen. Endlich sind heute die vielen älteren Menschen, welche die Züge verstopfen, eine Ursache der starren und unbeweglichen Formen geworden, und die Anpassungen an die Lebenserscheinungen der Umwelt seien eine Gefahr. Die Älterenfrage ist — vom Wanderbund aus gesehen — zur Lebensfrage geworden; denn nur wenn es gelingt, die Züge von der Last der älteren Menschen zu befreien, wenn eine wirklich revolutionäre Stimmung die Zöge und den ganzen Wanderbund beseelt, wenn wieder die Fahrt ihre alte Bedeutung bekommt und auch das Ergriffensein der Menschen von der Fahrt und von ihrem Zug das bestimmende Moment ist, nur dann wird die Zukunft des Wanderbundes und damit des gesamten Bundes eine glückliche und frohe sein. Deshalb sei die Besinnung auf die eigentlichen Kräfte des Wanderbundes notwendig und deshalb müsse der Schnitt gemacht werden zwischen den Menschen, denen Fahrt und Zug alles und zwischen denjenigen, denen Fahrt und Zug nur etwas bedeuten. Formen haben nur dann ihren Sinn und Wert, wenn sie Ausdruck des Lebens sind, das sich dahinter birgt;, die Entwertung der symbolischen Kraft der Kluft zeigt am deutlichsten heute, wie sehr eine Wandlung eingetreten ist gegen früher, Hand in Hand mit der Reinigung des Wanderbundes ginge die Aufrichtung der Älterenbünde. Die Besinnung auf die bestimmten Ziele, die jeder dieser Kreise zu erreichen hat und die Besinnung auf die Aufgabe, dienend-tätiges Qlied der Volksgesamtheit zu sein, sei der besondere Sinn dieser Stunde. Indem der Fragenkomplex von dem Problem der Erweiterung des Bundes aus betrachtet wurde, versuchte Georg Strauß die Situation der Älteren zu kennzeichnen. Nicht alle Fragen des Bundes seien von der Idee des Wanderbundes bestimmt. Der Wanderbund biete nicht für die Mehrheit ci».r älteren Menschen eine wirkliche Entfaltungsmöglichkeit. Er sei nicht für alle die Stätte einer wirklichen Fortbildung und individueller Erziehung; es fehle ihm die Sphäre einer freien geistigen Einstellung. Die Forderung eines Älterenbundes sei eine Folgerung aus der zionistischen Lage, die klare Ausbildung eines politisch-aktiveren Menschen und Bundes das Ziel. Von dieser Seite der Älterenfrage komme man aber zur Frage nach der Zukunft des Wanderbundes zurück. Man finde als Gegensätze einen Älterenbund als eine Sphäre freieren geistigen Lebens gegenüber einem Wanderbund mit seinem unbedingten Erfülltsein der Menschen von Zug und Bund vor, den Rationalismus der älteren Menschen und die freiere, revolutionäre Stimmung des Jugendbundes. Klar seien die Rationalisierungen und die Einflüsse der Außenwelt namentlich im Bereiche der Wirtschaft und des Berufes, Einwirkungen, durch die leicht Kräfte erstickt werden können, die von unten her emporstreben. Deshalb sei eine innere Befreiung und Entspannung sehr notwendig empfunden auch von der Seite, der Züge. Die Neubildung des Wanderbundes werde erleichtert durch die Klarheit über die Erziehungsmaximen des Unterbaues und durch die Herabsetzung der Forderungen, die an den Führer gestellt werden. Es sei daher möglich und notwendig, daß in Zukunft 49