Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 7 (2.1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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in schöner Weise verständigen, so fehlten jene Fragen der politischen Arbeil des Blauweiß fast noch völlig. Jetzt aber dominierten gerade die Fragen der politischen Aufgabe und die Probleme der Alteken, wenn auch die Fragen der Bildungsstoffe und -Wege keineswegs fehlten. 1 Die Leipziger Tagung war seit dem Prunner Bundestag die erste Gelegenheit, wo wieder einmal das Leben und die Fragen des Bundes von unten her durchbrachen. Nicht restlose Klärung der Fragen war das Ergebnis dieser leidenschaftlich bewegten Leipziger Aussprache, aber die klare Aufzeigung der Richtung, in der sicli ihre Lösung anbahnt. II. Die Leipziger Tagung begann am Sonntag, den 23. Dezember 1923. Nachdem die älteren Angehörigen der Züge und Bünde im Laufe des Tages eingetroffen und in gut vorbereiteten Massenquartieren untergebracht waren, ließ sich gegen Abend die Anwesenheit von etwa 35ö Blauweißen feststellen. Die Vorbereitungen waren vom Leipziger Bund in mustergültiger Weise durchgeführt worden. Um 9 Uhr versammelte man sich im Tagungsraum, der Aula der Jüdischen Schule. In knappen Eröffnungsreden begrüßten die Mitglieder der Bundesleitung die Anwesenden. Die Begründungen, die in diesen Reden gegeben wurden, drückten aus, daß diese Tagung einem von der Leitung aufgenommenen Bedürfnis des Gesamtbundes entsprungen sei, sich wieder einmal — abseits vom Lärm des Tages und seiner Forderungen — mit allen verantwortlichen Menschen über die bestehenden Fragen zu beraten, Klarheit über die nächsten Aufgaben des Bundes und über die Verteilung seiner Kräfte zu schaffen. Es sei immer stärker und stärker das Bedürfnis nach einem Älterenbund — namentlich in den größeren Einzelbünden — entstanden und diese Tagung habe deshalb in ihren Mittelpunkt die Auseinandersetzungen über die Älterenfrage zu stellen. Mit dieser aber seien aufs engste verknüpft die Möglichkeiten eines starken und freien Wanderbundes, der — mehr als bisher — beherrscht sein müsse von den jüngeren Menschen der Züge, geführt werden müsse von einer Generation junger Führer. Schließlich gehören die Fragen der Politik — wie auf jeder Tagung seit Prunn — zu denjenigen Problemen, mit denen der Blauweiß sich zu beschäftigen habe. Um alle Debatten vor der Öffentlichkeit des Bundes und in der Erwartung einer aktiveren Teilnahme der einzelnen zu führen, seien in Leipzig keine gesonderten Beratungen der Leitung vorgesehen. Martin Bandmann versuchte von der Seite des Wanderbundes her die augenblickliche Situation des Blauweiß zu charakterisieren: Ist der Wanderbund noch in jener ungetrübten Form und Stärke seiner Kräfte vorhanden wie einst? Die Antwort sei gegeben, wenn man auf die Gefahren hinweise, die aus der Tatsache resultieren, daß nicht mehr die revolutionäre Stimmung der Anfangsjahre das Leben der Züge beherrsche. Die Ursachen seien klar: Die Hast und das Getriebe des ältergewordenen Bundes stünden gegen die Ruhe und Stetigkeit, die der Wanderbund braucht. Alle Aufgaben, 48