Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 6 (1.1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Besonders erfreulich ist es, daß sich unter den Neumeldungen zur Landwirtschaft zum Frühjahr auch eine Reihe von Führern befinden. Zu IV. Als Beweis für die fachlichen Fortschritte unserer Leute dient uns die Tatsache, daß unsere Wirtschaften allgemein als Musterbetriebe gelten, die von den Landwirten der Umgegend als solche anerkannt werden. Die Bauern, bei denen unsere Jungen einmal gewesen sind, wenden sich fast ausnahmslos in jedem Jahre von neuem an das Praktikantenamt mit der Bitte, ihnen Lehrlinge zuzuweisen. Zu V. (Zusammenarbeit mit anderen Organisationen.) Zu Beginn des Jahres ergaben sich Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit dem Hechaluz, da die Kompetenzen unseres Praktikantenamtes und des Hechaluz nicht genügend scharf abgegrenzt waren. Dies ist inzwischen in dem Sinne geschehen, daß der Hechaluz allein die Aufgaben einer landwirtschaftlich-zionistischen Gewerkschaft übernimmt, außerdem sind wir mit ihm zur Zeit durch Personalunion verbunden. Zu VI. (Uebersiedlung.) In diesem Jahre konnten nur 13 Praktikanten aus dem Bunde nach Palästina' gehen: Manfred Aschner, Fritz Neumann, Franz Littauer, Kurt Schwarzer, Hans Friedenthal, Hans Cohn, Paul Lorenz, Heiner Katzenstein, Bruno Hirschberger, Leonhard Sklarz, Hermann Hirsch, Kurt Hirsch, Hans Sternberg. Der große Nachwuchs, vor dem die landwirtschaftliche Bewegung steht, macht die Aufrechterhaltung aller bestehenden und die Gründung neuer Zentren unbedingt nötig. Aus diesem Grunde muß eine Reihe von Leuten, die ihrer Ausbildung nach die Reife zur Uebersiedlung erlangt hat, noch ein Jahr in Deutschland bleiben, da die Zentren nicht allein von ungeschulten Kräften besetzt werden dürfen. Die Uebersiedlung ging im übrigen nach Ueberwindung der üblichen Schwierigkeiten (Zertifikatsbeschaffung) glatt von statten. Zu VII. (Hebräisch.) Das Hebräische in der Praktikantenschaft krankt heute noch an drei Uebeln; erstens hat der landwirtschaftliche Arbeitstag in Deutschland während des Sommers 16/19 Arbeitsstunden, so daß kaum Zeit zu etwas anderem übrig bleibt, dann macht sich der Mangel an Lehrern unter den Praktikanten sehr fühlbar und schließlich war es aus Mangel an Mitteln bisher nicht möglich, den bereits etwas vorgebildeten Leuten Bücher zur Verfügung zu stellen. Zu VIII. (Finanzierung.) Die materielle Seite unserer Arbeit wurde bisher ziemlich dilatorisch behandelt. Die,Ausgaben bestanden meist in kleineren Summen: Reisegelder, bei Wechsel der Stellen und Arbeitskleidung für die von Haus aus Unbemittelten, Abonnement von Fachzeitschriften für die Zentren u. dgl. Die Summen für Ausrüstung und Ueberfahrt nach Palästina gehören nicht auf dieses Konto. Desgleichen sehe ich hier von den verschiedenen, einmaligen Investitionen ab, die von verschiedener Seite bei der Gründung der Zentren für uns gemacht worden sind. Die Einnahmen waren überhaupt keine regelmäßigen. Von Fall zu Fall brachten wir notwendig werdende Gelder bei Einzelpersonen oder Organisationen auf. Diese Methode wird von Tag zu Tag undurchführbarer, 25