Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 6 (1.1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Berufsumschichtung körperlicher und psychischer Art. Das zweiie Jahr zeigt, während die technischen Kenntnisse vervollkommnet werden, schon mehr die Zusammenhänge einer Wirtschaft. Ein Winter soll möglichst von allen in der Stadt zugebracht werden, in erster Linie zur Erlernung der hebräischen Grundkenntnisse. Wir kennen heute drei Formen der Ausbildung: a) In eigener Siedlung. Vorteile: Aus dem eigenen Besitz ergibt sich erhöhtes Interesse und Verantwortungsgefühl, damit intensivere Beschäftigung mit der Materie, Fehler, dit gemacht werden, können nicht übersehen werden, da sie sich im Betriebe selber rächen. Nachteile: Unsere Jungen sind größten Teils noch sehr jung und zum Teil daher der Verantwortung, die man ihnen Obergibt, nicht gewachsen. Aus Gründen der Rentabilität müssen mancherlei Arbeiten, die sich in einigen Tagen gut erlernen ließen, wochenlang ausgeführt werden. b) Im Praktikantenheim (Ludwigshorst). Vorteile und Nachteile wie bei „a", die Verantwortung für den Betrieb fällt weg, das Abwägen v/ie weit Jungen aus wirtschaftlichen Gründen zu Dauerbeschäftigungen (wie z.B Rüben hacken usw.) hinzugezogen werden müssen, bleibt dem Besitzer überlassen. c) Beim Bauern. Vorteile: Ausgezeichnetes Arbeitstempo als Maßstab für die eigene Arbeit, große Tradition der Wirtschaft. Nachteile: Betrieb meist auf wenig moderner Grundlage, für Anfänger, die nicht besonders kräftig sind, besteht die Gefahr, im Anfang ihre Organe zu überanstrengen und sich damit für den Beruf untauglich zu machen. Es ist nicht möglich, einen dieser 'Ausbildungswege als den richtigen zu bezeichnen. Es ist nötig oder wenigstens wünschenswert, alle drei kennen zu lernen. Andererseits ist es unbedingt notwendig, mindestens ein Jahr in demselben Betriebe zu arbeiten. Zu III. (Berufsumschichtungstendenz im Bunde.) Die Idee der Berufsumschichtung ist heute in fast allen Bünden wieder lebendig. Die Hindernisse, die durch die Verhältnisse in Deutschland hervorgerufen wurden, sind als überwunden zu bezeichnen. Die Gründe, die dem Bunde die Landwirtschaft heute besonders lebendig machen, sind kurz folgende: 1. Das Konkretwerden der Palästinapläne des Bundes, d.h. der Kolonie, die in erster Linie Landwirte und Gärtner erfordert. 2. Das allgemeine Wachsen des Bundes, das ein Erstarken seiner beiden ursprünglichen Kraftquellen, . der Jugendbewegung und des Zionismus mit sich brachte und das gleichzeitig mehr oder weniger bewußte Empfinden, daß dies auch die allgemeinen Grundlagen einer jüdischen Berufsumschichtung sind. 3. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland, die immer wieder zeigt, daß die eigentlichen Kraftquellen für das Ganze und den Einzelnen immer in der Urproduktion liegen. 24