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Blau-Weiss-Blätter · 1925-01-01 · Editorial · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1925)
Issue
Editorial
Date
1925-01-01
Page
Seite 13 (sequence 16)
Language
German
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da war und daher dem Unkraut die Möglichkeit zur Ansiedelung gab?. Ich nehme dieses an, denn es spricht dafür, daß am Rand, wo die Körner nicht so gleichmäßig fallen, das Unkraut am dichtesten steht. Disteln gibt es natürlich auch hier, nur nehmen sie keine Ausnahmestellung gegenüber dem anderen Unkraut ein, sie gehören eben mit dazu. Oder nur insofern als sie unter allen Umständen herausmüssen, während es bei dem oder jenem anderen Unkraut wohl übersehen wird, wenn es stehen bleibt. Mit Ausnahme allerdings eines, das ist das Ziegebein und niemand anderes als unsere liebe Kornblume, so daß man das Sprichwort prägen möchte: Weizen jäten und Ziegebein stehen lassen. Während nämlich die Distel infolge ihrer andersartigen Physiognomie sofort auffällt, ist dies beim Ziegebein nicht so. Von Blume ist natürlich jetzt noch keine Rede, die grüne Pflanze aber hat jetzt ungefähr dieselbe Höhe und Farbe wie der Weizen, der Stengel ist allerdings stärker, meist nur ein Stengel, während beim Weizen viele Halme dicht beieinander stehen. Die Blätter sind abgerundet, während die des Weizens spitz sind, und so kommt es, daß man allerdings schon immer eine Ahnung von dem Vorhandensein des Unkrauts hat, wenn man an ein Büschel Weizen kommt, das gar so dicht ist und dabei doch einen etwas unordentlichen, uneinheitlichen Eindruck macht, als müsse etwas nicht stimmen. Und richtig: bei genauem Hinsehen besteht das Büschel zum großen Teil aus einem dicken Ziegebein, das wir möglichst weit unten anpacken und ausreißen wollen. Natürlich bricht es an der Wurzel ab. Wir hätten es also doch erst lieber etwas mit dem Messer an der Wurzel lockern und dann ausziehen sollen. Aber die Wurzel, die so fest sitzt, muß diesmal mit heraus, denn das Ziegebein hat die Angewohnheit, sonst zu schnell nachzuwachsen. Ueberhaupt scheint das Unkraut seinen Namen erst eigentlich dadurch zu verdienen, daß jedes seine eigene Art, besser Unart, unangenehm aufzufallen, hat. Da ist eines: die Hundskamille. Nicht sehr groß, nicht so sehr gefährlich, wenn es mal stehen bleibt, aber immerhin häufig genug. Sein Name offenbar daher, daß es wie die Kamille nicht breite Blätter, sondern vielmehr auf zwei, drei glatten, weichen Stengeln einen Busch Faden trägt, also kraus aussieht. Es siedelt unmittelbar zwischen dem Weizen: Jetzt packst du den besagten Stengel und ziehst, da er nicht, nachgibt, ziemlich heftig m

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