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Blau-Weiss-Blätter · 1925-01-01 · Editorial · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1925)
Issue
Editorial
Date
1925-01-01
Page
Seite 12 (sequence 15)
Language
German
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hin gäbe, sondern als ob sie einmal hier in der Ecke länglicher, aufrechter und doch weicher und mehr saftig grün, drüben an der Seite wieder krauser und spitziger seien. Dort steht sogar eine gelbfleckige Art oder liegt eine Krankheit vor? Jetzt wieder erregt ein sich bewegender grellroter Punkt, der so rot wie die Biese meiner Militärhosen dicht daneben und wirklich nur ein Punkt so groß .wie ein Sandkorn ist, meine Verwunderung, da er sich bewegt. Durch Analogieschluß mit größeren, ähnlichen Tieren stellt sich schließlich heraus, daß es sich um eine Laus, nämlich die Feldlaus handelt! Woher aber, frage ich mich, kommt diese rote Farbe in ein Milieu wie den grauen Sand, das zartgrüne Korn und die immerhin auch nicht gerade aufregend grüne Farbe der Disteln? Viel eher paßt hier das Mattgold anderer größerer und kleinerer Käfer hinein, die ich wohl von flüchtigem Ansehen, aber auch nicht näher bei Namen und Familie kenne. So rücken wir langsam über das Feld vor. Jeder hat seih Revier, und wenn man sich, wie man auch soll, noch vorsieht, daß man den Hafer nicht zu sehr niedertritt, sondern statt dessen möglichst in die „Furchel" tritt — denn er ist ja nicht breitwürfig mit der Hand, sondern mit der Drillmaschine gesät worden — so sieht es zum Schluß ganz schön sauber aus, da ja das andere Unkraut noch zu winzig ist, um den Sand zu bedecken, zum Teil überhaupt noch nicht aus der Erde ist. Man sieht, was man getan hat, und das befriedigt. - III. Hiermit ist schon angedeutet, daß es anderswo nicht so ist: nämlich beim Weizenjäten, bei dem allerdings nicht der Weizen, sondern das Unkraut gejätet wird. Hier genügt es nicht wie bei den Disteln, deren Hauptfehler ist, daß sie uns stechen, das Unkraut zu entfernen, sondern dem Weizen muß Luft geschafft werden vor dem Unkraut. Dieses hat seit dem Herbst, als das Feld gestürzt wurde, Zeit genug gehabt, wieder an der Oberfläche zu erscheinen und hat das ganze Feld, auf dem der Weizen schon buschig ist, dicht bedeckt, am meisten allerdings an den Stellen, an denen der Weizen nicht so dicht steht. Wessen Schuld das ist, ob des Unkrauts, weil es zuerst da war und den Weizen nicht aufkommen ließ oder ob des Weizens, weil er nicht 12

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