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Blau-Weiss-Blätter · 1925-01-01 · Editorial · p. Seite 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1925)
Issue
Editorial
Date
1925-01-01
Page
Seite 10 (sequence 13)
Language
German
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allgemeinen hat man gar nicht nötig, besonders nach ihnen zu suchen, denn sie fallen zwischen dem viel helleren* Getreide durch die dunkelgrüne Farbe und die viel massigere Form sofort ins Auge. Aber die ganz kleinen Pflänzchen, die soeben erst drei, vier Blätter hinausgesandt haben, entgehen dir doch oft beim Dahinschreiten, wenn du auch da, wo viele bei einander stehen, gebückt gehst, da das Aufrichten sich ja nicht lohnen würde. Und dann ist nach 14 Tagen das Feld schon wieder voller Disteln, während du doch glaubtest, jetzt wären sie im allgemeinen ausgerottet, denn zum Schluß brauchtest du bald eine Stunde und hattest doch das Körbel noch nicht voll. Und der Großvater (so wurde später berichtet), der beim Salatpflanzen von weitem zusah, meinte drinnen zur Bäuerin: „Na, nun muß es aber nicht mei veil Disteln haben, der Korl geht ja immerzu grade." Eigentlich viel hatte es nur im Grunde gegeben, in der niedrigst gelegenen Ecke des Feldes, wo vor zwei Jahren das. Hochwasser bis in den Mai hinein gestanden hatte, so daß Mariechen von dieser Ecke meinte: die Frau Nachbar'n wäre wohl dort lang gegangen und hätte immer handvoll Distelsamen auf unser Feld gestreut. Noch schlimmer sieht es da draußen in dem jungen Hafer aus. Gleich in dem ersten kleinen Stück, wenn wir unseren Feldweg hinaufkommen, zeigen sich an den Stellen, an denen damals das Wasser gestanden hat, gelbe Flecken im Hafer, die daher rühren, daß alle die Hälmchen an der Spitze gelb gefärbt . sind. An denselben Stellen ist es dunkelgrün von Disteln — ein ganzes Pflaster, wie Frau Stiller meint. So üppig haben sie sich erst seit einigen Tagen entwickelt, während es vorher ein leichtes schien, die paar Disteln aus dem Hafer herauszuholen. Die kleinen Disteln waren eben noch nicht recht herausgekommen, und es wäre dumm gewesen., damals schon an den Hafer zu gehen. Es hatte ja auch noch nebenan im Weizen Arbeit gegeben. Jetzt war es aber höchste Zeit, denn sonst wäre der ganze Hafer krank geworden. Wir gehen jedoch , erst zu Mittag (11 Uhr), denn vorher war es noch naß, wie wir auch nach dem Regen erst einige Zeit warten mußten, bis wir mit dem Distelstechen anfingen. Es ist ja t klar : wenn der Acker naß ist, wird er zu sehr zertreten, und auch die Disteln sind zu schmutzig, nicht für uns,»aber. Jür das Vieh, das sie nachher fressen soll. 10

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