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Blau-Weiss-Blätter · 1925-01-01 · Editorial · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1925)
Issue
Editorial
Date
1925-01-01
Page
Seite 8 (sequence 11)
Language
German
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kann? Ist schlechtes Wetter, so werden aus Langstroh Seile für die Ernte gebunden, und es ist nicht leicht, den Knoten so fest zu ziehen, daß nicht das Seil wieder auseinandergeht, wenn man mit dem Fuß auf das eine Ende tritt, an dem anderen aber mit Kraft zieht. Denn dieser Probe muß ein rechtes Seil standhalten. Aber glücklicherweise kommt der Frühling doch endlich mit 'wärmeren Tagen — immerhin ist es schon Mai, und wir warten schon lange genug — und mit ihm eine schöne Arbeit, wie die Bäuerin meint, das Unkrautjäten. Es gibt zwei Arten Unkrautjäten, ungerechnet das „Queckenlasen". Denn auch die Quecken sind natürlich Unkraut, ja eigentlich das Unkraut schlechthin, unser Indschill: Zähe, weiße Wurzeln mit ein paar grau-grünen Halmen. Meistens sind es nur die Wurzeln, die wir oft mit Strohhalmen verwechseln. Auch solche lugen ja vom untergepflügten Dünger aus dem Acker, woraus wir ersehen, daß erst vor kurzem gestürzt und geeggt worden ist. Ja. der Boden ist sogar nach dem Eggen mit dem Krümmer, der lang- und krummzinkigen Eisenegge, besonders aufgewühlt woiden, damit die Quecken ans Licht kommen sollten. Nun sind wir aber schon nach der Aussaat. Der Acker ist frei von Quecken, und das ist gut Es zeugt davon, daß die Arbeit in den Vorjahren tüchtig und genau besorgt worden ist — denn wie bald ist ein Feld verqueckt! Ungeachtet des Queckenlesens gibt es also zwei Arten von Unkrautjäten:* Das Distelstechen im besonderen und das We i z e j ä t e n im allgemeinen. IL Ich wußte eigentlich garnicht, daß das Korn, nachdem es gesät worden ist — Roggen und Weizen zum Winter, Hafer und Gerste in der Frühjahrsbestellung — noch einmal behandelt wird, sondern dachte, daß man es nunmehr Regen und Sonnenschein überläßt, das daraus zu machen, was wir nachher ernten werden, und bei extensiver Wirtschaft mag es wohl auch so sein. Aber da ich noch vom vorigen Jahre her wohl in Erinnerung habe, wie die Disteln nachher beim Zusammenraffen, Einbinden und Hinaufreichen der Garben auf den Wagen in die Finger stechen, bin ich ganz froh, daß es anders ist, und die Arbeit ist wahrhaftig nicht schwer. Mein Vorgänger beim Bauern, Primaner 8

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