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Blau-Weiss-Blätter · 1925-09-01 · 1 (9.1925) · p. Seite 22

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1925)
Issue
1 (9.1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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Palästina und der Blau-Weiß. Referat, gehalten auf der Wintertagung in Erfurt von Georg Strau3. Auszugsweise nach dem stenographischen Protokoll. Vorbemerkung: Aus technischen Gründen kann der Abdruck des im Dezember v. J. gehaltenen Referats erst jetzt erfolgen. Die dazwischenliegende Zeitspanne hat naturgemäss zu einer Veränderung der Meinungen in vielen aktuellen Fragen geführt. Trotzdem halten wir die VeröiTemlichung des Referats wegen der Bedeutung seines allgemeiuen Standpunkts auch heute noch für geboten. Die Schrifileitung. Am Ende des Bundestages von Elpershofen habe ich versucht, über Palästina in der unbefangenen Weise des Betrachtenden, und nicht in der nachdenklichen des kritischen Beurteilers zu sprechen. Ich habe mich nicht über die Probleme des Aufbaus und nicht über unsere Stellung zu politischen und ökonomischen Teilfragen geäußert, sondern vielmehr Palästina betrachtet als Vorwurf für eine „Empfindsame Reise". Vielleicht ist es damals gelungen, von Licht. Luft und Linien, vom Pulsschlag dieses Landes etwas zu vermitteln. Der notgedrungen kurze Schluß, zu dem ich in Elpcrshofen gezwungen war, hatte aber verhindert, auf die tieferen Fragen Palästinas einzugehen. Daß man in Eipershofen noch nicht über Pro- ■ bleme des Palästina-Aufbaus gesprochen hat war gut; denn die Nachrichten, die uns aus Palästina inzwischen erreichten, haben jeden Einzelnen von uns zu neuem gründlichen Nachdenken veranlaßt. Diese Tagung findet vorbereitetem Köpfe, als jede frühere im Blau-Weiß. Die Probleme, die sich beim Scheitern der Kwuzah Zwi und später im Konflikt mit der Histadruth zeigten, haben weniger alle Gegensätze der Meinungen klar aufgezeigt, als Grund gegeben, tiefer über sie nachzudenken. Die Fragen des Aufbaus, die wir zu lösen haben, können nicht ernsttiaft genug gesehen werden. Mit billigen Schlagworten ist hier nicht fortzukommen. Wir dürfen uns nicht länger durch allzuleichte Betrachtung jede wirkliche Einsicht verbannen, sondern müssen versuchen, die Verhältnisse Palästinas klar zu durchschauen und die Lösung zum mindesten vorzudenken. Die große Frage, die wir zu behandeln haben, heißt nicht, wie sie oft verflacht gestellt wird: Soll der Blau-Weiß mit der Histadruth zusammen marschieren oder nicht, soll er kommunistisch siedeln oder nicht? Das sind Dinge, die nur an der Oberfläche liegen. In die Tiefe vordringen, heißt sich die Frage vorlegen: Welche Aufgabe hat der westjüdische Zionismus zu lösen im Gegensatz zum ostjüdischen? Wir selbst 22

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