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Blau-Weiss-Blätter · 1925-09-01 · 1 (9.1925) · p. Seite 11

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Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
2 (1925)
Issue
1 (9.1925)
Date
1925-09-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Schicht her gepackt werden und in seinen vorhandenen Kräften ge wonnen werden. Geld an sich ist noch keine Macht und kann oft mehr Schaden als Nutzen anrichten. Daher war der Keren Hajessod, als die zionistische Parole ausgegeben, ein großes Unglück. Wirklich wertvoll waren die Positionen im Wirtschaftsleben der Welt, waren die schaffenden Arbeitskräfte, die das Aufblühen so vieler Völker mit verursacht haben. Wie sollte man diese gewinnen, wenn nur Arbeiter Palästina aufbauen können? Welche Aufgabe sollte diese ersten Männer reizen, um jenes neue Werk ihrem alten Schaffen vorzuziehen. Hier mußte ein anderer Zionismus, ein anderer Aufbauplan bestehen, um mit diesen Kräften leben und arbeiten zu können. Auch als Einzelmächte, jede für sich, wäre ihr Wirken sehr bedeutungsvoll und entscheidend geworden. Aber wenn es gar gelingen sollte, eine Anzahl zu einem Bunde zu vereinigen, wenn, angelockt von einem vorhandenen gut disziplinierten Bunde mit seinen reichen Aktionsmöglichkeiten, hier bedeutende Männer kostbare Instrumente ihrer größeren Leistungen gesehen hätten, wenn so von einem obersten Kreise her endlich eine planmäßige Kolonisation begonnen hätte, welch ein Palästina, welche zionistische Organisation würden heute vorhanden sein! Es war dem alten Bunde klar, daß das entscheidende Problem des jüdischen Volkes seine Organisierung bedeutet. Organisieren hieß, die Menschen durch eine gemeinsame Idee binden. Richtig ist, daß der Bund als Armee noch kein Orden sein wollte, obwohl auch dieser Gedanke schon vor Prunn gepflegt wurde, aber keine reifen Menschen für ihn fand. Aber ebenso richtig war auch die Armee und ihr Aktionsplan nur denkbar, weil der Bund als Mittel der zionistischen Machtbildung und Machtergreifung gedacht war. Die Bildung eines überlegenen Führerkreises, der gemeinsam und als Einzelkräfte die Gestaltung Palästinas und die Führung des Volkes übernehmen sollte, so wie es utopisch in Alt-Neuland beschrieben wird, das war die erste Aufgabe unserer Erziehung, die Schaffung einer gehorchenden, in den Händen von Führern durch feinste Kombination äußerst wirksam gemachten Armee die zweite. Wir wollten jeden ausnutzen und ihm damit das Gefühl seiner Nützlichkeit geben. . Auch der gewöhnliche Blau-Weiße sollte sich so seines Wertes bewußt werden, sich als notwendiges Glied der nationalen Kette empfinden. Unsere Koloniepläne waren politisch als Aktionszentren in Palästina bestimmt. Niemals haben wir an wandervogelähnliche Siedlungen gedacht, bei denen die Erfüllung schon in der Schaffung eines neuen eigengesetzlichen Lebens lag. Als Selbstzweck hätten wir sie abgelehnt. Die Prunner Beschlüsse hatten aus der Jugendbewegung einen politischen Bund gemacht. Seit.Prunn begann der Kampf des Bundes in der zionistischen Oeffentlichkeit Früher war er nur von Einzelpersonen geführt. Der Kampf hat,heute mit der Niederlage des Blau-Weiß geendet. Nicht von außen besiegt Das K. J. V., unser großer Gegner, ist vor uns zusammengebrochen. Aber innerlich haben wir ihn aufgegeben, unsere Idee zu Gunsten des herrschenden zionistischen Geistes verfälscht und geschwächt. Was war die entscheidende Färbung des Bundes, die ihn und seine Menschen von gewöhnlichen Kapitalisten und Unternehmern unterscheiden 11

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