Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 5 (7.1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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nung im Zelt sein würde. Ein Lager aus Moos muß vollständig trocken sein, daher ist das Moos nach dem Abreißen erst einen Tag lang in der Sonne auszubreiten. Aus den Spitzen von Nadelhölzern kann man ein gutes Lager bereiten, wenn man viele hat. Man muß die kleinen Zweige vom Kopf des Lagers beginnend nach den Füßen zu schräg dicht hintereinander in den Boden stecken, die nächste Lage wird schräg auf die erste Lage gestellt, und das möglichst oft wiederholt. Aus trockenem Schilf oder langem Gras, wie es auf feuchten Wiesen wächst, kann man wunderschöne Matten herstellen; es gibt hier mehrere Methoden: entweder man flicht ein dickes Seil und webt dann daraus die Matte, oder man näht sie schneckenförmig im Kreis zusammen; am praktischsten ist der im Pfadfinderbuch abgebildete Webstuhl, auf dem man mittels Bindfaden ganz dicke Matratzen herstellen kann. Die Rucksäcke und Ausrüstungsgegenstände werden im Zelt nach außen und an den Kopf gelegt, und zwar muß ständig alles vernackt sein, weil man sonst bei dem engen Raum nichts finden kann und alles verloren geht. Am praktischsten ist es. ein eigenes Vor^tszelt und ein eigenes Zelt für Gepäck zu haben, so daß man nur die Dinge, die unmittelbar zum Schlafen gehören, ins Schlafzelt mitnimmt. Bei schlechtem Wetter kann man das Zelt schon mit einer Kerzenlaterne heizen. Im Winter kann man dazu einen Spirituskocher verwenden. Bei gutem Wetter wird das Zelt auch des nachts offen gehalten. 5. Behelfshütten. Behelfshütten kann man natürlich in >edem Gelände nur aus dem vorhandenen Material herstellen. Am praktischsten sind die folgenden: Es werden im Kreis Stangen aufgestellt und die Spitzen zusammengebunden, dann wird aus Zweigen von unten anfangend eine möglichst enge Spirale um den Kegel gewunden, die die Stangen verbindet. Auf diese Spirale, die man wse. alle Verbindungen auch aus dem unentbehrlichen Draht herstellen kann, werden nun kleine Zweige mit den Blättern oder Nadeln nach abwärts von unten beginnend befestigt, so daß der letzte Zweig oben über allen anderen Zweigen liegt, und alle Zweige dachziegelartig übereinander angeordnet sind. Darauf kann man dann auch Moos. Lehnr o. ä. legen; vor allem aber ist darauf zu achten, ob die Dachziegelanordnung nicht gestört wird. Für ein längeres Lager empfiehlt es sich auch, für die gewöhnlichen Zelte Holzunterbauten herzustellen, damit man die Schlafstätten auf Pritschen höher über dem Erdboden anordnen kann. Das geschieht dann so, daß dort, wo man sonst Heringe einschlagen würde, etwa 1 m hohe Pflöcke in den Boden geschlagen werden, über die dann von unten beginnend mit möglichst wenig Nägeln Bretter geschindelt, werden. Als billige Bretter verwendet man für diesen Zweck die in der Sägemühle erhältlichen Schwarten; 73