Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 5 (7.1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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braches gehen und, da der Lagerplatz nicht weiter als 5 Min. vom Wasser entfernt sein darf, wenn man längere Zeit bleiben will wird man gut tun, die Kochstelle möglichst an das Wasser zu verlegen. Vor dem Aufschlagen der Zelte ist das Unterholz möglichst zu entfernen und festzustellen, ob nicht Ameisen oder Schlangen in der Nähe sind; außerdem muß man bereits vor dem Aufschlagen der Zelte sich davon überzeugen, ob es möglich ist, ordentliche Rasenzüge für den Wassergraben auszustechen. Da die ausgestochenen Löcher oft jahrelang offen bleiben — auf dem Bundestag hat man noch Wassergräben von 2 Jahren vorher gesehen — muß man sich zuerst mit dem Grundbesitzer vor dem Aufstellen des Lagers unbedingt ins Einvernehmen setzen. Der Platz für die Latrine darf nicht zu weit vom Zeltplatz entfernt sein, und zwar auf der dem Wind abgekehrten Seite. Der Kocjiplatz am entgegengesetzen Ende des Lagers. 4. Die Zelte. Die Zelte sind mit der Oeffnung möglichst zum Lagerfeuer aufzustellen. Bei kaltem Wetter wird das Feuer unmittelbar vor dem Zelteingang angezündet. Wenn möglich, ist das Zelt mit Seilen an Bäume zu befestigen, da man durch das Wegfallen der Zeltstangen im Innern Raum spart. Das Zelt muß gut gespannt sein, der First darf nicht einsinken: es ist daher beim Reinemachen täglich frisch zu spannen. Aus diesem Grunde müssen die Zeltschnüre an den Heringen so befestigt sein, daß man sie anziehen und kürzer machen kann. Ein nicht gespanntes Zelt läßt schon nach kurzer Zeit den Regen durch. Kleine Lücken im Zelt werden mit Kerzentropfen dicht gemacht. An die Zeltwand dürfen weder von außen noch von innen irgendwelche Gegenstände anliegen, da dadurch sofort der Stoff an der Stelle wasserdurchlässig wird. Die Wassergräben werden ausgehoben, wenn das Zelt aufgestellt ist, dabei ist darauf zu achten, daß möglichst lange Stücke Rasenziegel von der Tiefe von etwa 10 cm ausgehoben werden. Die Ziegel werden dann innen im Zelt am Rand aufgelegt, so daß noch etwa ein Finger breit zwischen Ziegelkante und dem Zeltstoff frei bleibt, und die Luft durchziehen kann. Der Zeltstoff darf mit der Erde nirgends in Berührung kommen, weil sonst der Rand zu faulen beginnt. -Das Lager zum Schlafen muß genau so weich sein, wie ein Bett zu Hause. Wenn man keine Zeit hat, es gründlich herzurichten, muß man zu mindest für die Hüftknochen mit dem Messer eine Vertiefung in den Boden graben1 (da man sich sonst am anderen Tage nicht rühren kann). Nordamerikanische Trapper zündeten sich zuerst ein Feuer in der Schlafgrube an, damn räumten sie Asche und Glut fort und legten sich in die noch warme Grube. Ein Strohlager im Zelt ist zwar sehr teuer, aber doch das weichste. Dazu verwendet man Bundstroh {nicht das wirr durcheinanderliegende Schabstroh). Ueber das Stroh ist auf jeden Fall eine Decke zu breiten, da sonst dauernd Unord- 72