Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 5 (7.1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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6. Die Kochstelle. Die Kochstelle muß möglichst dauerhaft eingerichtet sein, durch ein Dach vor Regen geschützt sein und Aufhängevorrichtungen für das ganze Küchengerät aus Draht oder Nägeln besitzen. Auf der Erde darf kein einziges Kochgerät liegen, ein 'Küchenjunge muß ständig damit beschäftigt sein, jedes Stück Deckel, Kochlöffel. Messer usw.. das nicht gerade im Gebrauch ist zu reinigen, weil sonst schon nach zwei Tagen das ganze Lager erkrankt. Die Eßgeschirre des Zuges werden am besten auch in der Küche untergebracht und dort 'gemeinsam mit den anderen Gegenständen gereinigt, gefüllt und zur Eßstelle gebracht, die möglichst von der Küche entfernt ist. In der Küche 'dürfen sich nur die dazu bestimmten Jungen aufhalten; am T>esten -macht man den Herd über dem Boden erhöht aus etn paar alten Ziegeln mit Lehm, einem Rost aus starkem Draht, einer Tür aus einer alten Konservendose und Metallplatten, damit der Koch nicht bucklig wird und nicht mit den Füßen ins Essen hineinkommt. In der Küche muß auch immer ein Vorrai von reinem Wasser aufbewahrt werden. Auch die Küche ist mit Wassergräben zu schützen. Das Regenwasser muß abgeleitet werden. 7. Latrine. Die Latrine für ein länger dauerndes Lager muß der Anzahl der Jungen entsprechend groß sein. Das einfachste Modell ist ein 60 an breiter, % m tiefer Graben ohne jeden Holzbestandteil, evtl. mit einer Laubwand vor den Blicken neugieriger Zuschauer geschützt. Jeden Tag in der Frühe ist festzustellen, ob ein genügend großer (Erdhaufen zum Nachschütten vorhanden ist. In dem Erdhaufen muß ständig edn Spaten sein. Gegen Mittag muß die Latrine einmal gründlich zugeschüttet werden. Für größere Lager lempfiehlt sich das Desinfizieren mit einei Lösung von ungelöschtem Kalk. 8. Der Feuerplatz. Der Feuerplatz wird mit Steinen eingezäunt, damit die Flammen nicht übersprängen können. Um den Platz herum sind die Sitze für den Führer, die Aeltesten und die Jungen des 'Zuges angeordnet. Neben dem (Lagerfeuer muß wie neben dem "Kochfeuer ständig trockenes Holz aufgeschichtet sein, damit man nicht erst beim Feuermachen das Holz zu zerkleinern "braucht. Das Sammeln und ZerkleSnern des Hölzes geschieht einmal des Tages. Während der Nacht wird das Feuer mit Asche zugescharrt und morgens durch Auseinanderscharren und Hinzulegen von dürrem Holz wieder angefacht. 9. Die Lagerordnimg. Jeden Tag hat ein älterer Junge Lagerdienst. Er ist dafür verantwortlich, daß der Lagerplatz rein, das Innere der Zelte ständig in Ordnung ist und das ganze Lager so ist, wie es sein 74