Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 5 (7.1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ober Lagertechnik. Das Lagern im Zelt während längerer Zeit kann schwer» Schädigungen der Gesundheit zur Folge haben. Es ist daher unsere Pflicht, uns mit allen Vorkehrungen vertraut zu machen, die nötig sind, um jede Schädigimg der Gesundheit der Wanderer zu verhüten. Nur dann kann das Lagern bei uns populär werden, werm es in solcher Technik durchgeführt wird, daß es häufig gemacht werden kann, und man unabhängig ist vom Wetter und der Angst der Eltern. 1. Ausrüstung des Einzelnen. Jeder Junge hat ins Lager mitzubringen: 1. Eßgeschirr, 2. Waschzeug, 3. eine dicke Decke (die Amerikaner verwenden eine doppelte Flanellüecke. die mit Daunen gefüllt ist, die dann so leicht und klein zusammenlegbar ist, daß man sie in eine Außentasche des Rucksackes unterbringen kann), 4. womöglich eine Guttaperchaunterlage für den Boden. Wenn diese schwer zu beschaffen ist, einen Mantel oder dergl.. 5. einen Sweater zum Schlafen. Dieses Kleidungsstück ist auch im Sommer ein unentbehrlicher Bestandteil der Ausrüstung. Bindfaden, Kerzen, Draht, ein scharfes Messer. 2. Ausrüstung für eine Abteilung von 10 Jungen. 8 Zeltbahnen oder 6 österreichische Zeltbahnen. Zeltpflöcke kann man an Ort und Stellte selbst machen, indem man einen Nagel in einen zugespitzten Pflock einschlägt, an dem dann das Zelt befestigt wird. Zeltstangen, ein Seil von etwa 10 Meter Länge, einen Wassereimer, das gemeinsame Kochgeschirr, starker Draht (5 mm) zur Herstellung eines Rostes bei der Kochstelle. Nägel zur Einrichtung der Küche und der Zelte. "Einen Spaten, eine Axt (keine Hacke), die Axt muß auf einer Seite flach sein, so wie sie von den Zimmerleuten verwendet wird, damit man mit ihr einen Baum entrinden und reinigen kann. Der Griff, etwa 50 cm lang aus Eschenholz, muß nach der schrägen Seite zu leicht gebogen sein. Die Axt von oben gesehen muß also ein rechtwinkliges, kein gleichschenkliges Dreieck sein. Material aus Stahl. Eine Karbid- oder Kerzenlampe. 3. Der Lagerplatz. Am besten für ein Lager geeignet ist hochstämmiger Nadelwald. Weniger gut eine Kuhheide, weil da die Zelte dem Wind ausgesetzt sind, noch schlechter Laubwald, am schlechtesten eine grüne Wiese. Der Platz muß so liegen, daß das Wasser womöglich nach allen Seiten abfließen kann. Die Landschaftsformation muß konvex sein, nicht konkav. Im Walde selbst wird man Schwierigkeiten wegen des Feuermachens haben, deswegen wird man an den Rand oder 4n die Nähe eines Stein- 71