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Blau-Weiss-Blätter · 1923-07-01 · 5 (7.1923) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1923-1924) Neue Folge
Issue
5 (7.1923)
Date
1923-07-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Von großer Bedeutung; ist auch ein pünktliches und zuverlässiges Funktionieren der Ernährung. Für 40 Mann braucht man 4—5 Töpfe, in denen oft gleichzeitig gekocht werden muß. Das erfordert einen großen Herd, der von einem Koch völlig überblickt werden kann. Wir hatten weder Steine noch Rasenstücke und mußten deshalb den Herd aus festgestampfter Erde, die wir durch Holzflöcke versteiften, bauen. Ueber die beiden Erdwälle wurde ein Drahtrost gelegt, der aus zwischen 4 Stöcken geflochtenem Draht bestand. Ebenfalls noch als praktisch erwiesen sich: ein Abstelltisch für Lebensmittel usw., ein ins Wasser gebauter Steg zum Abwaschen, ein Steg an einer anderen Stelle zum Wasserholen fürs Kochen, eine Unterlage für abgewaschene Geschirre und eine Grube für Abfälle. Eine Latrine ist bei jedem Lager notwendig und darf nicht vergessen werden. Sie besteht einfach in einem Balken, der zwischen 2 engzusammenstehende Bäume genagelt wird und 'einer darunter ausgehobenen Grube. Der Beratungs- und Eßplatz lag bei uns in der Mitte des Lagerplatzes. Hier saß man auf trockenen Fichtenzweigen rund um das lodernde Feuer, das in einer hohen Pyramide von lose geschichteten Aesten (zur besseren Luffzufuhr) brannte. Hier wiederum war es, wo alle aufs stärkste das Gefühl der Gemeinsamkeit und Zusammengehörigkeit spürten. Ein Tag im Lager. Früh um 6 weckt die letzte Nachtwache den Tagesdienst, d. h. die Leute, die für die Verpflegung und überhaupt die Ordnung des Lagers zu sorgen haben. Manchmal übernimmt eine Generation einheitlich den Dienst, genau so oft aber sind es beliebig zusammengestellte Jungens jeder Altersstufe. Sofort nach dem Aufstehen machen sie sich ans Feuer und bereiten da-s Frühstück. Um 7 Uhr wird die übrige Gesellschaft geweckt. Da gibts kein langes Räkeln und Gähnen; jeder springt sofort auf und verläßt das Zelt. Schnell entledigt man sich der Nachtbekleidung bis auf Hemd und Klufthose; das Waschzeug wird in die Hand genommen-, und dann geht es in 5 Minuten dauerndem Waldlauf zum Badeplatz, der an einer großen Weide liegt und sogar einen Strand besitzt. Hier entkleiden sich alle, nicht etwa um schon zu baden, sondern für die gemeinsamen Freiübungen, bei denen man den Schlaf erst richtig abschüttelt und warm wird. Dann erst geht es ans Waschen und Baden und danach zurück ins Lager, abermals im Lauf, um dort das inzwischen fertiggewordene Frühstück zu empfangen. Für das gemeinsame Essen haben wir eigentlich besondere Lagerformen noch nicht gefunden, sondern die alterprobten Formen der Fahrt beibehalten. Du kannst dir denken, daß wir die ersten Tage alle vollauf mit dem Ausbau des Lagers beschäftigt waren und zu nichts ap- 69

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