Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 5 (7.1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Platze befand sich die Küche: in etwa 100 Meter Abstand lag: hinter einem Hügel die Latrine. III. Die einzelnen Teile des Lagers. Vor dem Bau des Schlafzeltes war es nötig:, den Boden völlig; von Laub zu reinigen, da dieses die Nässe länger hält als bloßer Waldboden. Als Zeltform hat sich nach unseren Erfahrungen das Dachzelt als am wärmsten und praktischsten eiwiesen, da der Raum nahezu völlig ausgenutzt wird. Wenn man das Zelt 3 Zeltstöcke hoch, 2 Zeltbahnen breit und beliebig lang baut, so können immer unter je 2 Bahnen 4 Leute reichlach (senkrecht zur Längsrichtung des Zeltes) Liegen. Bei Regen muß man die Zeltbahnen doppelt knöpfen und von innen Erde anschippen, und auch zugleich den notwendigen Abflußgraben herstellen. Der Eingang des Zeltes wird durch eine aufgeknöpfte Zeltbahn in der Mitte der einen Zeltlängsseite gebildet: die Zeltbahn wird nachts von innen zugeknöpft. Auch das kleinere Zelt für die 8 Leute der Nachtwache bauten wir auf dieselbe Weise, und es hat sich gezeigt, daß solch ein Zelt verhältnismäßig sehr warm ist. — Als Unterlage auf dem Zeltboden nahmen wir trockene Binsen, die wir am Seeufer abschnitten. Sie bleiben auch bei dauerndem Regen ziemlich trecken, da sie kein Wasser annehmen, und sind deshalb als Unterlage ebenso geeignet wie z. B. Stroh. Als Kopfkissen dienen die Rucksäcke. Da die Zeltbahnen nur wasserdicht sind, wenn man sie ganz straff spannt, mußten wir sie täglich nachspannen, weil der Waldboden den Heringen allmählich nachgab. Als Schlafausrüstung sind gerade bei nassem und kaltem Wetter Sweater und 2 Decken meist notwendig. Jeden Morgen mußten alle Sachen zusammengepackt und vollkommen aus dem Zelt geräumt werden; nur dann ist Aufräumen, Säubern und Nachspannen des Zeltes für den Dienst möglich. Als Beleuchtung bewähren sich einige der überall käuflichen Zeltlampen oder einfache Stallaternen. Gleich zu Beginn des Lagers wurden sämtliche Lebensmittel eingesammelt und einem Verwalter unterstellt. Als Speisekammer diente ein kleiner wasserdichter Raum, der durch eine zwischen zwei Bäumen und zwei Stöcken dachförmig gespannte Zeltbahn und drei Seitenwände aus an Schnüre gebundene Fichtenzweige gebildet wurde. Der Regen wunde auf diese Weise völlig abgehalten. Im Hüttenbau beschränkten wir uns auf die Herstellung eines Daches von ca. 12 qm Größe, das einen Aufenthaltsplatz vor Regen schützte. Wir rammten zu diesem Zwecke 2 Pfähle von 2 Meter und 2 Pfähle von ca. 1,5 Meter Länge in die Erde, nagelten Ouer- und Längsbalken darüber und deckten das so entstandene Sparrensystem mit mehreren Lagen von Fiichtenzweigen ab. Diese Dachform ist ebenfalls ziemlich sicher wasserdicht und zur Werkzeug- und Rucksackaufbewahrung gut geeignet. 68