Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 5 (7.1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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einer Stelle baden, turnen, spielen und uns waschen konnten. Besonders die Schönheit eines Rafiballspieles hängt weitgehend von der Eignung des Spielplatzes ab, und der morgendlich« Waldlauf, das Nacktbaden und -turnen, das Spielen, Singen und Waschen an einer Stelle machen den Tagesanfang zu einem gemeinsamen Erlebnis des Zuges; eine Tatsache, die gerade bei größeren Zügen eine wichtige Rolle spielt. Da wir ca. 40 Jungen auf Fahrt hatten, spielten die V e r - pfleg ungsmöglichkeiten eine große Rolle und mußten bei der Auswahl des Platzes weitgehende Berücksichtigung finden. Aus diesem ürunde erwies sich die Nähe menschlicher Wohnungen als unbedingt notwendig. Wir lagerten fünf Minuten von einem Forsthaus, zwanzig Minuten vom nächsten Dorfe entfernt. Das Funktionieren der Verpflegung für eine größere Zahl von Menschen ist ein nicht ganz einfaches Problem und erforderte stets von der diensthabenden Gruppe einen ganzen Tag angestrengter Arbeit. Möglich wurde die Verpflegung erst dadurch, daß wir die einfachsten Lebensmittel (Brot. Fett usw.) in einer Stunde im Lager haben konnten. Selbstverständlich gibt es in all diesen Dingen eine weitgehende Uebung und Vorbereitung, und wenn ein Zug zum zweiten und dritten Male ein Camp macht, wird er auch hierbei schon kompliziertere Sachen wie Brotbaüken, Tierefangen usw., versuchen können. Ais letzte technische Voraussetzung sei noch das Vorhandensein von Trinkwasser erwähnt, das aus einer Quelle oder Pumpe geschöpft, besonders an heißen Tagen unentbehrlich ist. Aus all diesem wärst du gesehen haben, daß zu der Vorbereitung eines Lagers eine Menge Arbeit gehört; schon allein zur gründlichen Auswahl des Platzes ist es wohl immer zu empfehlen, daß irgendjemand aus dem Zuge vorher hinfährt und einen geeigneten Platz ausfindig macht. Bei der intensiven Forstkultur in Deutschland ist auch dringend zu empfehlen, vorher mit dem betreffenden Förster oder Gutsherrn zu sprechen, da man ohne Erlaubnis im allgemeinen nicht wagen darf, im Walde abzukochen oder durch Lärm das Wild zu verscheuchen. IL Anordnung des Lasers. Bei der Platzverteilung des Lagers, ist zunächst darauf zu achten, daß bestimmte architektonische Grundbegriffe auch hier ihre Gültigkeit haben: Ebenso wie ein schöner Marktplatz muß auch der Lagerplatz möglichst als ein Raum wirken und deshalb auf allen Sedten umschlossen sein. Wir umgaben den Platz durch vier rechteckig zueinanderstehende Wände: ein ca. 12 Meter langes Schlafzelt für 30 Mann, ein kleines Nachtwachenzelt für 8—10 Mann, ein Raum zur Aufbewahrung von Lebensmitteln, eine große Schutzhütte zum Aufenthalt am Tage und für Gepäck usw. Zwei Eingänge führten ins Innere des Platzes, der durch die genau in der Mitte liegende Beratungsfeuerstätte zusammengefaßt wurde. In geringer Entfernung vom 67