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Blau-Weiss-Blätter · 1923-06-01 · 4 (6.1923) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1923-1924) Neue Folge
Issue
4 (6.1923)
Date
1923-06-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Tom-Tom. Dann springt ein jeder schnell aus dem Zelt, entkleidet sich völlig. Gemeinsame Körperübungen vertreiben die Steifheit des Schlafes aus den Gliedern, dann läuft der Stamm geschlossen zum See und badet. Später kleidet man sich an und versammelt sich zum Frühstück. Auch bei der Mahlzeit wird eine strenge Platzordnung eingehalten, die etwa der geschilderten Anordnung der Zelte entspricht. Um 7V2 Uhr rufen Horn und Tom-Tom zum Beginn des Tagewerkes. In der ersten Zeit werden die Nebenhäuser gebaut trockenes Laub zum Auspolstern der Zelte eingesammelt, der Beratungsplatz hergestellt. Wie aber der AufKau des Lagerb beendet ist, wird das Tätigkeitsgebiet weiter/ hinausverlegt. Es zieht der baal ha-assawim hinaus, um mit seinen Jüngern die Pflanzenwelt der Jagdgründe zu erforschen; ein anderer Trupp hilft dem Kartenmeister bei der Erkundung und Aufzeichnung des Geländes- Andere gehen, wenn das Wetter ein längeres Arbeiten im Wasser erlaubt, an den Bau eines Flosses oder lernen Schwimmen. Einige endlich ziehen gemäß dem am vorausgehenden Abend ergangenen Befehl hinaus in die Wälder, um ihre Jagdgründe kennen zu lernen und das Leben der Pflanzen und Tiere zu erforschen. Sie werden während des ganzen Tages fort bleiben. Die übrigen trieb öfter am Tage schon der Regen in die Zelte, dort singt man und liest gemeinsam in den Dschungel- und Trappergeschichten. UmSUhr bläst der baal-ha-schirim zur W'idah. Der Stamm läßt sich im Viereck um das Beratungsfeuer nieder. Drei Seiten werden wiederum von den Generationen gebildet, die vierte nimmt der Stammeshäuptling mit seinem vierköpfigen Waad ein. Alle erheben sich und antworten im Chor dem Häuptling, der die W'icfah „mit! unserm Gruß Schalom4' eröffnet. Der Stamm singt ein Lied. Dann berichten die Führer der Arbeitsgruppen über ihre Tätigkeit am heutigen Tage. Die aus den Wäldern Heimgekehrten erzählen von ihren Erlebnissen und Beobachtungen, auch zeigen sie Zeichnungen und Proben bemerkenswerter Dinge herum, die sie draußen fanden. Der Aelteste des Waad, dem insbesondere die technische Organisation des Lagers obliegtffügt eine KrPtik des verflossenen Tages an und verkündet die Arbeitseinteilung des folgenden. Auch gibt er die Reihenfolge der Nachtwachen bekannt- Der Stammeshäuptling nennt das Losungswort der Nacht und schließt die W'idah „mit unserem Gruße Schalom". Der Stamm bleibt noch am Feuer zum Singen zusammen. Um zehn Uhr rufen Horn und Tom-Tom in die Zelte. Nach einer Viertelstunde herrscht Schweigen und der Stamm liegt im Schlafe. Die Nachtwache sorgt für die Erhaltung des Feuers und schreitet den Umkreis des Lagers ab. Acht Tage hat so unser Stamm in seinen Jagdgründen gelebt. 60

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