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Blau-Weiss-Blätter · 1923-06-01 · 4 (6.1923) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blau-Weiss-Blätter
Volume
1 (1923-1924) Neue Folge
Issue
4 (6.1923)
Date
1923-06-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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und Kiefern schließen ihn ein. An einer Stelle schimmert der See zwischen den Bäumen hindurch. Hinten im Schutze der Bäume liefen, etwa ein Sechstel des Kreisrandes einnehmend und seinem Verlaufe folgend, die drei Zelte der Generationen. Der trapezförmige Hof, den sie umschließen, ist mit seiner offenen Seite genau dem Mittelpunkte des Platzes zugewandt. Vom Platze aus gesehen liegt links das Zelt der Jeladim, in der Mitte, dem Beobachter mit der vollen Breitseite zugekehrt, das der N'arim, während rechts die G'warim ihre Behausung aufgeschlagen haben. Hinter den Zelten erheben sich die zugehörigen Nebenhäuser für das Gepäck- Jedes von ihnen sieht verschieden aus, aber jedes von ihnen ist, obzwar nur unter Verwendung von abgefallenen Aesten, stabil gebaut amd mit Baumrinde und Moos wasserdicht gedeckt. Genau im Mittelpunkt des Platzes brennt das nie verlöschende Beratungsfeuer, um das sich allabendlich die Mitglieder des Stammes zur feierlichen W'idah versammeln. Ringsherum sind Rasenbänke errichtet auf denen, je nach Rang und Generation, die Männer des Stammes ihren Sitz haben. Jenseits des .Feuers, gegenüber dem Zelte der N'arim, ragt das Wahrzeichen empor. Aus einer hohen Stange erwächst, aus Holzstäben zusammengefügt, das Dreieck der Bundesnadel. Es umschließt eine Weißblechscheibe mit den eingeschnittenen Buchstaben: DaJeth, Memund Schin (Degel Machaneh Hascheweth). Weiter unten am Pfahl sind Säge und Hammer, die beim Lagerbau wichtigsten Werkzeuge, befestigt. Noch tiefer endlich, fast zu ebener Erde, hängen an einem Querbalken die Signalinstrumentedes Stammes, das Horn und das Tom-Tom. Rund um das Wahrzeichen ist ein etwa meterhoher Zaun gezogen. Das Eingangstor, mit Tannenzweigen geschmückt, ist dem Beratungsfeuer zugewandt. Der Körper einer großen Natter ist .über dem Eingang befestigt als warnendes Zeichen, daß kein .Unbefugter hier ungestraft einzutreten vermag. Eintritt hat nur der Stammeshäuptling und der baal-ha-schirim mit seinem Jünger, wenn sie* die Signale zu geben haben. Etwas abseits vom Lager liegen das Materialhaus des Zeugmeisters, der Kochplatz, das Gehinnom (die Abfallgrube) und die Latrinen. Auch setzte sich der Stamm in den Besitz einer Blockhütte, die einst von Waldarbeltern gebaut wurde. Sie wurde feierlich für tabu erklärt. Nur wenige dürfen hier eintreten — ruhen doch hier die Schätze des baal-hamaachal, sowie der große Kasten des Medizinmannes, in dem sich manch heilsame Arznei befindet dazu die große Flasche mit Feuerwasser, die dem.helfen soll, der etwa von der giftigen Otter gebissen werden sollte. Ferner beherbergt das tabu die beiden Fahrräder', die zur Aufrechterhaltung der Verbindung mit der Außenwelt bestimmt sind. Um die sechste Morgenstunde erschallen die Hornsignale des baal-ha-schirim, begleitet von den dumpfen Schlägen des 59

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