Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 4 (6.1923)
- Date
- 1923-06-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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das Wasser zum'Kochen geholt wird, und wie mit Liebe und Sorgfalt nach dem Essen der Topf und das Geschirr abgewaschen werden, und daß niemand auch nur im geringsten darüber brummig ist. daß „gerade er" dies oder jenes machen soll, sondern sich freut, mithelfen zu können, so werden sie es nach kurzer Zeit mit der gleichen Frisohe und Freudigkeit tun. Während der Koch das Mittagessen bereitet, spielt der Zug. Auch über das Spielen sollen einige Worte gesagt werden. Wir glauben nicht, daß es Jungen gibt, die überhaupt nicht ..spielen können" bezw. nicht dazu „geeignet sind". Meist ist es nur eine Unkenntnis ihrer selbst, wenn sie erklären, daß sie niclit an der Lage wären, zu spielen. Zweierlei Gründe treten hierbei zu Tage: 1. glauben die Einen, daß ihre körperliche Konstitution es ihnen nicht gestattet, während die Anderen sich nicht vorstellen können, daß Jungen mit Hingabe dieses einfache Spielen mitmachen. Besonders jüdische Jungen, die bis zu ihrem Eintritt in den Blau-Weiß nur intellektuell interessiert gewesen sind, bringen den letzten Einwand vor- Und doch kommt es gerade darauf an, daß jeder einzige von sich aus mit großer Lust mitspielt. Däe mehr oder weniger gute Leistung spielt demgegenüber eine sehr untergeordnete Rolle. Sich völlig hineinzustellen in ein Spiel, alles um sich her vergessen •und nur den einen Gedanken haben, wie fange ich diesen Ball oder jenen, oder besser noch, gar keine Gedanken zu haben, sondern instinktiv den richtigen Wurf zu tun, ist der Sinn des Spielens. Hier erwacht ebenfalls etwas, was der Umwelt abhanden gekommen ist, nämlich das primitive und einfache Körpergefühl. Und unter Ausschaltung jeglicher geistigen Einsteilung kommt der Körper und damit auch seine Ausbildung zu seinem Recht. Das Abstreifen der Jüdischen Angst (Maure) und die Eingeschüchtertheit hat den Anfang beim Spielen zu machen. Hier ist vielleicht am geeignetsten das Völkerballspiel da hier auf kurze Entfernung die beiden Mannschaften sich gegenüberstehen und Mut und Geistesgegenwart zu ihrem Recht kommen. Auch erfordert das Völkerballspiel nicht eine so große Anzahl ven Jungen und gestattet infolge der Kleinheit der Fläche ein Achthaben auf die neuen und ungeschickten Jungen. Bei dem Stielen empSiehlt es sich die Spiele so einzurichten, daß das Einzelspiel nicht von einigen wenigen ..Kanonen" gespielt wird, sondern alle am Spiel beteiligt sind. Aus diesem Grunde ist in der Regel eine Teilung der Spiele dn Jüngere und Aeltere erwünscht. Der Staffettenlauf und das Barlaufspiel kommen als einfache Spiele für die Fahrt aus dem Grunde wohl weniger in Betracht, weil sie schon erhebliche sportliche Leistungen erfordern. Im wesentlichen kommt es dabei darauf an. daß die ' Mannschaft unter sich ausgezeichnet auf einander eingespielt ist. sodaß ein dauernder Wechsel der Mitglieder der Mannschaft für das Spiel von großem Schaden ist. Das für uns wohl geeignetste und wohl auch am meisten geübte Spiel ist das 49