Blau-Weiss-Blätter
- Journal
- Blau-Weiss-Blätter
- Volume
- 1 (1923-1924) Neue Folge
- Issue
- 3 (5.1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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der Z.V.f.D., des NF", und Keren Hajessod, und Bücher der Bibliotheken) und Material (Papier, Pappe, Gips, Holz, Nägel, Handwerkszeus: usw. usw.) sind an einer Stelle konzentriert und werden dort nach Bedarf von den Gruppen angefordert. Die Art der Durchführung: der Arbeit ist bei den verschiedenen Gruppen verschieden. In den Gruppen, wo mehr Kleinere sind, lag: die Hauptbeschäftigung außerhalb der eigentlichen Gruppennachmittage, was die günstige Folge hatte, daß die Jungen auch außerhalb der eigentlichen Zugveranstaltungen miteinander sich nützlich .beschäftigten, bei den Aelteren wurde fast nur auf Gruppenabenden gearbeitet, indem ich einteilte und dann zwei oder drei eine Sache übernahmen. Zunächst wurde nach einer Karte mit Höhenlinien ein Relief der Gegend hergestellt. Dies Relief ist ausgezeichnet gelungen, so gut, daß ich überzeugt bin, daß jeder, der Migdal kennt, sofort wissen wird, um was es sich handelt. Dieses Relief mit dein nötigen Erläuterungen, gibt auch den Jüngeren ein plastisches Bild. Dann wurde das Modell eines einfachen Kolonistenhauses nach Grund- und Aufriß hergestellt. Die große Schwierigkeit liegt nur darin, daß man sich wenig an das Beispiel deutscher Bauernhäuser halten kann, da Palästina flache Dächer und andere bestimmende Aenderungen bedingt. Ferner wurden eine ganze Reihe von Plänen der näheren und weiteren Umgebung hergestellt. Am umstrittensten ist der Plan der Kolonie selbst. Einige Punkte dabei sind ja durch die Situation gegeben. Aus Sicherheitsgründen z. B. müssen die Häuser beieinander und nicht inmitten ihrer Felder liegen, aus sanitären muß man sie oben auf dem Bergplateau und nicht am Ufer des Sees aufbauen. Die Beschäftigung mit diesen Fragen führte uns zu Vergleichen mit der Anlage deutscher Dörfer und kleiner Städte. Auch hier kann es natürlich nur darauf ankommen, gewisse organisch gewachsene Prinzipien zu erkennen und keine Stile zu übernehmen. (Sowohl Rothenburg wie Neubrandenburg würden in Migdal gleich unmöglich wirken.) Besonders schwerig waren auch einzelne technische Aufgaben, z. B. was ist rentabler zum Transport der Waren von den Lagerhäusern auf dem Plateau zur Landungsstelle am See: eine Drahtseilbahn, die als Träger große Eisenkonstruktionen brauchte, oder eine Zahnradbahn, die viele Windungen den ' 'Bergen folgend machen müßte? Oder so und soviel Strom liefert uns die an der Ouelle eingebaute Turbine nach Abzug der Kräfte für die Mühle, so und soviel Strom erhalten wir voraussichtlich durch zwei Windmotoren, wieviel werden wir also aller Voraussicht nach von den 20 km entfernten Ruthenberg-Werken benötigen? Zu jedem Punkte gehört Grund- und Aufriß. Modell und eine kurze Beschreibung auch des dazu gehörigen Inventars. Alles Fertige wird bei M. gesammelt, sowie Du nach Berlin kommst, kannst Du es Dir ansehen. 36